Archiv | 11. März 2010

Dee Ex in der „Jungle World / Rubrik: Antifa“

Freunde, ich darf Euch voller Stolz meinen ersten Artikel in der linken Presse präsentieren 😀

Ich gebe zu, ich habe mit Schlimmerem gerechnet und darf mich wohl an dieser Stelle bei dem Redakteur, Markus Ströhlein, der für die Abteilung „Antifa“ schreibt, für meine gedankliche Vorverurteilung entschuldigen und mich hiermit öffentlich für die Werbung und die – ob nun gewollte oder ungewollte – Unterstützung bedanken.

Wenn ich ausnahmsweise mal nicht zwischen den Zeilen lese und zusätzlich die klitzekleinen Fehler, die ihm bei der Recherche unterlaufen sind, dezent ignoriere, komme ich doch auf einen recht guten Artikel, der bestätigt, dass meine Arbeit nun nicht nur im rechten, sondern auch im linken Lager zum Nachdenken anregt. Die Mitte teilt meine Ansichten ja schon lange. Mein Glauben ans Gute im Menschen und die Hoffnung, auf dem friedlichen Wege ein paar Differenzen klären zu können, waren nicht umsonst.

Ob der Herr Ströhlein seine Falschaussagen, die ich im Anschluss an den Artikel dementiere, zurücknehmen und klarstellen möchte, überlasse ich ihm. Sollte soetwas nochmals vorkommen, sehe ich mich gezwungen, Strafanzeige wegen Verleumdung zu erstatten. 🙂

Meine lobenden Worte nehme ich natürlich zurück, sofern der Artikel etwas mit der Löschung des Youtube-Kontos meines Bozzsoldiers zu tun haben sollte. Ich erhielt eben die Mitteilung, dass es „ohne Vorwarnung“ gesperrt wurde!!


Nun zum Artikel… Auf die breit markierten Aussagen gehe ich gleich nochmal gesondert ein.

Rappen fürs Vaterland

Die Rapperin Dee Ex bezeichnet ihre Musik als »patriotischen Rap«. Ihre Fans rekrutiert sie unter den Anhängern der DVU und den »Autonomen Nationalisten«.

Über mangelnden Zuspruch kann sich die Frau nicht beschweren. »Ich bewundere sie als Menschen und als Künstlerin«, bekennt der Leser mit dem Pseudonym Max Mustermann in der Online-Kommentarspalte der Jungen Freiheit (JF). Auch die Leser des Weblogs Politically Incorrect (PI) sind angetan. »Deutschland hat soeben den wahren Superstar geboren«, schwärmt ein Nutzer namens Spuky. Auf dem rechtsextremen Nid-Infoblog wird der Frau »Respekt« gezollt und ein »Kompliment« gemacht. Mancher Bewunderer bemüht sogar höhere Mächte, wie etwa ein Helmut Bauer auf der Seite der JF: »Der Herr segne und behüte dich und gebe dir Weisheit für jeden weiteren Schritt!«

Die umschwärmte Frau nennt sich Dee Ex und kommt nach eigenen Angaben aus Berlin. Sie bezeichnet sich selbst als »Gesellschaftskritik übende Künstlerin« und betätigt sich musikalisch. Als »stolze deutsche Patriotin, die weiß, was sie will«, übt sie sich nicht einfach im Sprechgesang, sondern reklamiert ein eigenes Genre für sich: den »patriotischen Rap«.

Die Musikerin hat sich Stücke wie »Deutschland, mein Heimatland«, »Deutschland, kein Wintermärchen« oder auch »Deutsch ist nicht gleich Nazi« ausgedacht, die sie in den Internetportalen Myspace und Youtube veröffentlicht hat. Mittlerweile geht ihr Einfallsreichtum sogar so weit, dass sie in ihren Liedtiteln ohne die Worte »Deutschland« oder »deutsch« auskommt, auch wenn das, wie im Fall des Stücks »NHA – National human (right) anthem«, zu etwas holprigen Ergebnissen führt. Stets ist ihr Rap »vom Volk für’s Volk«, wie ein weiteres Lied heißt. Das Volk hat es nach Ansicht der Musikerin nicht leicht: »Deutschland bietet verschiedensten Völkern ein Zuhause. Nur dem deutschen Volk nicht mehr. Das wird aus der Gesellschaft ausgegrenzt.« Deshalb befindet sie sich auf ihrer Mission, wie sie in einem Interview mit der JF ausführt: »Ich möchte die Hörer zum Nachdenken anregen, sie an die deutschen Werte und Tugenden erinnern, ohne die wir unsere Identität und den Frieden verlieren werden.« Ihr eigenes Weblog »nohoearmy.wordpress.com« hat sie mit der Losung überschrieben: »Mit Patriotismus zur Freiheit! Deutsch zu sein, ist kein Verbrechen!«

Menschen nichtdeutscher Herkunft empfindet die Rapperin hingegen als Last, arg leidet sie unter dem »Rassismus gegen Deutsche«. Deshalb hält sie es beispielsweise mit Roland Koch und seiner Einschätzung: »Wir sind an die Grenze der Aufnahmefähigkeit gekommen.« Die Zuwanderung zu unterbinden, sei dringend geboten, um »unser Land vor einem Bürgerkrieg zu bewahren«, sagte Dee Ex der JF. Dass manche Menschen in Zeilen wie »Geh’ doch heim, wenn’s dir nicht passt!« den altbekannten Ruf »Ausländer raus!« erkennen, mag ihr aber keinesfalls einleuchten.

Denn die Berlinerin trägt ihre Einlassungen stets in einem typisch deutschen Gestus vor: Sie gibt die verfolgte Unschuld. In der Ballade »Deutschland, mein Heimatland« fragt sie: »Warum darf ich dich nicht lieben? Warum hasst mich die ganze Welt, wenn ich es trotzdem tu’?« Dem überwältigenden Teil der Weltbevölkerung dürften die Befindlichkeiten einer Berliner Freizeitmusikantin zwar herzlich egal sein. Doch die rappende Patriotin sieht sich als Opfer einer Welt, die sich gegen die Deutschen verschworenen hat. Die Schuldigen hat Dee Ex auch ausgemacht. So findet man auf ihrem Blog ein Video, das über eine vermeintliche Weltverschwörung von »mächtigen Internationalen« aufklärt, die Kriege anzettelten und »Zinsen von den verschiedenen Regierungen kassieren, denen sie Geld geliehen haben«. Auch Namen werden genannt: David Rockefeller und die Rothschilds.

Als unschuldiges Opfer hat Dee Ex jedoch ein Problem: den Nationalsozialismus und die Shoah, in denen die Deutschen dann doch eine andere Rolle einnahmen. Im Lied »Deutsch ist nicht gleich Nazi« rappt sie sich aber aus dem Dilemma: »Das ist Schnee von gestern.« Und überhaupt: »Warum muss ich die Schuld von Leuten, die ich nicht mal kenne, auf meinen jungen Schultern tragen?« Dabei zeigt die Berlinerin durchaus Nachsicht, wenn es um Schuld geht. Sie verwahrt sich dagegen, dass »alle Soldaten unserer Geschichte von 1933 bis 1945 pauschal zu Verbrechern abgestempelt wurden«. Dee Ex gewährt lieber die Absolution: »Ich für meinen Teil spreche sie frei und gönne ihnen – sofern sie noch leben – einen ehrenhaften Lebensabend. Sie sind keine Mörder, sondern treue Diener ihrer Herzen.«

Die Musikerin möchte zwar keinesfalls als Nazi bezeichnet werden. Da es in ihr aber denkt wie in einer Nationalsozialistin, fühlt sie sich unter Menschen gleicher Gesinnung pudelwohl. So machte sie sich am 13. Februar auf nach Dresden. Dort unterhielt sie sich einem Bericht auf ihrem Blog zufolge »mit einigen aus den Reihen dieser angeblichen Nazis vorurteilsfrei« und war angetan vom »kameradschaftlichen Halt im deutschen Widerstand«. Kontaktfreudig ist Dee Ex ohnehin. Ob im Forum der JF, auf den Seiten des der DVU nahe stehenden Portals »Gesamtrechts«, in den Kommentarspalten von PI oder denen des Nid-Infoblogs – schnell kommt sie mit den anderen Diskutanten ins Gespräch. Schließlich zählt sie alle zu ihren Verbündeten, wie sie in ihrem Blog ausführt: »JF-Leser, konservative Deutsche, Christen, wie auch GR- oder PI-News-Leser, Widerständler, volksbewusste Splitterparteien und alle anderen Deutschland-Freunde.«

Diese Gruppen mögen sich nicht immer freundschaftlich gesonnen sein. Doch vom ordinären, PI lesenden Rassisten bis zum den Nid-Infoblog verfolgenden »autonomen Nationalisten« scheint allen klar zu sein, dass sie sich seit geraumer Zeit vergeblich um die Gunst der Mehrheit der deutschen Jugendlichen mühen. »Mal was anderes, im Gegensatz zu dem doch musikalisch sehr zweifelhaften Rechtsrock-Gebrülle. Zudem werden sich bestimmt auch jüngere Leute davon angesprochen fühlen, die uns eher als ewiggestrige Hitlerverehrer angesehen haben denn als zukunftsfähige politische Alternative«, äußert sich etwa jemand auf dem Nid-Infoblog wohlwollend. »Dadurch, dass sie die Jugend anspricht, bewirkt dieses Mädel mehr als jeder akademische Diskussionszirkel«, gibt ein JF-Leser seine Einschätzung ab. »Wenn sie wirklich eine Million Klicks auf Youtube hat und dazu die jungen Leute bis 18 Jahre zum Aufwachen und Hinterfragen bringt, erreicht sie de facto mehr als PI«, schreibt jemand im entsprechenden Forum.

Es gibt zwar auch Zweifler wie »Franko«, der auf »Gesamtrechts« schreibt: »Es ist schon weit gekommen, dass selbst Patrioten solch importierten Dreck toll finden können. Diese Ghetto-Musik ist nicht Deutschland!« Doch »Gernot« beschwichtigt: »Weder die Musikbegleitung noch der Kehrreim (Refrain) wirken hier irgendwie afrikanisch.« Und selbst für »Franko« dürfte das von Dee Ex auf dem Nid-Infoblog hinterlassene Angebot gelten: »Hand in Hand fürs Vaterland!«

Mein Dementi:

  1. „Ihre Fans rekrutiert sie unter den Anhängern der DVU und den »Autonomen Nationalisten«.“ Ich habe auch „Fans“ in der Partei Die Linke, bei der SPD, bei den konservativen und liberalen Parteien bis nach ganz rechts außen, wo schon wieder Links anfängt. Neben den politischen (noch denkenden Menschen) bekomme ich auch Zuspruch von Soldaten und Pastoren, ganz jungen und ganz alten Hörern meiner Musik, die zwar wie ich von Politik keine Ahnung haben, aber dennoch wahrnehmen, was um sie herum passiert. Um hier in Deutschland etwas für „alle“ tun zu können, darf ich mich nicht von Minderheiten distanzieren, deren unterschiedliche Weltanschauungen von Rassisten nicht toleriert werden.
  2. „Als »stolze deutsche Patriotin, die weiß, was sie will«, übt sie sich nicht einfach im Sprechgesang, sondern reklamiert ein eigenes Genre für sich: den »patriotischen Rap«.“ Nur mal zur Info: Ich mache nicht nur Rap. Ich mache das, was mir gefällt bzw. mir im Rahmen meiner selbsterlernten musikalischen Fähigkeiten möglich ist.
  3. „Mittlerweile geht ihr Einfallsreichtum sogar so weit, dass sie in ihren Liedtiteln ohne die Worte »Deutschland« oder »deutsch« auskommt, auch wenn das, wie im Fall des Stücks »NHA – National human (right) anthem«, zu etwas holprigen Ergebnissen führt.“ Holprig? Wer den Text des Liedes verstanden hat, empfindet ihn eher als geschmeidig und verständlich – er grenzt niemanden aus und bietet sogar die Möglichkeit, sich besser mit meinen Gedanken identifizieren zu können. Wer sich gegen das Lied ausspricht und somit aus der Einigkeit ausschließt, ist selbst schuld. Mehr, als jedem meine Hand reichen, kann ich nicht.
  4. „Menschen nichtdeutscher Herkunft empfindet die Rapperin hingegen als Last, arg leidet sie unter dem »Rassismus gegen Deutsche«. Deshalb hält sie es beispielsweise mit Roland Koch und seiner Einschätzung: »Wir sind an die Grenze der Aufnahmefähigkeit gekommen.« Die Zuwanderung zu unterbinden, sei dringend geboten, um »unser Land vor einem Bürgerkrieg zu bewahren«, sagte Dee Ex der JF.“ Ich empfinde nicht die Menschen nichtdeutscher Herkunft als Last, sondern die, die hier geboren sind und sich dennoch weigern, dazugehören zu wollen. Ich empfinde die als Last, die Leute wie mich und meine Heimat nicht respektieren können oder wollen, uns grundlos verachten, bespucken und mit Füßen treten. Dazu gehören nunmal Teile der Bevölkerung, die sich, statt zu integrieren, lieber Parallelgesellschaften bilden. Ob das nun Deutsche mit fremdländischen Wurzeln sind oder allgemein Deutsche, die ein Problem damit haben, deutsch zu sein – ihre antideutsche Haltung und das grundsätzliche Aggressionspotential unterscheiden sich nicht großartig voneinander.
  5. „Dass manche Menschen in Zeilen wie »Geh’ doch heim, wenn’s dir nicht passt!« den altbekannten Ruf »Ausländer raus!« erkennen, mag ihr aber keinesfalls einleuchten.“ Ich kann die unter Punkt 4 genannten Menschen nicht verstehen und biete ihnen an, sich eine Heimat zu suchen, in der sie ihre menschenverachtenden Verhaltensweisen ausleben können, ohne dass ihre Opfer sich darüber beschweren… Ich würde künftig eine gründlichere Recherche empfehlen und nicht einfach wahllos Aussagen zusammenzuschneiden, damit ich – irgendwie – diffamiert werden kann.
  6. „Sie gibt die verfolgte Unschuld.“Ich BIN die verfolgte Unschuld! 😀
  7. „Doch die rappende Patriotin sieht sich als Opfer einer Welt, die sich gegen die Deutschen verschworenen hat. Die Schuldigen hat Dee Ex auch ausgemacht.„War das ein indirektes Geständnis des Redakteurs? Ich habe zu keinem Zeitpunkt jemanden der Verschwörung angeklagt. Ich poste auf meinem Blog öfter Videos, die ich bei Youtube entdecke, damit sich jeder eine eigene Meinung bildet und man untereinander die verschiedenen Gedanken ohne Zensur austauschen kann. Ich habe das im Artikel der Jungle World als Darstellung der Schuldigen bezeichnete Video nicht einmal erstellt und verbitte mir solche Unterstellungen.“

  8. „Als unschuldiges Opfer hat Dee Ex jedoch ein Problem: den Nationalsozialismus und die Shoah…“Dass der Nationalsozialismus böse ist, wurde ja nun schon weltweit gelehrt. Aber was bitte ist die Shoah? Ist die auch böse? Tut mir leid, dass ich nur eine „dumme“ Hauptschulabsolventin bin, die nicht alles wissen kann. Im nächsten Artikel möchte ich gern erfahren, was genau „mein Problem“ sein soll. Mit Phrasen und Invektiven kann ich nämlich nichts anfangen.
  9. „Die Musikerin möchte zwar keinesfalls als Nazi bezeichnet werden. Da es in ihr aber denkt wie in einer Nationalsozialistin, fühlt sie sich unter Menschen gleicher Gesinnung pudelwohl.“ Richtig. Unter Menschen gleicher Gesinnung fühle ich mich pudelwohl. Dabei ist es mir egal, ob sie bisher, wie unter Punkt 1 erwähnt, in der Partei Die Linke, bei der SPD, bei den konservativen und liberalen Parteien bis nach ganz rechts außen, wo schon wieder links anfängt, tätig waren. Ich freue mich über jeden Menschen, der verstanden hat, worum es mir geht und der nun mithelfen möchte, dass wir einen gemeinsamen Nenner finden, auf dem wir aufbauen und die Missstände in unserer Heimat und später auch wieder darüber hinaus abbauen können. Mir geht es um ein „Miteinander“ und nicht um ein „Gegeneinander“, bei dem der eine den anderen physisch oder psychisch niederschlägt und zurücklässt, nur um selbst als Held in die Geschichte einzugehen.
  10. „So machte sie sich am 13. Februar auf nach Dresden. Dort unterhielt sie sich einem Bericht auf ihrem Blog zufolge »mit einigen aus den Reihen dieser angeblichen Nazis vorurteilsfrei« und war angetan vom »kameradschaftlichen Halt im deutschen Widerstand«.“Auch hier bitte ich darum, beim nächsten Mal besser zu recherchieren. Hätte man „alles“ gelesen und sich nicht nur die Sahnestückchen herausgesucht, um einem Menschen Dinge anzudichten, die nie passiert sind, wäre sicherlich aufgefallen, dass ich auf die Frage, ob ich auch in Dresden anzutreffen bin / war, geantwortet habe, dass ich krank war und den Opfern zumindest eine Kerze ins Fenster stellte, um Ihrer zu gedenken. Das mit dem „sich vorurteilsfrei mit Andersdenkenden unterhalten“ kann ich nur jedem ans Herz legen, der gern Missverständnisse aufklären und gemeinschaftlich nach Lösungen für die uns alle betreffenden Probleme suchen möchte.
  11. „Es gibt zwar auch Zweifler wie »Franko«, der auf »Gesamtrechts« schreibt: »Es ist schon weit gekommen, dass selbst Patrioten solch importierten Dreck toll finden können. Diese Ghetto-Musik ist nicht Deutschland!« Doch »Gernot« beschwichtigt: »Weder die Musikbegleitung noch der Kehrreim (Refrain) wirken hier irgendwie afrikanisch.« Und selbst für »Franko« dürfte das von Dee Ex auf dem Nid-Infoblog hinterlassene Angebot gelten: »Hand in Hand fürs Vaterland!«“Oberflächliche Mitläufer und Hobbyrassisten gibt es überall – ich denke nicht, dass die Seite Gesamtrechts zu verantworten hat, dass sich dort Möchtegern-Faschos tummeln und sich mit unmöglichen Sprüchen, wie das Beispiel Franko zeigt, selbst aufwerten müssen. Vielleicht hätte man hierzu auch meine Reaktion auf diesen Spinner erwähnen sollen. Na egal. Man ist es ja gewohnt, dass man Teile der Wahrheit weglässt, um mehr Fassungslosigkeit bei den Lesern zu bewirken…