Archiv | 18. März 2010

„Bürger in Wut“ im Kampf gegen Kindesmissbrauch

Ich muss nun leider das nächste unangenehme Thema ansprechen und erwarte eine rege Diskussion und evtl. ein paar „dankende“ Worte an die Etablierten, die – so sieht es leider aus – Wichtigeres zu tun haben, anstatt sich ernsthaft mit dem größten Problem in der Politik und dem Strafrecht, dem sexuellen Kindesmissbrauch, auseinanderzusetzen.

Unsere Kinder sind unsere Zukunft!! Wer lieber Geld in die Rehabilitation der „unheilbaren“ Köpfe von Pädophilen steckt, anstatt sich für eine Aufhebung der strafrechtlichen Verjährung bei sexuellem Missbrauch von Kindern auszusprechen, ist es in meinen Augen nicht wert, sich „Volksvertreter“ nennen zu dürfen!!

Denken die Damen und Herren der SPD, CDU, FDP, B90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE etwa, dass eine Seele und ein Herz sich nach Ablauf der Verjährungsfrist selbst geheilt haben, der Kopf der Missbrauchsopfer von ihnen durch genügend andere Probleme, von anderen Leuten, aus anderen Ländern, gewaschen wurde und die Opfer deswegen keinen Anspruch mehr auf Klageerhebung haben dürfen? Was, wenn es deren Kind wäre, dass sich erst nach der Verjährung traut, über diese Dinge zu sprechen?

Oftmals verdrängen Missbrauchsopfer die Ereignisse ihrer Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter – leben mit der Demut, die sich leider zuoft in Aggressionen an anderen oder sich selbst bishin zum Suizidversuch entlädt! Erst dann ist bei diesen Menschen staatliche, fürsorgliche Hilfe und soziale Kompetenz bitternötig; doch diese bleiben wegen einer nichtgeschlossenen Gesetzeslücke aus!

Möglicherweise lebt der Täter noch und sucht/e sich weitere Opfer, deren Missbrauch im schlimmsten Fall sogar zur bis heute unaufgeklärten Todesfolge geführt haben könnte, die man widerum niemals aufklären würde, wenn durch die Verjährungsfrist keine Anzeige mehr gegen den Vergewaltiger und potentiellen Mörder erstattet werden darf…

Ich stelle Euch einen brisanten Artikel eines vertrauenswürdigen Gastautors vor:

Heute hat die Bremische Bürgerschaft (Landtag) debattiert.

Unter anderem stand das Thema „Strafrechtliche Verjährung bei sexuellem Mißbrauch von Kindern“ auf der Tagesordnung.

12.000 Mißbrauchsfälle wurden im letzten Jahr bundesweit aktenkundig. Experten gehen davon aus, daß deutschlandweit jährlich bis zu 300.000 Kinder von sexueller Gewalt betroffen sind.

Nach derzeitiger Rechtslage verjähren diese schrecklichen Taten nach 10 Jahren, in schweren Fällen nach 20 Jahren.

Da die Opfer zum Teil erst Jahrzehnte nach den Taten über ihre Erlebnisse sprechen können, ist eine Strafverfolgung in diesen Fällen nicht mehr möglich.

Deshalb müssen die strafrechtlichen Verjährungsfristen bei sexuellem Mißbrauch von Kindern aufgehoben werden!

Aber nicht nur im Strafrecht, sondern auch im Zivilrecht besteht dringender Handlungsbedarf: Zivilrechtliche Ansprüche gegen die Täter unterliegen auch der Verjährung. In den meisten Fällen tritt die Verjährung drei Jahre nach Vollendung des 21. Lebensjahres ein, nur in schweren Fällen später.

Der Landtagsabgeordnete Jan Timke (BÜRGER IN WUT) hat deshalb einen Antrag in die Bremische Bürgerschaft eingebracht, der die Aufhebung der straf- und zivilrechtlichen Verjährungsfristen bei diesen Delikten im Rahmen einer Bundesratsinitiative durch das Bundesland Bremen fordert.

In seiner Begründung führte Timke u.a. aus:

„Mit der in meinem Antrag geforderten Aufhebung der straf- und zivilrechtlichen Verjährungsfristen unterstreichen wir die Bereitschaft der Gesellschaft, das lebenslange Leid der Opfer sexueller Gewalttaten anzuerkennen. Wir geben ihnen so die Gewißheit, daß der Staat auch noch Jahrzehnte nach dem Verbrechen auf ihrer und nicht auf der Seite der Täter steht, wenn es um die Strafverfolgung und den Ausgleich des materiellen Schadens geht.“

Der Antrag wurde mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP, B90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE abgelehnt.

Mehr Informationen über die BÜRGER IN WUT findet Ihr unter www.buerger-in-wut.de