Afghanistan: Vor der Offensive – IMI-Analyse 2010/023

Vielen Dank an Arno Neuber für seine aktuelle Analyse bei der Informationsstelle Militarisierung e.V. vom 23.06.2010:

Ende April war ISAF-Kommandeur McChrystal in Berlin, um die weitere Kriegführung im Norden Afghanistans abzustimmen. Mitte Mai tagten die Verteidigungsminister und Militärchefs der truppenstellenden Nationen im Regionalkommando Nord in der deutschen Hauptstadt.


Deutschland spielt eine immer gewichtigere Rolle im Krieg am Hindukusch.

Den Nord-Provinzen Afghanistans, in denen die Bundeswehr das Kommando hat, kommt inzwischen eine kriegsentscheidende Schlüsselstellung zu. Immer größere Nachschubmengen muss die NATO durch diese Region heranführen, um ihr riesiges Interventionsheer zu versorgen.

Da der Transport über Pakistan und den Khyber-Pass immer problematischer wird – auf dieser Route sollen im vergangenen Jahr mehr als 450 Lastwagen bei Angriffen zerstört worden sein – weigern sich inzwischen viele angeheuerte LKW-Fahrer, Material für die NATO-Truppen zu transportieren. Diebstähle und Sabotage bereits in den Häfen sorgen für weitere Ausfälle.

Die neuen Versorgungsrouten der NATO führen daher von Litauen (Northern Distribution Network Route 2), von Georgien (NDN Route 3) und über Kirgisistan und Tadschikistan (NDN Route 4) in den Norden Afghanistans. Derzeit wird eine Eisenbahnlinie von der usbekischen Grenze (Hairatan) nach Mazar-e-Sharif gebaut, die künftig große Bedeutung für den Nachschub bekommen soll. Nach massivem Ausbau landen seit Januar Großraumtransportflugzeuge vom Typ Antonow AN-124 auf dem deutschen Flugplatz in Mazar-e Sharif. Das ermöglicht der Bundeswehr, schwere Waffen und Großgerät in die Nordprovinz einzufliegen. Die Antonow kann ganze Hubschrauber, Panzer und Artilleriegeschütze transportieren.

Aufmarsch im Norden
Die US-Armee verlegt seit Monaten eigene Truppen in die Nordprovinzen. Anfang des Jahres war noch von 2.500 Mann die Rede, dann sollten es 5.000 werden. Inzwischen ist von insgesamt 12.000 US-Soldaten zu lesen, die mit Kampfhubschraubern und weiteren schweren Waffen bis zum Sommer in einer entscheidenden Offensive gegen die Aufständischen in Nordafghanistan antreten sollen.

In Berlin war man in den letzten Monaten heftig bemüht, die eigene Führungsrolle in Nordafghanistan zu betonen und die Kommandostäbe auszubauen, um nicht vom US-Aufmarsch „überrollt“ zu werden. So wurde die Äußerung von ISAF-Kommandeur McChrystal bei seinem Berlin-Besuch im April groß herausgestellt, „er habe keinerlei Bedenken, amerikanische Truppen unter deutsches Kommando zu stellen, sondern höchstes Vertrauen“. Bei dieser Gelegenheit wurde aber auch deutlich, dass die deutsche Propaganda-Linie, für den schmutzigen Teil des Afghanistan-Krieges die US-Truppen verantwortlich zu machen, nicht mehr funktioniert. Hatten Bundeswehr-Generale noch vor dem McChrystal-Besuch bestritten, dass es in der Truppe Pläne zur „counter insurgency“ (Aufstandsbekämpfung) gebe, hat der ISAF-Chef deutlich gemacht, dass es sowohl im Süden als auch im Norden Afghanistans um nichts anderes geht. „Das Regionalkommando Nord und dessen deutscher Kommandeur trage dafür die volle und uneingeschränkte Befehlsgewalt.“ Und auch die Operationen US-amerikanischer Spezialkommandos, die Jagd auf angebliche oder tatsächliche Aufständische machen und gezielte Tötungen praktizieren, sind mit der Bundeswehr koordiniert. „Deutsche Begleiter des Generals wiesen später darauf hin, dass es auch keinerlei Operationen von amerikanischen Spezialkräften im Norden gebe, die nicht vom deutschen Kommandeur angefordert oder ausdrücklich genehmigt seien“.[1]

NATO-Russland-Connection
Weil die Nachschubfrage für die NATO in Afghanistan inzwischen eine existenzielle Bedeutung gewonnen hat, sind die Beziehungen zu Russland in den letzten Monaten immer intensiver geworden. Im Sommer 2009 hat die US-Regierung ein Abkommen mit Russland geschlossen, das es den US-Militärs erlaubt, Waffen, Militärtechnik und Soldaten durch Russland in Richtung Afghanistan zu transportieren. US-Militärtransporter können jährlich 4.500 Flüge über russisches Territorium an den Hindukusch unternehmen. Das Pentagon hat für seinen Afghanistan-Nachschub außerdem alle in Russland verfügbaren Antonow-AN-124-Transporter bis zum Jahr 2016 gemietet. Russland hat inzwischen den US-Militärs sogar ein Joint Venture zur gemeinsamen Produktion der Antonow angeboten.

Weitere Transitverträge wurden mit Deutschland, Frankreich und Spanien vereinbart. NATO-Generalsekretär Rasmussen hat wiederholt mit russischen Militärs und Regierungsvertretern über die Lieferung von Waffen für die afghanische Armee und sogar über die Entsendung russischer Militärausbilder verhandelt.[2]

Explodierende Kriegskosten
820,7 Millonen Euro sollte der Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch im Jahr 2010 ursprünglich kosten. „Einsatzbedingte Zusatzkosten“ nennt das der „Verteidigungs“etat. Dann wurden 832 Millionen Euro eingeplant. Inzwischen ist man bei 1,059 Milliarden Euro angelangt. 181 Millionen sind im Etat des Außenministers eingestellt, zwölf Millionen kommen aus dem Innenministerium und 250 Millionen aus dem Entwicklungshilfeministerium. Über die Kriegskosten im Jahr 2011 will man im Finanzministerium erst gar keine Aussage machen. Diese entziehen sich „mangels Vorhersehbarkeit der weiteren Rahmenbedingungen des Einsatzes einer seriösen Prognose“[3].

Eine Studie des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt inzwischen zu dem Ergebnis, dass die realen Kriegskosten dreimal höher sind, als die offiziell eingestandenen. Die Autoren addieren zusätzlich zu den Posten im „Verteidigungs“etat die Kosten, die in anderen Haushaltstiteln untergebracht sind. Außerdem die Belastungen durch Tot und Verwundung von Soldaten, die Zinskosten für die Finanzierung des Krieges und durch den Bundeswehreinsatz unterbliebene Investitionen in anderen Wirtschaftsbereichen.

Gegenwärtig, rechnet die Studie vor, koste der Bundeswehreinsatz in Afghanistan drei Milliarden Euro pro Jahr. Wenn die Truppe nicht weiter aufgestockt wird und 2013 mit dem Rückzug beginnt, könnten sich die Gesamtkosten für die Beteiligung Deutschlands am Krieg in Afghanistan auf 36 Milliarden Euro belaufen. In einem pessimistischeren Szenario müsste die Anzahl der eingesetzten Soldaten verdoppelt werden und an einen Abzug wäre erst im Jahr 2020 zu denken. Dann würden sich laut DIW auch die jährlichen Kriegskosten verdoppeln.[4]

Der Einsatz nach dem „Abzug“
Derzeit kauft „Verteidigungs“minister Guttenberg gepanzerte Fahrzeuge für den Afghanistan-Einsatz in der Schweiz ein und lässt Panzerhaubitzen und weitere Schützenpanzer ins Kriegsgebiet verlegen. Nach seinen Aussagen ist das keine Aufrüstung, sondern lediglich die Reaktion „auf die jeweilige Notwendigkeit vor Ort“. Tatsächlich trommelt die militaristische Fraktion in CDU, CSU, FDP und SPD seit langem für die Aufstockung deutscher Feuerkraft am Hindukusch.[5] Auch wenn nach dem Tod deutscher Soldaten im April der Versuch unternommen wurde, die deutsche Aufrüstung am Hindukusch als Schutz für die Soldaten propagandistisch zu verkaufen – der Zusammenhang ist ein anderer.

Die Bundeswehr geht seit längerem offensiv gegen Aufständische vor. Mitte 2008 hat man die die „Quick Reactin Force“, die Einsatzfeuerwehr der NATO übernommen, im Sommer 2009 wurden die Einsatzregeln in Richtung offensives Vorgehen verändert. Bei der Operation „Adler“ setzte die Bundeswehr erstmals Mörser und Schützenpanzer ein. Im September 2009 folgte das Massaker von Kundus. Gerade hat die Truppe eine vierwöchige Offensive, die Operation „Taohid II“ abgeschlossen, bei der es darum ging, „den Einfluss regierungsfeindlicher Kräfte“ im Raum Kundus, „insbesondere auf die Hauptverbindungsstraßen nach Norden zu mindern“.[6]

Die Bundeswehr wird in diesem Sommer im Zentrum einer Offensive stehen, bei der die NATO versucht, das Heft des Handelns wieder in die Hand zu bekommen. Tote sind ausdrücklich eingeplant und der „Verteidigungs“minister lässt keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen. „Tod und Verwundung sind Begleiter unserer Einsätze geworden und sie werden es auch in den nächsten Jahren sein – wohl nicht nur in Afghanistan“, erklärte der Minister bei der Trauerfeier für deutsche Soldaten am 24. April und entblödete sich nicht, den Tot der Soldaten damit zu rechtfertigen, sie seien gestorben „für die Gewissheit, ihre und unsere Freiheit, das Leben unserer geborenen wie ungeborenen Kinder, unserer Familien zu schützen. Auch und gerade in Afghanistan.“[7]

Dass der Krieg für die NATO noch zu gewinnen ist, glaubt indessen weder in Berlin, noch in Brüssel oder Washington irgendjemand. Die militärische Offensive in Afghanistan und die Operationen in Pakistan sollen die Aufständischen unter Druck setzen und zu Verhandlungen zwingen. Über die Frage wer mit wem verhandelt und wie ein künftiges Regime von NATO-Gnaden in Kabul aussehen soll, gibt es dabei heftige Konflikte zwischen den NATO-Staaten und dem derzeitigen Statthalter Hamid Karzai.

Wenn „Verteidigungs“minister Guttenberg laut über die nächsten Jahre in Afghanistan nachdenkt, dann zeichnet er das Bild eines Afghanistan, in dem die NATO ihre Interessen nicht mehr mit massierter Truppenstationierung, sondern „punktuell mit wenigen speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Kräften“ durchsetzt.[8]

Herfried Münkler, Vordenker der asymmetrischen Kriegführung, setzt dem Konzept des „nation building“ das der „imperialen Beherrschung“ des Raumes entgegen, in dem die imperialen Mächte mit Drohnen und Marschflugkörpern von außen agieren. Das Land wird so in einem permanenten Kriegszustand gehalten. „Ein dauerhafter Frieden ist gar nicht das Ziel, (…) die Ausbeutung von Rohstoffen ist auch so möglich (…) Man kann auch Geld für private military companies wie Blackwater ausgeben. Man investiert in frühere Elitesoldaten von der SAS oder auch der KSK und daneben gibt es das billige Fußvolk für Transport, Logistik oder um Gebäude zu sichern (…) die Söldner kommen aus Pakistan, Bangladesch, von den Philippinen oder aus Afrika.“[9]

Der Ansatz entspricht dem, was auch Denkfabriken in den USA, die der Obama-Regierung nahe stehen, als realistische Möglichkeit sehen, um den künftigen Einfluss des Westens in Afghanistan und darüber hinaus in Zentralasien zu sichern.[10]

„Solidarität mit den Soldaten“
Besorgniserregend für die Bundeswehrführung und die Regierung in Berlin ist die Tatsache, dass nicht nur nicht gelingt, die „Heimatfront“ für den Krieg am Hindukusch zu begeistern, sondern dass die Ablehnungsfront gar weiter wächst. Nach acht Jahren Salamitaktik, Wortklauberei, Beschönigung und schlichten Lügen ist man daher in den letzten Monaten zur Offensive übergegangen: Der Krieg am Hindukusch darf nun zumindest als „kriegsähnlicher Zustand“ bezeichnet werden. Mit großangelegtem Totenkult und Heldenmythos versucht der „Verteidgungs“minister und seine Generale den Tot deutscher Soldaten für eine Solidarisierungskampagne auszuschlachten.

Unterstützung kommt dabei vom gerade abgetretenen Wehrbeauftragten des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), der die Gewerkschaften aufruft, in Reden zum 1. Mai sich mit den Afghanistan-Kämpfern zu solidarisieren und Bundeswehrsoldaten in Uniform Vorrang bei Zoobesuchen und Fußballspielen einzuräumen.[11]

Mit von der Partie ist auch eine Website, auf der dazu aufgefordert wird „unabhängig von politischer Einstellung zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr“ in einem Gästebuch „Achtung für den Dienst“ der Soldaten auszudrücken – „jenseits vermeintlicher Heldenverehrung“.

Die angeblich unabhängige Position ist jedoch reiner Schwindel. Beiträge, „die nicht zur moralischen Unterstützung der Einsatzsoldaten beitragen sind weder erwünscht, noch werden diese veröffentlicht“, heißt es im redaktionellen Teil. Trotz der Ankündigung, dass Beiträge mit „niveaulosem und/oder politisch propagandistischem Inhalt“ nicht publiziert werden, ist zum Beispiel mit Datum vom 30.04.2010 folgender Eintrag von „Oliver“ zu finden:
„Soldatinnen und Soldaten, als Nichtgedienter und Ex-Zivi möchte ich Euch für Euren mutigen Einsatz nicht nur in Afghanistan danken. Im Gegensatz zu den Politikern und Bessermenschen in der Heimat empfinde ich große Hochachtung für Euch und Eure Mission! Lasst Euch nicht unterkriegen und tretet den Terroristen ordentlich in den Allerwertesten.“ Und einen Tag zuvor ist unter dem Kürzel J.M. zu lesen: „Das deutsche Volk grüßt seine Soldaten!“[12]Plumpe Kriegpropaganda also, die noch mehr Blut kosten wird.

Dazu gehört auch, dass der „Verteidigungs“minister sich in der „Welt am Sonntag“ mit gelber Schleife, dem „Zeichen der Solidarität mit Soldaten im Auslandseinsatz“ ablichten lässt.

Tod und Verwundung von Soldaten in Afghanistan hätten ihn tief berührt, diktiert er dem Interviewer und kündigt sofort die nächsten Toten an. „Aber deshalb stelle ich unser Engagement nicht in Frage. Das Schlimmste wäre der Eindruck, Gefallene oder Verwundete seien ohne Sinn geopfert worden.“ Und für welchen Sinn wurden sie geopfert? Vielleicht für „geostrategische Überlegungen“, die laut „WamS“ in anderen Ländern „selbstverständlich“ sind? „Aus einer historisch bedingten Verschüchterung heraus“ werden in Deutschland solche Debatten „nicht in der nötigen Offenheit geführt“, klagt der Minister und macht in Selbstkritik. „Ich halte mir dabei auch selbst den Spiegel vor.“[13] Muss er gar nicht. In einem Interview mit „Die Zeit“ hatte er bereits am 28. Januar 2010 in entwaffnender Offenheit gesagt, wofür am Hindukusch getötet und gestorben wird: „Zum deutschen Interesse gehört auch regionale Stabilität. Ein dauerhaft instabiles und implosionsträchtiges Afghanistan – das gleichzeitig über Grenzen hinweg ansteckende Elemente hat – das muss uns beunruhigen. Es handelt sich in der Gesamtregion um ein Kerngebiet, bei dem deutsche Sicherheits-, aber auch Wirtschaftsinteressen berührt sind, Stichwort Energie.“


Wir zahlen nicht für eure Kriege!

Im „ZDF-Politbarometer“ vom 21. Mai 2010 lehnen 95 Prozent der Bundesbürger Sparrunden bei der Bildung ab, 93 Prozent sind gegen Kürzungen bei Kinderbetreuung, 83 Prozent gegen Streichungen im Gesundheitswesen und 75 Prozent lehnen Kürzungen im Umweltschutz ab. Auf Sparpotentiale angesprochen, nennen 82 Prozent „Rüstung und Verteidigung“, nur 15 Prozent lehnen Kürzungen in diesem Bereich ab. Ein Tiefschlag für Guttenberg und seine Generale.

Dennoch wurde gerade zum ersten mal ein deutscher Kampfverband, das Jägerbataillon 291, dauerhaft in Frankreich stationiert, erhält die Truppe „die modernste persönliche Ausrüstung und Bewaffnung, die das deutsche Heer zu bieten hat“, wie die Bundeswehr-Website meldet.

Dennoch werden die deutschen Heereskampftruppen ab 2012 „über das modernste Infanteriesystem der Welt verfügen“. Die Soldaten sollen dann für ihre internationalen Kampfeinsätze „eine Hightech-Ausrüstung erhalten, die alles bisher da gewesene in den Schatten stellt.“ Die Ausrüstung und Bewaffnung, die für den Kampf im „urbanen Umfeld“ konzipiert wurde, wird von den Rüstungskonzernen Rheinmetall, EADS und Thales geliefert. Sie konnten für die Entwicklung „opulente Forschungskosten in zweistelliger Millionenhöhe“ abrechnen. Aber Geld spielt keine Rolle, „denn mit der Hightech-Ausrüstung will Deutschlands militärische Führung bei landzentrierten Operationen in allen denkbare Einsatzspektren durch überlegene Führungsfähigkeit, hohe Kampfkraft und optimierten Schutz auftrumpfen.“[14]

Dennoch will Heeresinspekteur Werner Freers die Kampftruppen der Bundeswehr deutlich vergrößern, um die Bundeswehr auf langwierige, „robuste““ Einsätze wie in Afghanistan auszurichten. Und FDP-Wehrexpertin Hoff ergänzt, beim neuerlichen Umbau der Truppe sei nicht nur an Afghanistan gedacht. Die Entwicklung dort liefere nur den Anlass.

Von der Ablehnung in Umfragen bis zum wirksamen Widerstand ist also ein langer Weg. Und die nächsten Kriege werden gerade vorbereitet.

Quellen:

[1]„McChrystel wirbt für sein Konzept“, FAZ.net 21.04.2010

[2]„Rasmussens langer Wunschzettel an den Kreml“, RIA Novosti, 15.12.2009

[3]„Afghanistan-Einsatz kostet 1,5 Milliarden Euro“, Wirtschaftswoche online, 24.04.2010

[4]„Bundeswehreinsatz in Afghanistan dreimal so teuer wie bekannt“, spiegel-online, 20.05.2010

[5]vgl. z.B. „Den Krieg führen – mit noch mehr Soldaten“, IMI-Magazin Ausdruck, Februar 2010

[6]„Operation in Nordafghanistan abgeschlossen“, http://www.bundeswehr.de, 18.05.2010

[7]„Bundeswehr nimmt Abschied von gefallenen Kameraden“, http://www.bundeswehr.de, 24.04.2010

[8]„Guttenberg: Einsätze in Afghanistan auch nach Abzug“, http://www.welt.de, 9.5.2010

[9]“Eigene Opfer riskieren, um Vertrauen zu gewinnen“, sueddeutsche.de, 26..01.2010

[10]„Die neue Afghanistan-‚Strategie’: Bürgerkrieg unter westlicher Beaufsichtigung“, IMI-Studie 2009/014

[11]„Robbe will Rückhalt für Soldaten organisieren“, welt-online, 25.04.2010

[12]solidaritaet-mit-soldaten.de

[13]„Guttenberg rechnet mit noch mehr Gefallenen“, Welt am Sonntag, 2.5.2010

[14]Wehrtechnik 1/2010

Der Verein über sich:

„Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. arbeitet seit 1996 in einem breiten Spektrum friedenspolitischer Themen mit einem starken Fokus auf Deutschland und seine Rolle in der Welt.

Als gemeinnütziger Verein ist es unser Ziel mit unseren Analysen und Informationen einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Wir verstehen uns dabei als ein Mittler zwischen der Friedensbewegung und der wissenschaftlichen Bearbeitung von Konflikten und Konfliktkonstellationen durch die Wissenschaft (siehe hierzu auch unsere Satzung).

Die Informationsstelle gibt die Internet-Zeitschrift IMI-List heraus, die wichtige Ereignisse zeitnah kommentiert und auf aktuelle Texte und Informationen verweist.[…]

Über unsere Publikationstätigkeit hinaus führt die Informationsstelle auch regelmäßig eigene Veranstaltungen durch. So widmet sich der jährliche Kongress im November meist einem Thema aus unseren Schwerpunkten und bringt hier fachkundiges Publikum und kompetente Vortragende zusammen. Die Kongresse geben Gelegenheit, sich aktiv in eine laufende, aktuelle Diskussion einzubringen und Informationen zu sammeln. Über unseren großen Kongress hinaus stehen Referentinnen und Referenten aus den Reihen von IMI für kleine und große Veranstaltungen zur Verfügung – siehe auch unsere ReferentInnen-Liste.[…]“

21 thoughts on “Afghanistan: Vor der Offensive – IMI-Analyse 2010/023

  1. Wieder ein Beitrag der sehr lesenswert ist.
    Was die Staatsführungen dieser Kriegstreiber-Staaten (BRD eingeschlossen)dort treiben ist die eine(höchst verabscheuenswerte)Sache. Die andere ist die der Soldaten.Ich kann einfach nicht heulen und mich in „gelbe Schleife“ Bücher eintragen , wenn ich weiß, das ein Großteil der Soldaten wegen der Kohle dort ist.Ich habe in meiner Kundschaft einen Soldaten aus dem Afghanistan Einsatz, der bei einem Anschlag auf den Bus „nach Hause“ schwer verletzt wurde.Dieser hat sich nach Genesung und Therapie erstmal ein neues Auto und ein ATV gekauft. Aussage von ihm: „wenn du die ganze Zeit durchhältst, kannste dir anschließend eine C-Klasse kaufen“.Ich weiß nicht was eine C-Klasse ist oder kostet-eins zeigt es aber deutlich-auch beim Soldaten dort geht es nur um das Geld was man dabei verdienen kann.
    Das ist und war im Kosovo so, in Afrika ……….
    Alles Übel der Welt, begründet sich im Geld.

    • „Wer der Meinung ist, dass man für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, dass er für Geld alles zu tun bereit ist.“ (Benjamin Franklin)

    • Es gibt in Deutschland sogar Leute, die arbeiten Nachts, nur, weil es dafür mehr Geld gibt! Ja und andere spielen Fußball und werden bejubelt!

      Eine deutsche Regierung ist damals Verpflichtungen eingegangen. Das kann man sicher bedauern. Letztendlich ist es aber normal, daß ein Staat Streitkräfte hat und er sie zur Erreichung seiner Ziele auch einsetzt. Das mag die eigene Aufwertung sein, besseres Ansehen, gutes Verhältnis zu Amerika. Sicherung des Zugangs zu Rohstoffquellen oder Handelswege. Ja, das ist alles höchst verabscheuungswürdig, viel lieber hätten wir, daß die Regierung den Bettel hinschmeisst und ruft: Wir haben den Mund zu voll genommen, macht Euren Dreck doch alleine und im Übrigen ist es uns egal, ob Ihr meint, Deutschland wäre aussenpolitisch zuverlässig – drauf gehustet.

      Dieses ganze linke Gebarme über Militarisierung ist nur Heuchelei. Linke hatten nie Probleme ihre Streitkräfte zur Erreichung ihrer Ziele einzusetzen. Nicht mal im Inneren. Linke hatten auch nie Probleme, gegen die Pershings Amok zu laufen, die SS- 20 hingegen waren voll knorke, denn der Frieden muß bewaffnet sein.

      Und klar, wäre der Idealsoldat der, der um des Ruhmes Willen völlig umsonst dient, so stellt sich das klein Lieschen wohl vor, in ihrer Einfalt. Sich für das Geld aber ein Bein oder einen Arm, oder den Kopf wegschiessen zu lassen, da ist der Zuschlag noch viel zu wenig.

      • Hoppla,
        hier werden einige Sachen durcheinander gewürfelt!
        1.wir sind dort nicht wegen Rohstoffen und Handelswegen (jedenfalls nach offizieller Meinung)sondern um den Terrorismus zu bekämpfen!
        2. der Krieg ist ein klarer Verstoß gegen das GG
        3. auch die Nato ist „nur“ ein Verteidigungsbündnis

        Wenn man mal alle Punkte zusammennimmt, sind wir in einem Krieg der gesetzwidrig ist, absolut keine deutschen Interessen vertritt und außer Schulden und grenzenlosen Hass gegen Deutschland nichts nennenswertes hervorbringt.
        Von den Bodenschätzen die dort kürzlich „gefunden“ worden sind, werden sich die „Multis“ dieser Welt die Taschen füllen.
        Da kann sich dann der Afghanistan-Veteran in zwanzig Jahren in seinem Rolli zurücklehnen und dem steigenden Kurs der Afghanischen Rohstoffe zusehen, wärend ihm die kirgisische Pflegepuppe seinen Urinbeutel erneuert.
        Abgestellt in einem 300-Seelen Pflegeheim für „Heimkehrer“,wird er bluthustend und vollgeschissen bis zum Stehkragen seinen verklärten Blick zum Fenster lenken, in der Hoffnung auf einen erfrischenden Blick auf ein Mohnfeld im Hindukush.
        Ein Soldat ist ein Söldner-das ist klar.
        Der Unterschied ist, ob er sein Heimatland vor Eindringlingen schützt, oder ob er für die weltweite Industriemafia fremde Völker ermordet!!!!!!

  2. Wichtig, immer wichtiger täglich es den Menschen zu sagen was gespielt wird in der „großen Politik“ in der Verbrecherpolitik.
    Man muss nur die Massen vom Flachbildschirm abbringen, die heile Welt, die täglichen Lügenpropaganda treibt uns in den Ruin- wann schalten die Deutschen endlich ihre Gehirne wieder an?
    Ohne Handeln lässt sich die Autokratie und Plutokratie nicht bekämpfen!
    Danke für die Newsletter!
    gerd
    Gute Besserung!!!

    http://www.deutschland-quo-vadis.de

  3. Ich frage mich nur, wann sie (die Verräter) denn endlich ein Gesetz für den Einsatz der Bundeswehr im Inneren durchdrücken. Auf den kommenden Bürgerkrieg im Lande können sie sich in Afghanistan jedenfalls schon richtig gut vorbereiten…

  4. …und das alles für einen Krieg der nicht zu gewinnen ist.
    Aber es gibt und gab immer Kriege die nichht zu gewnnen waren bzw. sind.

    Das schlimme ist nur, das die Bundeswehr zu einem dreckigen Söldnerhaufen mutiert.
    Mir tut das sehr wehr, das ich in der Tradition der preussiscch-deutschen Armee stehe, die niemals für fremde Interessen einen Schuß abgegeben hat.

    Und in der Zeit, als diese Armee für eine Ideologie mißbraucht wurde und einen Krieg führte der so nicht zu gewinnen war, gab es Leute wie Stauffenberg die versucht haben diesen Zusatand zu beenden.

    Gibt es in der Bundeswehr Offiziere die den Arsch in der Hose haben…NEIN zu sagen?
    Sicher nicht….sie haben ihre EHRE an das System verkauft.
    Vaterlandslose und ehrlose Gesellen….mehr ist da nicht zu sagen.
    Sie haben ihren Eid gebrochen.
    „Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.“
    (§9 Soldatengesetz, Eidesformel für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit)

    Sie verteidigen nicht das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes.
    Sie dienen einer fremden Macht und haben somit Deutschland verraten.
    Schande über sie.

    Vor vielen Jahren schwur ich einen Eid.
    „Ich schwöre, der Deutschen Demokratischen Republik, meinem Vaterland…allzeit treu zu dienen……“

    Als ich bemerkte, das ich nicht meinem Vaterland sondern den Russen und ihrer KPdSU und somit auch der SED diente, zog ich meine Konsequenzen.

    Ich fühle mich auch heute noch an diesen Eid gebunden….meinem Vaterland (Deutschland) treu zu dienen.
    Deswegen bin ich hier!!!!
    Feldwebel J.C.
    (zum Soldaten degradiert danach verurteilt vom Militärgericht Erfurt wegen § 220)
    Aufklärungszugführer Artillerieregiment 4 Erfurt
    4. mot. Schützen Division der NVA

    PS: Die haben mir einfach meine Tressen mit der Schere abgeschnitten. Schändlicher gings nimmer.
    Lieber tot als rot du Kommissarschwein…waren meine Worte in das fette Gesicht des Politoffiziers der diese Handlung vollzog.

    §220 in der DDR ist ähnlich dem §138 in der BRD

    • An DNVP, Orkan, KD und die anderen die gestern abend im Chat waren……..ihr seht wie mich sowas aufwühlt wenn es um militärische Sachen geht.
      Wir hatten ja das Thema.
      Danke auch an DNVP der meinen Beitrag im chat gelöscht hat, als es um die 08 Parabellum ging. Ich liebe dieses Teil.🙂

      • ganz im Gegensatz zu der russischen Makarov…wo man auf 20m noch nicht mal ein Scheunentor getroffen hat.
        War nur für den Nahkampf geeignet🙂

        So und jetzt isses gut.
        Lasst euch in der Hitze braten Freunde🙂

  5. Ich möchte zum Artikel anmerken daß, eine vernünftige Verteidigunspolitik durchaus ihre Berechtigung in einem souveränen Staat hat!
    Aber in Grundkern hat der Artikel oben recht,vor allem beleuchtet er wieder die neue Lüge im Spracharsenal der Bundesregierung, das so viel zitierte Wort der letzten Monate :“Geostrategie“.
    Man muss kein Bismarck sein um zu sehen daß, im Bezug auf deutsche Interessen, hier etwas nicht stimmen kann. Wenn man sich den Aspekt der wirtschaftlichen Notwendigkeit und sich der geographischen Position Afghanistans bewußt wird, frage ich mich ob die Bundesregierung endlich bereit ist die Katze aus dem Sack zu lassen.
    Denn dann macht daß alles einen Sinn, nämlich zuzugeben das Sie:
    1. Totale Versallen der USA sind.
    2. Die wirtschaftliche Notwendigkeit darin besteht, den USA Resourcen zu sichern und den Opium Anbau zu schützen.
    3. Sie sich vorbereitet, in mittleren Zeitraum, zumindest die logistische Sicherung der amerikanischen Streitkräfte zu übernehmen, wenn es zum Krieg mit dem Iran kommt.
    4. Auf längere Sicht eine Präsenz zu haben, um eventuell in einem Konflikt mit Pakistan,China und Russland, Abruft bereit zu sein.
    Das gerade Guttenberg, dieser Transatlantiker, sich so weit aus dem Fenster hängt, ist selbstredend!

  6. Die aktuellen Zahlen melden, dass die Bundeswehr hinten und vorne veraltet und unmodern ist.
    Im kommenden Etat sind statt mehr, gleich 10 Milliarden weniger eingeplant.
    Das bei einem BW-Etat von rund 40 Milliarden jährlich, einer Kürzung von 25% gleich kommt.
    Wer kann da noch von Aufrüstung und Kriegsvorbereitung oder Stärkung deutscher Präsenz am Hindukusch oder sonst wo.
    Dazu eine Reduzierung der Wehrpflicht auf 6 Monate, einfach lächerlich.
    Dazu kommen die einem Volsverrat gleich kommenden Zusagen unter den 4 plus 2 Verträgen. Diese reduzieren Deutschland militärisch auf ein Micky-Maus-Format.
    Helmut Kohl, der EURO-LÜGNER, hat dies u.a. zu verantworten.
    Ein solches Land ist dadurch nicht mehr in der Lage sich wirksam zu verteidigen.
    Nicht einmal gegen die Feinde im Innern, da auch bei der Polizei kräftig gespart wird.
    Afghanistan…………..Deutschland könnte sich nicht mal Monaco verteidigen, weil sie sich aus Angst vorher schon ergeben würden.
    Die anglizistische Erziehung über Jahrzehnte lässt grüßen.

  7. Hallo zusammen,

    die ganze Misere mit Afghanistan und so kann ich mir persönlich nur so erklären:
    Nach dem 2. Welt-Krieg haben die Alliierten die Macht übernommen. Die hatten das Sagen und haben es heute leider immer noch. Auf Grund des fehlenden Friedensvertrages sind wir immer noch im Waffenstillstandzustand.
    Wenn die Alliierten pfeifen, müssen wir springen.
    Wie hat doch der alte Adenauer mal gesagt: Vom Deutschen Boden soll nie wieder ein Krieg ausgehen.
    Aber was ist denn in Afghanistan? Ist das nur eine Übung? Nein das ist [b]Krieg[/b]!
    Ich sehe in diesem Krieg eine Paralle zum Vietnam-Krieg. Der wurde auch nicht gewonnen sondern nur beendet.
    So wird es auch mit dem Afghanistan-Krieg sein. Den können wir nicht gewinnen sondern nur beenden!
    Meine Meinung.

  8. Leutez,

    alles, wirklich alles – ist eine Frage der seelischen Reife und dem dort erlangten Zwischenstand.

    Seelische Reife hat nichts mit Intellekt, formaler Schul-Intelligenz oder gar dokumentierter Schläue zu tun.

    Sie gewinnt man durchs eigene AKTIVE Leben, wobei Fehler und erkannte Irrtümer durchaus schulend und somit lehrend wirken können, wenn man es selber für sich zuläßt.

    Wer wirklich seelisch gereift ist, denkt auch an seine Mitmenschen, und gibt ihnen – wenn möglich – Hilfe zur Selbsthilfe, durch Wort, Tat, Vormachen und GEDULD sowie AUSDAUER.

    Das in kurzen, nicht religiösen Worten ausgedrückt, ist der eigentliche Sinn des Lebens – und der wird schamlos und bewußt von Dunkelgestalten, die die rein materielle Gegenposition vertreten, versteckt, abgetarnt bzw. lächerlich gemacht.

    Wer darüber nachdenkt – und dann künftig danach auch handelt, ist auf dem rechten Wege, trotz vieler Stolpereien – und – das eigene Herze sagt es einem, ob es stimmt.

    Ein Ex-Bundeswehr-Heeresausbilder, der seinen „Krummis“ den „Ernst des Lebens“ damals beizubringen versucht hat.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s