Bündnis90 / Die Grünen – Arbeitsgruppe: (pro) Stuttgart 21, April 1995

Alternativ_Innen sind machbar!:mrgreen:

„[…] Die Herausforderung Stuttgart 21, egal wie groß die freiwerdenden Flächen auch sein mögen, muß phantasievoll gelöst werden. […]“
Seite 21

„[…] Wir plädieren für eine kosten- und umweltgünstigere Variante der Modernisierung und Kapazitätserweiterung des Bahnhofs. Stuttgart 21 „Lean“ (Beibehaltung und durchgreifende Modernisierung des Kopfbahnhofs) oder Stuttgart 21 „Kombi“ (Ergänzung des leicht reduzierten Kopfbahnhofes durch vier unterirdische Durchfahrtsbahnsteige vor allem für den Fernverkehr und die S-Bahn) werden von uns favorisiert.[…]“

Aha. Ich dachte, die Grünen sind GEGEN Stuttgart 21? Für die Stimmen des Wählers kann man ja ruhig mal „anders denken“, nicht wahr?

Hier die Pressemitteilung vom MdL Dr. Reinhard Löffler (CDU):

Dr. Reinhard Löffler
Wirtschaftspolitischer Sprecher
Telefon (0711) 20 63-929
Mobil: 0171/3027697
Reinhard.loeffler@cdu.landtag-bw.de
Haus der Abgeordneten 70173 Stuttgart

20. Oktober 2010

P r e s s e m i t t e i l u n g

Löffler: Grüne gaben Anstoß zu S 21

„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“. Dieser Satz wird Konrad Adenauer zugeschrieben. Er spendet allen Trost, die vergesslich sind oder – gleich aus welchen Gründen – ihre Meinung ändern. Trost bedürfen auch die Grünen. In den Jahren 1992 bis 1995 haben sie eine Arbeitsgruppe mit dem Namen „Alternativen sind machbar!“ ins Leben gerufen, die „Grüne Vorschläge zu Stuttgart 21 und dem Entwicklungskonzept Filder“ vorgelegt hat. Diese Arbeitsgruppe war hochrangig besetzt: Winfried Hermann (damals Landesvorsitzender der Grünen in Baden-Württemberg, Fritz Kuhn, damals Fraktionsvorsitzender im Landtag, Biggi Bender, damals stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag, Dr. Michael Kienzle, damals Sprecher der Grünen im Gemeinderat und weiteren 9 Personen).

In diesem 35seitigen Arbeitspapier wird auch eine Planskizze zu S 21 vorgelegt, die mit dem heutigen Entwurf nahezu identisch ist. Vorgeschlagen wurde eine Untertunnelung des Stuttgarter Hauptbahnhofs mit vier Gleisen und einen Tunnel entlang der heutigen Strecke durch den Schlossgarten auf die Filder und von dort nach Ulm. In einer Resolution würdigten die Grünen die Vorteile ihres Tunnelprojektes. Sie hoben die wirtschaftlichen Vorzüge hervor und wiesen auf die ökologischen Folgen eines möglichen Kopfbahnhofs oder eines Ausbaus des Bahnhofs in Bad Cannstatt hin. „Vordergründe Kostenvorteile“ dürften nicht gegengerechnet werden.

Die Resolution, die in den Gemeinderat der Stadt Stuttgart eingebracht wurde, endet mit der Forderung an die Deutsche Bundesbahn „sich unverzüglich und unmissverständlich auf eine Unterfahrung des Stuttgarter Hauptbahnhofs für den Personenschnellverkehr festzulegen und damit dem wichtigen Unternehmensziel der Deutschen Bundesbahn gerecht zu werden, die Attraktivität des schienengebundenen Personenverkehrs gerecht zu werden“. Die Grünen haben diesem Beschluss einstimmig zugestimmt.

Die Grünen haben sich damals schon Argumente herangezogen, die heute von den S 21 Befürwortern auch vorgetragen werden. Sie waren damals die Vorreiter und die Initiatoren für das Projekt S 21. Sie haben das Projekt vorangetrieben. Ihr Meinungsumschwung kann kaum damit erklärt werden, dass sich ihre Gesichtspunkte geändert werden, sondern nur damit, dass sie sich einer Protestbewegung angeschlossen haben, die ihnen bei Wahlen mehr Stimmen einbringen kann. Mit sachlicher Politik hat das nur wenig gemeinsam. Gemeinhin nennt man das Populismus.

 

Dr. Reinhard Löffler MdL

Ein paar Auszüge aus dem „Grünen“ Entwicklungskonzept:

usw. usf. – Wer noch mehr von denen lesen will, die noch „NIE“ mit Stuttgart 21 einverstanden waren und schon „IMMER“ hinter ihren Bürgern standen, der kann  >>HIER<< nachlesen…


16 thoughts on “Bündnis90 / Die Grünen – Arbeitsgruppe: (pro) Stuttgart 21, April 1995

  1. Ein Wort gab es früher dafür mal: „Wendehälse“.
    Da die GrünInnen sich ja schon einige Male gewendet haben ( Atommülltransport während ihrer Regierungsbeteiligung z.B.)
    Wäre doch ein neuer netter Begriff: Propellerkopf.

    LG
    Icke😉

  2. Die Grünen sind durch und durch Opportunisten und Gutmenschen. Sie haben Erfolg, weil ihresgleichen in Massen vertreten ist.
    Auf der – neu gestalteten – Homepage der Bundesempörungsbeauftragten Claudia Roth steht in einem neueren Artikel mit der Überschrift „Die traurigen alten Männer von der CSU“:
    „Und CSU-Rechtsaußen Uhl beklagt sich über ‚fremde Geräusche und Gerüche‘. …“

    Wer in einer derart polemischen Weise über andere Menschen herzieht, der darf auch guten Gewissens als Öko-Faschist bezeichnet werden.
    Offenbar nehmen die Grünen Uhl übel, dass er mal äußerte, dass es zu keiner „ewigen Stigmatisierung der Deutschen“ kommen dürfe. Zitat Wikipedia: „Im Zuge des im Juli 2000 von Bundestag und Bundesrat verabschiedeten Gesetzes zur Entschädigung jüdischer Zwangsarbeiter forderte Uhl, gleichsam auch die deutschen Opfer zu entschädigen.“
    Man weiß ja, wie die Grünen ticken.

    Umso schöner ist es dann, zu lesen, wenn zur Abwechslung auch mal die Grünen ihr Fett abbekommen. Zitat aus der Stupidedia-Enzyklopädie zu Claudia Roth:
    „Am 10.10 1999 wurde während einer Wahlkampfkundgebung von Bündnis68/die Bekifften ein Attentat auf Claudia Fatima Roth verübt. Ohne Vorwarnung trat aus der Besuchermenge plötzlich ein Mann an Roth heran und hielt ihr ohne Vorwarnung einen Spiegel vor das Gesicht. Tief geschockt fiel Roth in Ohnmacht. Der Mann wurde von der jubelnden Menge auf Schultern durch die Straßen getragen und später vom Bundespräsidenten für seine mutige Tat mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.“
    😀

    • „Sie haben Erfolg, weil ihresgleichen in Massen vertreten ist.“

      Wir setzen eben nicht auf Quantität (die nicht artgerechte Massenhaltung), sondern auf Qualität (die Arterhaltung freier, glücklicher Individuen).😀

  3. Pingback: K U L I S S E N R I S S » Grüne Wendehälse und S21

  4. Bin ja mit Sicherheit kein „Fan“ grüner Politik – aber man sollte das Arbeitspapier das hier verlinkt ist schon eben einmal gelesen haben . -> http://www.reinhard-loeffler.de/meldungen/10-10-20-s21-arbeitspapier.pdf

    Da steht explizit drin das die Grünen wohl schon vor 15 Jahren große Bedenken hatten gegen das Projekt .

    ……also dieser Link ist meiner Meinung nach eher ein Nachweis dafür das die Grünen schon vor 15 Jahren ihre Bedenken angemeldet haben ….. ;( ;(

    …leider , hatte mich schon gefreut bei der Nachricht hier im Blog …

    • Hallo oernmaster,

      das Arbeitspapier wurde bereits doppelt im Artikel verlinkt; dennoch lieben Dank für den dritten Verweis.😉 Ich habe die Unterlagen komplett gelesen, allerdings sprechen die o.g. Zitate und „Screenshots“ (wie auch viele weitere Auszüge der pdf-Datei) für sich. Die formalen Bedenken sind nicht ernstzunehmen, da die Grünen nunmal ein Alternativkonzept vorlegten, Skizzen anfertigten, eigene Varianten des Baus favorisierten und Resolutionen einstimmig zustimmten. Heute tun sie gerade so, als wären sie von Anfang an S21-Gegner gewesen… Ich kann auch nicht behaupten, Bedenken bei persönlichem Kontakt mit einem bekannten Massenmörder zu haben und ihn dann trotzdem zum Kaffeekränzchen einladen.

      Kopf hoch! Die Grünen fangen an zu welken…😛

  5. CDU und der (Ganz)normale Warnsinn.
    Mich überrascht das Sinnlos-projekt überhaupt nicht, denke auch die meisten anderen nicht. für ein paar min. zerstören die selbst ernannten Christen (Psydochristen) unsere Kultur wieder einem Denkmal-geschützten Bahnhof mehr. Und das ist doch das eigenliche Drama. Modernisierung, wer braucht das? und wer (mit welschen Recht) behauptet das modernisierung Gut ist? Das Projekt ist schon allein desshalb abzulehnen. Das die Gegner jetzt einen Demogratischen Elementar Fall daraus machen ändert nichts. Auch indirekte Demogratie kann so nicht sein – Ist desshalb abzulehnen.

  6. Die GRÜNEN agieren sehr geschickt. So sind u.a. sie durch die leichtfertige Vergabe der deutschen Staatsbürgerschaft im Zuge ihrer ungezügelten Multikulti-Ideologie für die derzeitigen, gravierenden Missstände in D. mitverantwortlich.

    Doch trotzdem würden ihnen derzeit 20% der Wähler ihre Stimmen geben. Ich frage mich: wie kann das sein? Es müsste den Leuten klipp und klar gesag werden, dass Migranten-Gewalt, antideutschen Rassismus, Islamisierung durch Schönrederei, Verschleierung und Nazikeulen-Taktik (auch) auf die Kappe der GRÜNEN geht.

    In Stuttgart ist es offensichtlich ebenso. Erst dafür, dann sich grünpopulistisch an die Spitze der Gegner stellen und dafür auch noch vom Wähler goutiert werden. Verrückte Welt.

    Es ist Aufgabe der CDU/CSU dieses grüne Wendespiel aufzudecken. Denn hinter deren moralischen Heuchelei a la „Wir sind die Guten“ stecken knallharte machtpolitische Interessen

    op_force

  7. Hat jemand ausser den ersten drei Sätzen der Pressemitteilung etwas gelesen?

    Lesetip: einfach mal Absatz 4.6.1 lesen:

    „Aus heutiger Sicht, vorbehaltlich weiterer Prüfungen, präferieren … (wir) … die Variante Kombi oder Lean …

    Bei der vollständigen Aufgabe aller oberirdischen Bahnflächen besteht die Gefahr, dass für eine Ausweitung des Schienenverkehrs im 21ten Jahrhundert benötigte Flächen für immer verloren sind. Auch halten wir das Finanzierungsrisiko für die vollständige Tieferlegung für zu hoch.
    …“

    Lesen -> Nachdenken -> Verstehen

    und nicht

    Vorgesetzt bekommen -> ungeprüft übernehmen -> Behauptungen aufstellen

    • Hallo Marcus,

      für Dich gern nochmal: „Ich habe die Unterlagen komplett gelesen, allerdings sprechen die o.g. Zitate und „Screenshots“ (wie auch viele weitere Auszüge der pdf-Datei) für sich. Die formalen Bedenken sind nicht ernstzunehmen, da die Grünen nunmal ein Alternativkonzept vorlegten, Skizzen anfertigten, eigene Varianten des Baus favorisierten und Resolutionen einstimmig zustimmten. Heute tun sie gerade so, als wären sie von Anfang an S21-Gegner gewesen… Ich kann auch nicht behaupten, Bedenken bei persönlichem Kontakt mit einem bekannten Massenmörder zu haben und ihn dann trotzdem zum Kaffeekränzchen einladen.“

      „Schöne Grüße“ von *Mia🙂

  8. Kleines „Binnen i“ bitte. Es verkörpert das Dritte Geschlecht, das die Grüne JUgend entdeckt hat. Das große „Binnen I“ ist somit überholt und außerdem diskriminierend, weil es das Dritte Geschlecht ausgrenzt.

  9. Danke für diesen tollen Beitrag, denn er zeigt, dass die

    Zu meiner Person: Ich selbst bin ökologisch bewusst, aber ich wähle die Grünen nicht und halte auch nicht viel von Greenpeace, BUND und NABU. Denen geht es mehr und mehr um Konservativismus. Jede Änderung, selbst wenn der neue Zustand besser als der Status quo wäre, wird erstmal verneint.

    Bei denen Grünen ist es noch etwas anders, weil die gewählt werden wollen. Und dass die gegen S21 sind, habe ich nie verstanden. Diese Dokumente aus den 90ern zeigen, dass die Grünen S21 auch mal als ökologisches Projekt verstanden haben und das ist ja auch nach wie vor. Einerseits schafft man neuen Wohnraum in Stuttgart und die Anbindung wird besser, sodass weniger Leute mit dem Auto pendeln müssen. Mittlerweile hat man aber bei Grünen einen Weg fernab der Realität eingeschlagen. Jede würde bejahen, dass ein attraktiver Bahnverkehr schnell und mit wenig Umsteigen verbunden ist. Die Grünen sind aber mittlerweile darauf festgelegt, ein romantisch verklärten Bahnverkehr aufrechtzuerhalten, mit Bummelbahn und mit viel zu vielen Umstiegen. Der integrale Taktfahrplan ist auch so ein Hirngespinst. Man baut doch keine Kopfbahnhöfe, um ITF zu ermöglichen. ITF ist eine intelligente Nutzung eines Kopfbahnhofes. Da versucht man das beste aus einem Kopfbahnhof, einem Bahnhof zweiter Wahl, herauszuholen.

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