“Soldaten sind Männer, die offene Rechnungen der Politiker mit ihrem Leben bezahlen.” Sie verteidig(t)en uns… Doch wer verteidigt sie?

– Zum Volkstrauertag 2010 –

Ein Auszug aus Horst Köhlers Rede aus dem Jahr 2009:

Überall auf der Welt gibt es Kriegsgräberstätten, auch in fast jeder deutschen Stadt. Auf vielen dieser Friedhöfe liegen nicht allein Soldaten, sondern auch Frauen, Männer und Kinder aus der Zivilbevölkerung, die der Gewalt zum Opfer fielen. Der Anteil der Wehrlosen an der Zahl der Kriegsopfer scheint immer weiter zuzunehmen.

Fast zehn Millionen Menschen sind im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen, weit mehr als fünfzig Millionen im Zuge des Zweiten Weltkriegs und viele weitere Millionen Menschen in Hunderten Konflikten seit 1945. Es gibt kaum ein Jahr, in dem nicht irgendwo auf der Welt Krieg herrscht.

Wir zählen die Opfer, aber die Summen übersteigen unser Vorstellungsvermögen. Und dabei künden doch die Zahlen von Menschen, die alle unverwechselbar waren, ihre Stimme, ihr Lachen, ihr Angesicht: Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern, Väter und Mütter. Der Krieg nimmt Menschen weg, die geliebt waren, die übrig bleiben sollten, um die andere gebangt haben. Die Hinterbliebenen wünschen den Toten, dass sie Ruhe finden, dass sie noch im Tode Zuwendung und Sorge erfahren. Aber auch die Lebenden brauchen diese Sorge, als Beglaubigung ihrer Liebe, als Ablenkung und als Trost.

Seit neun Jahrzehnten kümmert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge um solche Orte der letzten Ruhe und der dauernden Sorge, Pflege und Liebe. Nicht nur an Gedenktagen. Tag für Tag pflegen seine Mitarbeiter Gräber von Gefallenen, geben den Opfern ein Haus in der Erde und den Lebenden einen Ort der Trauer und Zuwendung. Jahr für Jahr bergen und bestatten die Mitarbeiter des Volksbundes noch immer viele Tausende Tote.

Vor wenigen Wochen erst hat der Volksbund in Kursk in Russland einen Soldatenfriedhof auf einem der größten Schlachtfelder des Zweiten Weltkrieges eingeweiht. Hunderte Angehörige sind hingereist, um nach mehr als einem halben Jahrhundert Abschied zu nehmen, endlich zu wissen, wo ihre Angehörigen zur letzten Ruhe gebettet sind. Das zeigt uns, wie groß das Bedürfnis nach solchen Orten der Wiederbegegnung und des Loslassens noch immer ist; wie stark der Wunsch ist, die Seinen in guter Hut zu wissen. Und an der Feier haben auch viele Russen teilgenommen, Veteranen und ihre Enkel, junge und alte Leute. Ihre Toten liegen nicht weit entfernt, beide Friedhöfe verbindet derselbe Ort.

Der ehemalige Präsident Gorbatschow hat jüngst hier in Berlin darauf hingewiesen, wie bewegend das Treffen in Kursk war und wie wichtig für das deutsch-russische Verhältnis. Das Miteinander in Kursk und an den vielen anderen Orten in Europa zeigt, welch langen, guten Weg die früher verfeindeten Nationen miteinander zurückgelegt haben. Das ist auch das Verdienst des Volksbundes. Er hat nun auch in Osteuropa Vertrauen gewonnen, unter anfangs noch komplizierten Bedingungen. Er hat nun auch dort Tausende Tote geborgen und Grabstätten angelegt. Er hat sich auch um Ruhestätten für viele Tote der Roten Armee gekümmert. Das alles hat die Völker auf einzigartige Weise nähergebracht. Es stiftet Versöhnung mit dem russischen Volk, das im Zweiten Weltkrieg die meisten Toten zu beklagen hatte. Ich selbst denke zurück an meine Begegnungen mit russischen Veteranen, auch hier im Reichstagsgebäude, mit Veteranen, die mir die Hand reichten und die mit Vertrauen auf Deutschland blicken.

Herr Präsident Führer, ich danke Ihnen von Herzen für Ihr großes persönliches Engagement, für Ihr diplomatisches Geschick, für Ihre Zähigkeit im Umgang mit nicht immer freundlichen Bürokratien, für das Vorbild, das Sie mit dem Volksbund geben. Ich danke Ihnen zugleich für die gesamte Mannschaft der hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Mein besonderer Dank gilt auch Ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern. Einigen von ihnen begegne ich übers Jahr. Vor kurzem hatte ich an meinem Amtssitz wieder Sammler des Volksbundes zu Gast, junge und alte Mitbürger, Angehörige der Bundeswehr, des Roten Kreuzes. In diesen Wochen sind die Sammlerinnen und Sammler des Volksbundes ja wieder unterwegs auf unseren Straßen und Plätzen.

Einige haben mir erzählt, wie sie selber denn dazu kamen, mit der Sammelbüchse loszuziehen. Bei der einen war es das Gedenken an den Vater, den sie nur von Bildern kennt. Ein anderer wurde im Dienst bei der Bundeswehr mit der Arbeit des Volksbundes vertraut. Und ein Dritter wollte so ein Stück Dank bezeugen dafür, dass seine eigene Familie ohne Not und Tod durch den Krieg gekommen ist. Ich glaube, alle Volksbund-Mitarbeiter können solche Geschichten berichten, vom eigenen Weg zum Engagement, von den guten Begegnungen, die sie dabei hatten, von den Freundschaften, die so geschlossen worden sind.

(Foto: Bundesarchiv)

Liebe Landsleute, der Volksbund handelt für uns alle. Denn die sorgende Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt ist nicht allein ein privates Bedürfnis der Familien und der Freunde. Die sorgende Erinnerung geht unser ganzes Volk an und hilft ihm. Es sagt viel über uns aus, wie wir unsere Toten behandeln.

Unsere Nation braucht das Gedenken auch, um die Erinnerung daran wach zu halten, welche Lehren wir Deutsche aus unserer Geschichte gezogen haben, und um diese Lehren weiter zu beherzigen.

„Sorgt Ihr, die Ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern.“ Mit diesen Worten hat nach dem Zweiten Weltkrieg Theodor Heuss den Toten eine Stimme gegeben. Er hat damit die Aufgabe bestimmt. Wie könnte die Lösung aussehen, was ist zu tun, was können wir tun? […]

Wenn der Zusammenklang von friedlichem Aufbau, gegenseitigem Vertrauen und generationenübergreifendem Engagement überall auf der Welt gelingt, dann hat die Menschheit die Chance, den Teufelskreis immer neuer Kriege und bewaffneter Konflikte endlich zu durchbrechen.

Darum ist es auch heute, an diesem Tag des Gedenkens und der Trauer, richtig und wichtig, voraus zu blicken, das Hier und Jetzt zu prüfen und zu fragen: Was können wir tun, um Frieden zu schaffen, wo Krieg, Gewalt und Not herrschen? […]

Vielen Dank an den ehemaligen Bundespräsidenten. Ich antworte an dieser Stelle mit einer unhöflichen Gegenfrage:

Wer wollte denn die Kriege? Waren es die Völker und Soldaten? Oder waren es die Regierungen? Die Politiker, die vermeintlichen „Volksvertreter“ und „Führer“ der Länder waren es doch, die für den Tod so vieler unschuldiger Menschen verantwortlich sind, weil sie nicht in der Lage waren, die Kriege und deren Ausschreitungen zu verhindern. Ich erinnere an Stalin, der sein eigenes Volk verhungern ließ, um sich die Aufrüstung seiner Armee „leisten zu können“, mit der er über Westeuropa herfallen wollte. Ich erinnere an Hitler, dessen „Kampf gegen Rechts“ von der derzeitigen Regierung geführt wird, weil(?) oder obwohl er das damalige Versäumnis als „große Unterlassungssünde“ bezeichnet hat. Ihr glaubt nicht, dass es seine Idee war? Ihr könnt es – wie gehabt – >HIER< nachlesen. Ich erinnere an Churchill, der wegen seiner „Dicklichkeit“ in der Schule gehänselt wurde und einen leidenschaftlichen Hass auf andere Menschen – vorallem Deutsche – entwickelte.

Was auch immer diesen und anderen Herren in den Kopf kam: Die Völker und Soldaten waren und sind stets die Leidtragenden. Heute wie damals. Soldaten müssen – oftmals ohne die wahren Hintergründe zu kennen – Befehle ausführen und Menschen, die den Frieden wollen, müssen gemeinsam mit einigen wenigen tatsächlichen Verbrechern sterben…

Die für mich einzig wichtige Frage ist: „Qui bono?“

Denn: „Cui prodest scelus, is fecit!“


44 thoughts on ““Soldaten sind Männer, die offene Rechnungen der Politiker mit ihrem Leben bezahlen.” Sie verteidig(t)en uns… Doch wer verteidigt sie?

  1. Servus Mia,
    guter Beitrag zum heutigen Volkstrauertag.

    Ja, wer ist stolz auf seine Soldaten, wer kümmert sich um sie, im Leben und später in der Erinnerung.

    In den USA ist es üblich und Standard, dass Soldaten geehrt werden und den Gefallenen in Zeremonien gedacht wird.

    Hier in Deutschland muss erst das linke Gespenst vertrieben werden, bevor wieder Anstand, Ehre und Moral ihren hohen Stellenwert erlangen.

    Das ist das Geheimnis. Weg mit den Linken, schon sind die Probleme beseitigt.
    Natürlich muss es heißen Linke und Grüne, aber das versteht sich von selbst.

    • „Weg mit den Linken“ finde ich schon etwas hart. Können wir nicht versuchen, einfach hartnäckig zu bleiben und weiterhin einen aufrichtigen Weg gehen, dem die sich früher oder später anschließen können? Sicherlich werden sie erstmal alles versuchen, das nicht tun zu müssen; aber wir Patrioten haben sowieso den längeren Atem😉

      Wie heißt es so schön? „In der Ruhe liegt die Kraft“ – von unserer Sorte ruhen genug. Wir schaffen alles, wenn wir die Ruhe bewahren…

    • Danke🙂

      “Der Kern aller Probleme in unserer Welt ist das Geldsystem, welches einen unendlichen Schuldensog erzeugt und uns zwingt alle Entscheidungen und Handlungen in unserem Leben nach finanziellem Profit auszurichten. Dadurch verschwenden wir (bewusst und unbewusst) einen großen Teil unserer Energie mit selbstsüchtigem, korruptem Verhalten, anstatt in Freiheit die gemeinsame Entfaltung der Menschheit im Einklang mit der Natur genießen zu können. Politik, Religion und andere Gesetze sind niemals eine Möglichkeit, um gesellschaftliche Probleme zu lösen oder einen Wechsel herbeizuführen. Sie sind nur ein Symptom der korrupten Profit-Struktur des Kapitalismus.”

      https://nohoearmy.wordpress.com/2010/06/16/ich-strebe-an-die-macht-der-liebe-die-uns-die-freiheit-offenbart/

  2. Hallo liebe Mia,
    das erste Video ist ja der Wahnsinn!(Onkelz sowieso obwohl ich glaube das die Links geworden sind) Aber wer singt das erste? Der Youtubenutzer bedankt sich unter dem Film bei dir. Das will ich auch.Danke für deine Seite, deine Lieder und deine treffenden Artikel!

    ganz liebe Grüße an dich und die anderen. Ich werde hier öfter herkommen. Versprochen. *Freya*

  3. Grade gestern bin ich von Deutschland zurück in meine Wahlheimat gefahren und habe, was ich schon immer wollte, Gräber von Gefallenen des Preußisch-Österreichischen Krieges 1866 fotografiert, bei Turnau und Königgrätz. Das ist schon lange her, aber berührt mich bis heute. Mein Großvater sagte mir mal:“ Wenn du am Grabe eines fürs Vaterland gefallenen Soldaten stehst, bist du auf heiligem Boden.“ Seine Worte höre ich heute noch und senke das Haupt an diesen, leider viel zu vielen Plätzen.

      • Oh, das hatte ich nicht bemerkt, Mia – wenn ich so sagen darf – und bedanke mich noch nachträglich. Wir alle, die Deutschland noch immer lieben, sollten über alle Grenzen hinweg zueinander halten und uns gegenseitig stützen. Mir gefällt an Deinem Blog besonders, daß Du sagst, was Du denkst, Tradition und unkonventionell fortschrittliches Denken nebeneinander gelten läßt. Es stimmt garnicht, daß ein Gedenken der Taten unserer Vorfahren unmodern ist. Nein,im Gegenteil! Es ist unsere Pflicht, die künstlich und absichtlich zerrissenen Traditonslinien wieder zu knüpfen..

        Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann niemals Kraft für die Zukunft gewinnen..

  4. Danke Mia. Ich hoffe daß die rotgrünen es eines Tages verstehen, warum man auch die deutschen Toten in Frieden ruhen lassen sollte. Gruß, P.

  5. Dienstalbum und Granatsplitter (englischer Herkunft),meines Großvaters sind seit vielen Jahren ein Kleinod in meiner kleinen Familie.Im Jahre anno 1988,besuchte uns mal ein Freund,so nannte ihn mein Großvater damals.Es war ein ehemaliger Kriegsgefangener der französischen Armee.Der Mulatte (Mutter französich und der Vater aus Süd-West)wollte mit mir spielen.Ich hatte aber Angst vor diesem fremden Menschen.Wie er doch auch aussah.So dunkel und fremd…
    Jedenfalls im Jahre des Wiedersehens,sind sich zwei alte Kriegsgegner-/auch Gefangene;in die Arme gefallen und spielten ein Spiel namens „Puff“.Die Beiden haben geredet und geredet(wohl in englisch oder französich)und Onkel Jaceuas(der ehem.Gefangene) fühlte sich offensichtlich sehr wohl bei uns.
    Beide leben nun leider nicht mehr.Das Vermächtnis dieser beiden „Tod-Freunde“ bleibt.

    REGIERUNGEN WECHSELN;DASS VOLK BLEIBT.

  6. Vielen Dank, daß Sie aus der Partei ausgetreten sind. Diese Scheinpatrioten und Heuchler gedenken lieber nur der Opfer, die unser Land zu verantworten hat. Eigene Opfer zählen für die offensichtlich nicht.
    Ihnen auf Ihrem Weg alles Gute und weiterhin die Courage, eigene Entscheidungen zu treffen. Bislang haben Sie alles richtig gemacht.

    MfG aus Hamburg

  7. find es auch nicht gut der eigenen Soldaten nicht zu gedenken sondern anderen sogenannten befreier… Es wird auch in Deutschland verdrängt das Stalin ebenso grausam war wie Hitler…. sonst hätte er ja nicht gesagt man solle gleiches mit gleichem vergelten… Auch Russland hatte die juden gejagt auch russland hatte ein pakt mit Hitler das Polen geteilt wird Stalin ließ seine soldaten erschießen die nicht kämpfen wollten.. es soll bloß keiner sagen das die russen besser waren ich denke sie waren genauso oder noch schlimmer

  8. „Dienstalbum und Granatsplitter (englischer Herkunft),meines Großvaters sind seit vielen Jahren ein Kleinod in meiner kleinen Familie“

    # Germane Zmann:

    Ich besitze noch die Rotkreuzbinde meines Großvaters, die er vor Verdun getragen hat. Er war Sanitäter und schleppte die Verwundeten aus dem Gefechtsfeld, bis er eines Tages wegen „nervöser Erschöpfung“ selber aus der Schlacht genommen wurde. Er redete nie über das Grauen. Die Feldpostbriefe geben die Wirklichkeit nicht richtig wieder, auch nicht die Gefangenenpost, die ich komplett besitze. Ich besitze auch noch einen mit Bleistift beschriebenen Zettel mit einem Befehl seines Vorgesetzten. Wenn man das liest, läuft ein kalter Schauer über den Rücken.

  9. Es erfreut mich immer wieder, hier Beiträge in breitgefächter Themenauswahl lesen zu können, dazu stets mit nachdenkenswerten Kommentaren versehen.

    Die Arbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge hätte nach meinem Empfinden eine deutlich höhere Aufmerksamkeit und Wertschätzung in der Deutschen Öffentlichkeit verdient. Nun ist es aber so, daß der Anblick von tausenden von Grabkreuzen auf einem Soldatenfriedhof ziemlich drastisch die Schattenseite des Krieges vor Augen führt. Das soll natürlich von Seiten der Medien und Regierungspolitiker nicht allzu oft ins Bewußtsein der Menschen gerückt werden.

    Da ist es doch viel lohnender, die absolute Ur- und Erbschuld aller Deutschen an allen vergangenen und derzeitigen Greueltaten dieser Welt für immer und in alle Ewigkeit wachzuhalten, damit niemals die Gründe ausgehen, um entsprechende Forderungen stellen zu können.

  10. „damit niemals die Gründe ausgehen, um entsprechende Forderungen stellen zu können.“

    Die dann erfüllt werden und ggflls, wie jetzt in USA geschehen, auch noch anschließend veruntreut werden.

    • Wie Norman G. Finkelstein in seinem Buch „Die Holocaust Industrie“ schreibt (und mit Quellenangaben belegt), war es von Anfang an nicht geplant, daß die in den 1990-er Jahren zusammengetrommelten Entschädigungsgelder in mehrstelliger Milliardenhöhe vor allem aus Deutschland und der Schweiz denjenigen Menschen ausgezahlt wird, die tatsächlich in Konzentrationslagern einsaßen, für die Rüstungsindustrie schuften mußten oder sonstwie von ihren Peinigern verfolgt wurden.

      Vielmehr war es von Anfang an vorgesehen, daß die Entschädigungsgelder insbesondere US-Amerikanischen Jüdischen Verbänden zufließen, die dann über die weitere Verwendung entscheiden konnten. Tatsächlich Überlebende, von den Nazis verfolgte und gequälte Juden haben aber von diesen Geldern so gut wie nichts gesehen.

      Finkelstein weiß das auch deshalb so genau, weil seine Eltern in mehreren Konzentrationslagern in Deutschland einsaßen, diese Zeit aber überlebt hatten und dann später als tatsächlich Betroffene ihren berechtigten Anteil an der Entschädigung haben wollten. Die für die Verteilung zuständigen Jüdischen Verbände haben aber sowohl die Eltern Finkelsteins als auch viele andere Entschädigungsberechtigte einfach nur eiskalt abblitzen lassen.

      Die kürzliche Meldung, daß Entschädigungsgelder veruntreut worden sein sollen, überrascht mich insofern überhaupt nicht, sondern bestätigt nur das, was Finkelstein im Jahr 2001 in seinem Buch beschrieben hatte.

      Übrigens hatte die Deutsche Ausgabe dieses Buches 2001 auf der Frankfurter Buchmesse einen Tag lang für helle Aufregung gesorgt, wurde danach aber aus verständlichen Gründen von den Deutschen Qualitätsmedien totgeschwiegen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte zuvor versucht, das Erscheinen dieses Buches in Deutscher Sprache mit allen ihm zu Gebote stehenden Machtmitteln zu verhindern (ebenfalls aus verständlichen Gründen), was aber glücklicherweise nicht gelungen ist.

  11. Wer zählt die Toten, wer zählt das Leid,
    wer zählt die Stunden bis zur Ewigkeit.
    In einer Schlacht man weiß nicht wo,
    sie ließen ihr Leben, im Nirgendwo.

    Nicht vergessen sind die Recken,
    dort wo sich die Gebeine strecken,
    Ein Mahnmal steht zu ihren Ehren,
    ein still` Gebet gen Himmel führen.

    • „Wer zählt die Toten, wer zählt das Leid,“

      Dafür reicht die menschliche Vorstellungskraft zumindest bei den großen Weltkriegen des letzten Jahrhunderts nicht aus. Man kennt nicht einmal die genauen Totenzahlen. Sie sind hinsichtlich mancher Ereignisse höchst umstritten, insbesondere auch hinsichtlich eines Ereignisses, das garnicht weiter aufgeklärt werden darf, weil es dem Beweis per Gesetz entzogen ist..

      • Simon Veil, Jüdische Ex-Präsidentin des EU-Parlaments, L’Evenement (Paris), 3.7.96, S. 22:
        “Man kann nicht eine historische Wahrheit per Gesetz festschreiben… Die Geschichte muß frei sein. Sie kann nicht einer offiziellen Version unterworfen werden. Diese Gesetzgebung kann übrigens den Eindruck erwecken, daß man die Wahrheit zu verbergen versuche.”

        Sogar Rudolf Augstein, Spiegelherausgeber, Spiegel Nr. 33/1996, S. 55:
        “Ich war immer gegen dieses (Maulkorb)-Gesetz.”

        Auch im Spiegel, Daniel Goldhagen, ebenfalls Nr. 33/1996, S. 55:
        “Das deutsche Volksverhetzungsgesetz ist ein Unikum und gehört abgeschafft. Staaten sind stärker und Gesellschaften kräftiger, wenn alle Ansichten vertreten werden dürfen.”

  12. Liebe Mia,
    ich verfolge von hier, sprich Ungarn, sehr intensiv Deine Versuche, allem eine andere Richtung zu geben und ziehe den Hut. Ich sende gern die Bilder, aber wie kann ich sie einstellen ?
    Weiterhin Kraft bei Deiner Mammutaufgabe,
    alles Gute,
    der Husar

    • Hallo Husar,

      Danke für Deinen Zuspruch!🙂
      Ich schicke Dir eine private Nachricht. Vorausgesetzt, dass Du sie schon auf der Festplatte hast, kannst Du mir Deine 3 Lieblingsfotos zurückschicken und dann stelle ich sie für Dich ein. Sie müssen erst skaliert werden, damit sie hier reinpassen.

      LG von *Mia

    • Danke für die Fotos:

      1. Schlacht von Jicin 1866, Preußen gegen Österreich, Aufnahme 13.11.2010

      Preussen Oesterreich 1866

      2. Schlacht von Königgrätz 1866, Aufnahme 13.11.2010

      Koeniggraetz 1866

      3. Kranzniederlegung im Gedenken an die Gefallenen des Befreiungskampfes 1848/49 Ungarn gegen Österreich, Aufnahme 21.05.2010

      Oesterreich Ungarn 1848/49

      Mögen sie auf allen Seiten in Frieden ruhen!

  13. Danke für diese Ehrenrettung der deutschen Soldaten, Mia. Auch sie waren Opfer. Das wird seit Jahrzehnten verleugnet, verdreht und schliesslich vergessen. Ich freue mich von Herzen, dass es in der jungen Generation Menschen gibt, die das klar sehen und die Tatsachen nicht negieren. Noch einmal von Herzen Dankeschön dafür ! Meine beiden Grossväter blieben im Krieg, alles was mir von ihnen blieb, war ein nachdenklicher Charakter von dem einen und das Eiserne Kreuz zweiter Klasse vom anderen. Sie taten ihre Pflicht, waren keinesfalls überzeugte Nazis, sondern simple pommersche Handwerker. Heute muss ich eine Staatsgrenze überqueren, wenn ich die Heimat sehen will. Gut zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die diese merkwürdigen Verhältnisse erkennen können.
    Was nun zum Thema Köhler zu sagen wäre: ein anständiger Mann der offenen Worte, was auch das Zitat aus dem Jahre 2009 beweist. Ein selbstkritischer, intelligenter, ehrlicher Typ, selbst wenn man nicht immer zu 100 % seiner Meinung sein musste. Wer wundert sich darüber, dass er letztlich an diesem korrupten, verlogenen politischen System gescheitert ist ? Ich nicht.
    Und zum Thema „Völkerverständigung“: heute zählen, dank Gottes Fügung, einige Ukrainer, Russen, Russlanddeutsche und Kasachen zu meinen besten Freunden. Ich schätze ihr Verständnis von Respekt, Loyalität, Familie, Ehre, Vaterland und europäische Kultur. Sie sind die Kinder, Enkel und Urenkel der ehemaligen „Feinde“ von einst. Aber sie haben mich mehr als einmal auf die nicht mehr vorhandenen o. g. Werte in Deutschland aufmerksam gemacht. Das hat ziemlich viel dazu beigetragen, mein Gewissen zu schärfen, ein Bewusstsein für die wirklichen Probleme Deutschlands zu entwickeln und damit meine Abkehr vom politischen „mainstream“ zu beschleunigen. Dafür werde ich mein Lebtag lang dankbar bleiben.
    Bleibt aufrecht !

    • Danke für den schönen Kommentar🙂

      Und zu denen, die solche klaren Worte nicht verstehen wollen, lasse ich Friedrich Hebbel sprechen: „Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.“

      Schön zu wissen, dass Du ein „Nonkonformer“ bist! Willkommen im Club der Außenseiter😀

    • „Ich denke unser Land ist noch lange nicht verloren.Wenn wir zusammen stehen wird das was.“

      Daran habe ich keinen Zweifel! „Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.“ (Dietrich Bonhoeffer)🙂

  14. Hallo Mia,
    ich habe noch keine private Nachricht, überhaupt komme ich mir wie abgeschnitten vor, seit gestern nachmittag sagt mei Computer immer, Keine neuen Nachrichten auf dem Server ! Das kann absolut nicht sein, da jede Menge Newsletter jeden Tag eingehen, normalerweise. Da stimmt irgendwas nicht !?

    • Hm… Das kann man wohl sagen. Ich habe sie gestern etwa 5 Minuten nach dem Kommentar versandt. Im Spamordner hast Du bestimmt auch schon geschaut, oder? Ansonsten könntest Du mal beim Anbieter anrufen. Vielleicht weiß der mehr. Liebe Grüße von *Mia

  15. Das Soldatenbild ist etwas einfältig, passt aber in den Zeitgeist. Kann man sich gar nicht vorstellen, daß es Menschen gibt, die ihrem Land dienen wollen und das mit der Waffe, wenn nötig? Zu einer friedlichen Einigung sind übrigens immer beide Parteien nötig. Natürlich ist es besser, wenn fremde Staaten Ansprüche erheben, die Willkommensplakate auszurollen und „Bitte“ und „Gern geschehen“ zu rufen. So wie das die Bundesregierung ja andauernd tut. Daß sich damals Preußen gegen Napoleon – dafür sollten wir uns heute noch entschuldigen.Auch wegen dem mit seinem Nachfolger, 1870. Aber die Leute waren eben noch nicht so weit.

  16. Ich fände es gut, wenn dieses Thema nicht nur am Volkstrauertag Beachtung finden würde, sondern immer. Es ist zu bewegend, es immer nur am Volkstrauertag zu bemühen, da jeden Tag in diversen Kriegen Soldaten gefallen sind und bis heute fallen, wo auch immer. Es waren und sind junge Männer, denen gesagt wurde und wird, sie müßten ihre Heimat verteidigen, ob zu Recht oder Unrecht, den Soldaten trifft keine Schuld, er hat zu gehorchen. Wir Deutschen sind nie Kriegstreiber gewesen, es waren immer die neidischen Nachbarn, England und Frankreich mit dem Ass USA im Ärmel. In Ungarn sagt man : Mult nelkül, nincs jövöre ! Auf deutsch : Ohne Geschichte gibt es keine Zukunft. Deshalb schreibe ich diese Zeilen, damit es eine Zukunft für uns Deutsche gibt.

  17. „Man kann einem Volk nicht trauen , welches sich rund um die Uhr in intellektueller Selbstverachtung übt. Für mich als Este ist es kaum nachzuvollziehen, warum die Deutschen ihre eigene Geschichte so tabuisieren, daß es enorm schwierig ist, über das Unrecht gegen die Deutschen zu publizieren, ohne dabei schief angesehen zu werden – aber nicht etwa von den Esten oder Finnen, sondern von den Deutschen selbst!“
    Lennart Meri, estnischer Schriftsteller, Filmemacher und Politiker ; 3. Oktober 1995

    Ich glaube, dass wir (*nicht* die Antifa/Linken/Roten/Grünen/Gutmenschen) im Ausland mehr Freunde haben als hier in Deutschland.

  18. Meines Erachtens spielt es keine Rolle, ob wir Täter oder Opfer waren und wer auch immer die Kriegstreiber waren, – wir haben verloren. Es darf uns jedoch nicht davon abhalten, dass wir unseren Vätern und Großvätern gedenken! Sie waren dies was sie waren: Soldaten für ihre Heimat, ihre Familien und Deutschland! Dafür alleine gebietet sich Dank und Ehrfurcht. Jedenfalls waren sie keine Söldner auf Wallstreets Gnaden, sondern bestenfalls Patrioten und auch Nationalsozialisten. In meiner Familie gab es zwei geflügelte Worte: 1. Nicht Der Hitler war schlimm, sondern die Hitlers.Und 2. Wir sind keine Nazis gewesen, sondern Nationalsozialisten.
    Aus damaliger Sicht war der Nationalsozialismus die einzige Perspektive. Man darf die Erfahrungen, gespeist aus der Weltwirtschaftskrise und des Schandvertrages 1919 nicht vermengen mit der heutigen Bestandsaufnahme. Daraus abzuleiten, wir sind schuldig, bis ins 13. Glied,ist unhistorisch und Propaganda. Wir unterliegen damit einem Dogma, welches bewußt in die heutigen Tage hineinwirkt, um die Nationale Identifikation zu verhindern. Wer sich einen Bären aufbinden lässt, muß ihn auch tragen. Wir haben es selbst vergessen uns dagegen zu wehren und so rollen wir einen Stein bergauf, welcher nie dort ankommen wird. Der letzte punnische Krieg (der Dritte) ist eingeleitet, das Volk müde, und Dekadenz sowie Geschichtsvergessenheit werden unsere Grabsteine sein. Unser „Frieden“ bedeutet Handlungsunfähigkeit und Gleichtum. Hoffnung gibt es, wenn, dann nur aus dem europäischen Ausland, der Rest wird Geschichte sein. Tragen wir es wie wir wollen, aber es wird vermutlich getragen sein müssen…, bis ins letze Glied.

  19. Ich möchte mit einem Zitat antworten. Das Leitwort des Stuka-Helden Rudel war: „Wer sich selbst aufgibt, hat schon verloren!“ Das gilt für einzelne Menschen ebenso wie für Völker. Das sollte man verinnerlichen und nicht der verlogenen Tagespropaganda, etwas anderes ist es nicht, folgen. Gneisenau hat seinen, auch in einer schweren Zeit unter der französischen Besetzung Preußens seinem König Wilhelm eine Denkschrift überreicht, die der damals mit der Randschrift zurücksandte, “ Als Poesie gut „, und doch hat sich Preußen und Deutschland vom napoleonischen Joch befreit. Besonders interessant ist ein Gedicht, das er selbst verfaßte und der Denkschrift voranstellte.
    Plötzlich kann sichs umgestalten!
    Mag das dunkle Schicksal walten!
    Mutig auf der steilsten Bahn!
    Trau dem Glücke!Trau den Göttern!
    Steig trotz Wogendrang und Wettern
    kühn wie Cäsar in den Kahn.
    Laß den Schwächling angstvoll zagen,
    wer um Hohes kämpft muß wagen,
    Leben gilt es oder Tod.
    Laß die Woge donnernd branden,
    nur bleib immer-magst du landen
    oder scheitern-selbst Pilot.
    Berlin den 8.August 1811 v.Gneisenau

    Patrioten, richtet Euch auf, die Stunde der Freiheit kommt auch wieder für das deutsche Volk, daran glaube ich so fest, wie an unseren einzigen Gott.

  20. Pingback: Es kommt immer anders, wenn man erstmal „denkt“! « Mit Patriotismus zur Freiheit

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