Preussenkind: „Meine Ahnen waren auch Opfer von Krieg & Vertreibung“

François de La Rochefoucauld meinte mal:

„An seinen Vorfahren kann man nichts ändern,
aber man kann mitbestimmen, was aus den Nachkommen wird.“

…Wie Recht er hat! Und das, obwohl er ein Franzose ist… 😀

Heute gibt es was zum Träumen – ich teile etwas ganz Privates mit Euch,
das sogar mich(!) für ein paar Tage sprachlos machte:

Geschichtsrevisionismus mal anders:

Die Ergebnisse der Genealogie sind von einem meiner vielen Onkel. Er schreibt dazu:

Vorfahren – Nachkommen – 4 Linien

Beim Aufbau dieser Familienchronik bin ich vom ältesten bekannten Ahnen ausgegangen, den ich den „Stammvater“ genannt habe. Von ihm ausgehend spreche ich nicht mehr von >Vorfahren<, sondern nur noch von >Nachkommen<. Diese Nachkommen habe ich ab der vierten Generation in 4 Linien aufgeteilt. Das sind die 4 von den 12 Geschwistern, welche Nachkommen hatten: Gustav, Rudolf, Wilhelm und Erwin. Alle anderen Geschwister hatten keine Nachkommen. Die 4 Linien sind chronologisch sortiert: Vom „Ältesten“, dem Gustav, bis zum „Jüngsten“, dem Erwin.

Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden

[…]Ich habe von jedem meiner Vorfahren Ablichtungen solcher Urkunden. Man kann sich darauf verlassen, dass die genannten Daten meiner Vorfahren zuverlässig sind, so zuverlässig wie die Quellen.

Die mir bekannten Vorfahren mütterlicherseits stammen allesamt aus Preußen, genauer gesagt aus den späteren preußischen Provinzen Ost- und Westpreußen. Die nachfolgenden Generationen wuchsen zum größten Teil in der preußischen Provinz Posen auf und Einige – darunter mein Vater Helmut – in der preußischen Provinz Schlesien.

Ich werde bei meiner Oma (väterlicherseits) nachhaken, weil sie mir mal Ähnliches erzählte; aber an weitere Dokumente zu kommen, wird schwierig, da die Gute damals vom Reichsarbeitsdienst-Lager im Sudetenland (in Spindelmühle) zum Kriegshilfsdienst (zur Rüstung in einem „KZ“-Außenlager in Oberhohenelbe) beordert wurde und als sie wegen mangelnder Hygiene im Lager an Gelbsucht erkrankte und gerade KZH war, vor den Russen über die Oder fliehen musste. Sie ließ ihr gesamtes Hab und Gut zurück, weil man ihr erzählte, sie kämen alle nach 10 Tagen zurück. Als gläubige Christin hat sie natürlich darauf vertraut, was man ihr sagt. „Lügen darf man schließlich nicht“. Naja… Ich hoffe, ich bekomme noch raus, wie was genau ablief…

Bevor ich jetzt aber alles durcheinander werfe, komme ich lieber zurück zum vorerst abgeschlossenen Teil der Genealogie. Was Ihr gleich lesen könnt, hat mich ja schon wahnsinnig fasziniert. Mal sehen, was mich / uns noch erwartet.😀

Mein Onkel möchte die Familienchronik zunächst mit der mündlichen Überlieferung beginnen. Ihrnach hatte sich Anfang des 19. Jahrhunderts folgendes zugetragen:

Foto: Königin Luise (Auguste Wilhelmine Amalie) von Preußen

In den Diensten der preußischen Königin Luise stand eine junge Adlige aus Ungarn. Königin Luise lebte von 1776 bis 1810 und war die Gemahlin des Königs Friedrich Wilhelm III., der von 1797 bis 1840 Preußen regierte. Königin Luise war auf der Flucht vor Napoleon. In ihrem Gefolge war diese junge ungarische Adlige (Gräfin?). Diese war hochschwanger. Man stelle sich die Reisebedingungen zur damaligen Zeit vor. Mit der (gegenüber heutigen Fahrzeugen) schlecht gefederten Kutsche ging die Fahrt über Stock und Stein; es gab keine Straßen in unserem heutigen Sinne. Die hochschwangere junge Frau fühlte sich so elend, dass man ihr eine Weiterreise unmöglich zumuten wollte. So kam sie in das Haus unserer Vorfahren. Man ließ sie ausgestattet mit Geld und Papieren da und reiste weiter.

Hier, im Haus der Fischerfamilie gebar sie 2 Mädchen; leider verstarb sie im Kindbett. Die beiden Mädchen wurden von unseren Vorfahren groß gezogen. Ein Mädchen heiratete den Sohn des Hauses, das andere einen Bürger der Stadt. Diese Familie strengte dann später noch einen Prozess um das Erbe aus Ungarn an. Unsere Vorfahren haben sich daran nicht beteiligt.

Da auch später niemand nach der jungen Adligen oder nach einem Kind gefragt hat, kann man sich vorstellen, dass es sich um uneheliche Kinder gehandelt haben muss, denn sonst hätten sich doch Angehörige um sie gesorgt. Zu damaliger Zeit galt die Geburt von unehelichen Kindern als große Schande für die jungen Frauen. Sie wurden von den anderen geschmäht und verloren die Achtung der Mitmenschen. Solche Vorkommnisse wurden von den reichen und adligen Angehörigen meist mit Geld aus der Welt geschafft und auf die Art versucht, die Angelegenheit unter den Tisch zu kehren.

Die Königsfamilie ist erstmals 1798 nach West – und Ostpreußen gefahren. Später dann noch einmal 1802 und 1806. 1806 war sie auf der Flucht vor Napoleon. Sie sind über Schneidemühl und Bromberg nach Graudenz in die Festung geflohen. Etwas später nach Osterode. Sie wollten nach Königsberg. Ihre Reiseroute führte durch das Gebiet, in dem unsere Vorfahren lebten. Das war in der Nähe von Riesenburg in Westpreußen und Schnellwalde in Ostpreußen. Die Papiere, die die junge Adlige mitbrachte, befinden sich nicht mehr im Besitz unserer Familie. Diese wurden der Familie übergeben, die den Prozess um das Erbe angestrengt hatte.

Napoleon drang weiter bis nach Russland vor. Mit dem König und dem Zaren von Russland wurde dann in Ostpreußen ein Friedensvertrag ausgehandelt. Preußen musste große Gebiete an Frankreich abtreten und sehr viel Geld (Kontributionen) an Frankreich zahlen. Die Königsfamilie musste drei Jahre in Ostpreußen im Exil leben. Vielleicht erklärt das, warum später niemand nach der jungen Frau gefragt hat.


Im Lande herrschte großes Chaos. Die Franzosen plünderten und raubten. Ganze Dörfer wurden in Schutt und Asche gelegt. Die Bevölkerung hatte große Unbilden zu ertragen. War die junge Frau deshalb in das wahrscheinlich sehr abgelegene Häuschen unserer Fischerfamilie gekommen? Eigentlich galten Fischer doch immer als arme Leute. Doch nach den Erzählungen hatten unsere Vorfahren einen höheren Stand und waren angesehene Leute. Ob das auf das Geld der jungen Frau zurückzuführen war oder ob das ihr Adelsstand bewirkt hatte? Diese Fragen lassen sich nicht mehr beantworten.

Diese mündlich überlieferte Geschichte lässt für meinen Onkel folgende Rückschlüsse zu:

Wenn es die Reise der Königsfamilie im Jahre 1806 gewesen ist, dann wären die Zwillinge also 1806 zur Welt gekommen. Eines der Mädchen hatte einen Sohn der Familie geheiratet. Unser Vorfahr Michael wurde 1824 geboren. Demnach müsste seine Mutter – vorausgesetzt es war eines der beiden Mädchen – bei der Geburt des Michael 18 Jahre alt gewesen sein. Das war zu damaliger Zeit nichts Ungewöhnliches. Viele junge Frauen heirateten schon mit sechzehn/siebzehn Jahren. Dann wäre dieses adlige Mädchen die Ehefrau unseres „Stammvaters“ gewesen!

Nach meinen eigenen Recherchen bekam ich einen völlig verrückten Gedanken, der ebenso wahr sein könnte. „Was wäre wenn“ die Geschichte der im Kindbett verstorbenen jungen Frau eine Schutzbehauptung war, um dem Königshaus einen weiteren „Skandal“ zu ersparen?

  • Friederike, eine Schwester der Königin war dafür bekannt, ein nicht unbedingt beispielhaftes Leben zu führen. Das Ansehen des Königshauses hatte durch zahlreiche Affären und die Geburt eines unehelichen Kindes bereits stark gelitten. Sie hätte die Zwillinge ebenfalls zur Welt bringen können.
  • Es wäre sogar möglich, dass man die Kinder schützen wollte, weil Neugeborene zu diesem Zeitpunkt – der von manchen Historikern als „gefährlich und dramatisch“ bezeichneten Flucht vor Napoleon – einem unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt gewesen wären. Die verrückte Idee hierbei ist, dass es sich um verschwiegene Nachkommen des Königspaares gehandelt haben könnte. Napoleon durfte natürlich niemals erfahren, dass es Königskinder in einer einfachen Fischersfamilie gibt, weil er mit ihnen das perfekte Druckmittel auf das Königshaus gehabt hätte. Die Geschichte der namenlosen ungarischen Adeligen, die nach der Geburt verstorben sein soll, könnte folglich eine (für jeden verständliche) „Notlüge“ sein.

Das Kuriose ist nämlich die (durch Urkunden belegte!) Namensgebung der Kinder und Enkelkinder der 1. und 2. Generation, die durch die eine der angenommenen und von uns großgezogenen Töchter gemeinsam mit dem einen Sohn unserer Familie entstanden sind.

  • Einer meiner Ur-ur-ur-ur-…Großväter hieß „August“ – er blieb kinderlos.
  • Eine meiner Ur-ur-ur-ur-…Großmütter hieß „Auguste“;
  • die widerum zeugte u. a. Mädchen namens Emma Hedwig „Amalie“,
  • ein weiteres „Auguste Wilhelmine“
  • und eines Emma „Louise“.
  • Ihr zweiter Bruder – auch ein Sohn unseres „Stammvaters“ –
    zeugte ebenfalls Kinder, die den Namen der Königin weitertrugen.
    Da gab es den „August“ Adolf,
  • die „Auguste“,
  • die „Wilhelmine“
  • und den „Friedrich Wilhelm“, ganz nach dem König Preußens.

Ich erinnere hier nochmal an den Namen der Königin, die als Prinzessin „Luise Auguste Wilhelmine Amalie“ von Mecklenburg-Strelitz in Hannover geboren wurde.

Dee Ex - Vorfahren "18hundertfeuerzeug"...

Erster urkundlich nachweisbarer Stammbaum - größere Ansicht durch Anklicken des Bildes

Ist es etwa Zufall, dass hier ausgerechnet die königlichen Namen weitergegeben wurden? Welchen Grund sollten meine Ahnen gehabt haben, von der Tradition – die Namen der Eltern / Großeltern zu vererben – abzuweichen und ihnen – sofern es keine Königskinder waren – mit der Weitergabe von Namen der „Durchreisenden“ wehzutun?! Unsere Vorfahren hielten sehr viel von Traditionen / Gebräuchen und machten Begriffen wie „Familie“ und „Treue“ stets alle Ehre.

Der Hof war auf der Flucht vor Napoleon – soviel ist inzwischen klar. Königin Luise litt zu dem Zeitpunkt unter „Typhus“ und verstarb 4 Jahre später – wie die Legende besagt – „an einem gebrochenen Herzen“. Eine Obduktion will ergeben haben, dass neben einem riesigen Geschwulst am Herzen auch eine Lungenseite zerstört war. Ob man damals tatsächlich schon Leichen obduziert hat, weiß ich nicht – zumindest ist der Mythos, die patriotische Königin sei an einem gebrochenen Herzen gestorben, nicht aus der Luft gegriffen. Sie war eine liebende Mutter und Ehefrau; und zeitgleich patriotische Kämpferin für ihr Land und ihre Soldaten. Sie sorgte sich rund um die Uhr um alle Menschen, die ihr anvertraut waren. So wie ich!😀

„Was wäre wenn“ also nicht ungarisches Adelsblut, sondern patriotisches Blut durch meine Adern fließt? (…Mal ganz abgesehen davon, dass meine „Ur-ur-ur-ur-ur-urgroßeltern (oder so) Preußens König und Königin gewesen wären…!) Möglicherweise ließ man der Fischersfamilie ‚die 2 Neugeborenen‘ (anstatt einer Schwangeren) und ausreichend Geld aber keine „Papiere“ da.

  1. will man die Papiere großzügig abgetreten haben – sie sind also nicht prüfbar und
  2. ist mir über einen Streit um das Erbe Ungarns nichts bekannt.
    (Ich würde mich ja logischerweise daran beteiligen, um auch unsere ungarischen Freunde vor Unheil zu bewahren…😉 )

Jedenfalls ging man davon aus, dass man die Kinder nicht zurückholen wird. Wollte man sie schützen und gut versorgt wissen, weil man sich ja auf der Flucht befand und wusste, dass man selbst entweder sterben oder ins Exil kommen würde? …Ich würde es zumindest so machen… Sehnte sich Königin Luise etwa 4 Jahre lang nach dem Nachwuchs? Immerhin hatte sie zuvor neben den Geburten gesunder Nachkommen auch einige Schicksalschläge erleiden müssen und hätte diesmal sogar zwei gesunde Mädchen zur Welt gebracht.

  • 1794 Oktober: nach einem Unfall erleidet Luise eine Totgeburt
  • 1799 Oktober: Tochter Friederike geboren, gestorben im März 1800
  • 1804 Dezember: Sohn Ferdinand geboren, gestorben im April 1806

Ein gebrochenes Herz‘ ist auch heute noch oftmals die Todesursache einst liebender Menschen – man geht nur nicht mehr so emotional damit um und nennt es schlichtweg „Tumor“ oder „Herzinfarkt“.

Na mal schauen – vielleicht bietet sich der ein oder andere Historiker an, der etwas tiefer graben kann, als es Familienangehörigen möglich ist… Die für mich wichtigste Frage zu diesem Thema stelle ich jetzt einfach mal in den Raum: Wer war die Mutter der Zwillingsmädchen? Meine Revision stoppte leider an einer Kirchenseite, bei der ich mehr erfahren hätte, wenn nicht „zufällig“ ein Fehler aufgetaucht wäre, der die Einsicht unmöglich machte. „Es gibt keine Zufälle“, sagt meine Mama immer und zuoft schon hatte sie Recht, als dass ich ihr da nochmal widersprechen wollte.😉

Soweit die mündliche Überlieferung. Kommen wir zu den durch Papiere belegten Teil meiner Geschichte. Mein Onkel hielt folgendes fest:

Die  Blut-Linie konnte ich nur bis in die 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen.

Die erforschte Geschichte beginnt in dem Landesteil Preußens, der von König Friedrich II. am 31. Januar 1773 den Namen Westpreußen erhielt. Von 1824 bis 1829 waren die beiden Provinzen Ostpreußen und Westpreußen personell und von 1829 bis 1878 real zur „Provinz Preußen“ vereinigt. In diesem Zeitraum lebten unsere Vorfahren nachweislich im Kreis Rosenberg des Regierungsbezirks Marienwerder. Das liegt rechts von der Weichsel. An den dortigen Seen übten unsere Vorfahren den Beruf des Fischers aus.

Der erste, von mir gefundene urkundlich erwähnte Fischer unserer Familie starb in Peterwitz am Trau-Peter-See; es ist unbekannt, wann das war. Vermutlich ist er dort ertrunken, wie auch später sein Sohn Michael. Während der strengen und langen Winter gingen die Fischer dem Eisfischen nach. Dazu schlugen die Fischer Löcher in das Eis der zugefrorenen Seen, um von Loch zu Loch das Netz weiter zu ziehen. Zum Schluss wurde ein Auszugloch gehauen. Es war so groß, dass man dort das mit Fischen gefüllte Netz herausziehen konnte. Meistens senkte sich am Auszugloch durch die Last der Fischer und des Netzes das Eis etwas und man konnte hier sehr leicht in das Wasser rutschen, was den Fischern hin und wieder passiert ist. In dem eiskalten Wasser erstarrte die Muskulatur und man ertrank, auch als guter Schwimmer, wenn man nicht sofort aus dem Wasser gezogen wurde.

Vielleicht ist ja unser unbekannter „Stammvater“, der Vater von Michael, auf diese Weise vorzeitig ums Leben gekommen. Nach Durchsicht aller Geburt-, Heirats- und Sterbeurkunden aus jener Zeit (1. Hälfte des 19. Jh.) muss unser „Stammvater“ ungefähr zwischen 1835 und 1845 verstorben sein. Seine Ehefrau heiratete später noch einmal: Den Fischer Martin S..

In der Mitte des 19. Jh. wohnte die Familie in dem Ort Klein-Rhodau am Sorgen-See. Hier, das heißt in der Ev. Kirche von Groß-Rhodau, heiratete im Jahre 1850 der 26-jährige evangelische Fischer Michael die 25-jährige katholische Louise S. und hier wurde ihr erster Sohn August geboren. Die konfessionsverschiedene Ehe habe ich bewusst erwähnt. In Württemberg war das noch vor 60 Jahren fast unmöglich, dass eine Katholikin einen Protestanten heiratete und dann auch noch die Kinder nicht katholisch wurden. Bei unseren Vorfahren in Preußen war es kein Problem, dass ein Protestant eine Katholikin heiratete und die Kinder protestantisch erzogen wurden.

Der Pfarrer, der die Eintragungen im Kirchenbuch von Groß-Rhodau vornahm, machte einen folgenschweren Fehler: Er trug nicht den leiblichen Vater des Michael ein, sondern nur dessen Stiefvater Martin. (Die Mutter wurde bei ehelichen Nachkommen sowieso nie erwähnt.) Der Geburtsort von Michael wurde leider auch nicht genannt. Ohne Namen und ohne Ortsangabe war es mir nicht möglich, die Vorfahren aus Kirchenbüchern weiter zu ermitteln. Nun müssen bei der weiteren Ahnenforschung andere Wege eingeschlagen werden, die etwas aufwendiger und schwieriger zu begehen sind.

Über den Tod von Michael erzählte seine Ehefrau Louise folgendes:

Michael fuhr im Winter mit dem Pferdewagen oder Pferdeschlitten mit Louise und deren Schwester auf einem zugefrorenen See. Das Eis brach ein; er und die Pferde kamen unter das Eis und ertranken in dem eiskalten Wasser. Die beiden Frauen konnten sich aufs Eis retten.

Leider wurde nicht überliefert, wann und wo Michael gestorben ist.

Im Jahr 1876 (oder früher) kam die Fischerfamilie an den Laskowo-See in die Gegend von Samotschin im Kreis Kolmar (Regierungsbezirk Bromberg) im Norden der Provinz Posen. Dort heiratete August im Alter von fast 26 Jahren am 28.11.1876 die aus Laskowo stammende 21-jährige Anna Juliane T. Sie zogen von dort zunächst nach Ferguson im Kreis Wirsitz (das ist ganz im Norden der preußischen Provinz Posen), wo ihr erstes Kind (von 12!) im Dezember 1877 geboren wurde.

In Ferguson kamen noch vier weitere Kinder zur Welt, darunter mein Großvater Gustav. Hier war August nicht nur Fischer, sondern auch Wildhüter. Seine Ehefrau Juliane sei eine tüchtige Bäuerin und Wirtschafterin gewesen. In der Sauenzucht und deren Nachzucht hätte sie eine „glückliche Hand“ gehabt. Der Verkauf der Ferkel brachte allerhand Einnahmen in die Haushaltskasse.

1884 zog die Familie in das nur 3 km nördlich gelegene Luchowo, wo Rudolf das Licht der Welt erblickte. Ab 1885 wurden sie im 2000 Schritte (~1,6 km) entfernten Niederkrug in Rattay bei Lobsens sesshaft. Der 35-jährige August konnte den Niederkrug – ein Wirtshaus mit 15 bis 20 Tischen – und Seen mit einer Gesamtfläche von 1.500 Morgen (1 Morgen ~ 0,25 Hektar) für 50 Jahre (1885-1935) vom Grafen Limburg-Stirum in Eberspark pachten. Gerne hätte die Familie den Niederkrug gekauft (Geld war angeblich genug vorhanden), doch der Niederkrug wurde vom Grafen nicht verkauft.

Hier – im Niederkrug – wurden die übrigen sechs Kinder von August und Anna Juliane geboren; als 12. und letztes Kind 1899 ihr Sohn Erwin. In diesem Haus verstarb August am 14.01.1914 im Alter von 63 Jahren. Sein Sohn Rudolf, inzwischen auch Fischer geworden, übernahm danach die Pacht und führte den Niederkrug weiter.

Rudolf heiratete 1912 die aus Ostpreußen stammende Elsbeth S. und zog mit ihr ins 9 km entfernten Groß-Dreidorf, wo er 1000 Morgen Seenpachtung übernommen hatte. Dort wohnten sie nur 1½ Jahre bis Anfang 1914, das heißt bis zum Tod des Vaters August. In Groß-Dreidorf gebar Elsbeth ihr erstes Kind (Heinz, 1913) von Zehn Kindern. Nach dem Tod von August zog die junge Familie von Dreidorf zurück in den Niederkrug. In diesem Haus wurden die anderen 9 Kinder geboren.

In diesem Hause hat unsere Familie vom 01.01.1885 bis 30.06.1937 gewohnt. Hier wurden insgesamt Fünfzehn Kinder der Familie geboren. Vier Familienmitglieder sind hier verstorben: August und Juliane, sowie ihre Kinder Emma und Paul.

Rudolfs und Elsbeths Tochter Giesela schrieb über den Niederkrug folgendes:

>> Das Haus wurde aus Feldssteinen gebaut. Die Ecken, die Fensterumrandungen, der Etagenabschluß und die Dachschrägen waren aus Ziegelsteinen. Die Wände waren sehr dick. Es ließ sich in diesem Hause gut leben! Auch war für unsere Familie viel Platz. Der Gerhard schwärmte noch in Mölln von dem Haus.: „Im Winter warm und im Sommer kühl!“

Von der Straße führte ein Eingang durch eine Veranda ins Herren- und ins Eßzimmer. In diesem großen Zimmer standen Mamas schöne Möbel. Dieser Raum kam mir wie ein Heiligtum vor. Wohl auch, weil er von uns Kindern nur zu besonderen Anlässen betreten wurde. Hier wurde Weihnachten gefeiert, mit einem Tannenbaum bis an die Decke und sehr viel Lametta geschmückt. Die Mama liebt es so. Auch waren die Kugeln nur in weißsilber und die Kerzen weiß. Bunt waren eigentlich nur die Äpfel. So ist es in meiner Erinnerung.

Im Herrenzimmer stand das Klavier, auf dem die Hilla spielte. Die Weihnachtslieder habe ich besonders gerne gehört. Hier hatte der Papa seinen Schreibtisch und hier wurden auch seine Besuche hereingeführt<<

Im August 1914 begann der erste Weltkrieg und Rudolf wurde eingezogen und musste Soldat werden. Bald schon begann die Zivilbevölkerung zu hungern, weil die „Ernährer“ fehlten und die Frauen mit ihren Kindern nicht allein die Ernährung der Bevölkerung sichern konnten.

Auch die Fischerei lag total am Boden.
Rudolfs Ehefrau Elsbeth fuhr eines Tages zum Landratsamt nach Wirsitz, stellte dort die Sachlage dar und bat um Entlassung ihres Mannes aus der Armee. Da Rudolf auf dem einen Auge nicht gut sehen konnte, demzufolge nicht voll kriegstüchtig war, wurde dem statt gegeben und er kam schon 1917 nach Hause. Er baute die Fischerei wieder auf und half die Ernährung der Bevölkerung zu sichern.

Über Elsbeth schrieb ihre Schwester Herta:

>> Das nächste Familienereignis, war die Einsegnung meiner Schwester Else. Sie ist ja vier Jahre älter als ich und hatte andere Freundinnen. Auch machte sie die wilden Spiele eigentlich nie mit, sondern interessierte sich viel, viel mehr für Mutters Kochrezepte und lernte bei einer privaten Handarbeitslehrerin die schönsten Handarbeiten, alle nur möglichen Arbeiten. Sie machte alles so sorgfältig und ich bewunderte sie, aber hätte nie die Geduld aufgebracht, es ihr gleich zu tun. Sie erlernte dann später noch die Damenschneiderei und machte schicke Kleider. <<

Giesela schrieb über ihre Mutter:

>> Mama mußte mit 16 Jahren 1909 nach Lobsens gekommen sein und den Papa dort kennen gelernt haben. Er wurde die große Liebe. Onkel Erwin, 1899 geboren, wurde ihr Bote, der die Liebesbriefe überbrachte.

Am 23.10.1912 fand die Hochzeit statt, kurz vor Mamas 19ten Geburtstag. Mama stand als Jungfrau vor dem Traualtar und war sehr stolz darauf. Später, als wir im jugendlichen Alter waren, erzählte sie oft davon, um uns vor Verfehlungen zu warnen. Sie sagte: „Ich brauchte nicht heiraten, wenn ich nicht gewollt hätte!“

Eine der ersten Arbeiten, die Mama als junge Frau zu verrichten hatte, war das Abschuppen eines großen Barsches. Die Schuppen, waren schon angetrocknet und sie bekam sie nicht ab. Auch stach sie sich an den Stacheln der Rückenflossen, diese Stiche sind sehr schmerzhaft, können auch Entzündungen hervorrufen. Sie stand vor dieser für sie unlösbaren Aufgabe und brach voller Verzweiflung in Tränen aus. Sie wollte und sollte doch ihrem Mann eine gute Mahlzeit bereiten. Aber die zarten Schneiderhändchen waren diesem Härtetest nicht gewachsen. So sieht man hier, daß auch damals die jungen Frauen gar nicht wußten, was in der Ehe so alles auf sie zu kommen konnte.

Später, wenn Papa manchmal mit Mamas Tun nicht einverstanden war, sagte er: „Ja, nimm dir eine aus der Stadt, die ’ne schlanke Taille hat!“ Mama war das ganze Gegenteil von seiner Mutter. Seine Mutter, die tüchtige Bauerin und Mama, die feine Städterin, die doch viele Dinge des ländlichen Lebens nicht kennen gelernt hatte. Aber; „Wo die Liebe hinfällt!“

Außer Papa war noch ein zweiter Bewerber da. – Ein Pastor. – Aber unsere Mutter zog den Fischer vor. Weil unsere Mutter (Mama) eine gute Köchin war, schmeckte alles vorzüglich und es wurde auch nicht knapp gegessen. Da die Männer in der Fischerei schwer arbeiten mußten, wurden auch Kalorien verbraucht. Es gab zweimal in der Woche Fisch, auf verschiedene Weise zubereitet. Auch abends wurde warm gegessen. Da gab es auch noch oft Fisch. Trotzdem haben wir uns den Fisch niemals übergegessen.“ <<

Über ihren Vater Rudolf schrieb seine Tochter Giesela:

>> Papa war eher wortkarg, doch was er sagte, hatte „Hand und Fuß“. Er kannte viele Bauernsprüche und gab sie uns mit auf den Lebensweg. Diese Weisheiten haben uns im Leben begleitet und man war gut beraten, wenn man sie beachtete. Sie beruhten auf Lebenserfahrungen, die Generationen vor uns schon gemacht hatten.

Viele dieser Sprüche sind allgemein bekannt, weil sie Volksweisheiten sind und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Hier will ich versuchen einige Sprüche Papas aufzuschreiben.

  • So, wie es in den Wald hineinschreit, schreit es auch wieder hinaus.
  • Der Berg kommt niemals zum Propheten, der Prophet muß zum Berge kommen.
  • Das Wasser läuft nicht den Berg hinauf.
  • Was du nicht willst, das man dir tu, daß füg auch nicht dem nächsten zu!
  • Selbst ein Esel stößt sich nicht zweimal an den gleichen Stein!
  • Den Kopf halt kühl, die Füße warm, das macht den reichsten Doktor arm!
  • Kleine Kröten haben auch ihr Gift!
  • Heulen hilft nicht, man muß etwas dagegen tun!
  • Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen!

Friedel sagt, sie hat die Weisheiten Papas richtig in sich aufgesogen und war damit oft gut beraten. <<

Weiter schreibt Giesela über ihre Eltern:

>> Die Eltern gewährten uns Kindern viel Freiheit. Auch kann ich mich nicht entsinnen, daß sie uns bei den Schularbeiten geholfen haben. An den Geburtstagen durften wir Gäste einladen und da hatte die Mama allerhand Überraschungen auf Lager.

„Dame“ und „Mühle“, „Mensch, ärgere dich nicht“ wurden gespielt. Ein Höhepunkt war das „Chinesische Gastmahl“. Da gab es immer viel Gaudi. Beim „Chinesischen Gastmahl“ mußten alle die Hände unter Tisch stecken, hinter der Tischdecke versteckt. Mogeln gab es nicht, das verdarb das Gericht. Die Mama kam dann mit einer Schüssel, die zugedeckt war, an den Tisch und setzte sich zu uns.

Unter dem Tuch holte sie etwas vor, das sie unter dem Tisch dem Nächsten reichte. Der mußte das an den anderen weiterreichen. So ging es von Hand zu Hand, bis das Gericht wieder bei der Mama angekommen war. Als erstes gab es gesottenen Regenwurm, der zweite Gang ein gekochtes Mäuschen, weiter ging es mit gebratenem Igel, oder auch Froschschenkel und so fort. Insgesamt waren es sieben Gänge. Ich kann mich nicht mehr an alle erinnern.

Wenn wir diese Leckereien hörten und diese Gerichte in die Finger bekamen, ging das Gejuche los. Es fühlte sich auch alles so nach dem Angesagten an. Zum Schluß stellte die Mama die Schüssel auf den Tisch und zeigte, was das alles so war. Der Regenwurm war ein Stück Strick voll Wasser gesogen. Die Maus aus Watte zurecht gemacht und der Igel eine Kartoffel mit Streichhölzern bespickt. Trotzdem wir das öfter mitgemacht haben, hat es immer wieder Spaß gemacht, weil unsere Gäste dieses Gericht nicht kannten. Schon allein die Gesichter, die gezogen wurden, brachten uns zum Lachen.

Im Winter gab es oft viel Schnee, da spannte der Papa die Pferde an, die Schlitten wurden hintereinander angehängt und los ging die Schlittenfahrt! Wollte die Mama mal in die Stadt wurde der Pferdeschlitten angespannt. Wir durften natürlich auch mitfahren. Allerdings schön warm in Decken eingepackt. Was bei der Kälte und der Länge der Fahrt auch nötig war. Diese Fahrten fanden wir immer wunderschön.

Wir hatten auch einen Eiskeller. Er wurde in die Erde gebaut und hatte ein Gewölbe aus Steinen. Obendrauf kam noch eine Dämmschicht und sehr viel Erde darüber. Es sah aus wie ein Bunker aus Erde. Dort drinnen war es bis zum Sommer eisig kalt. Denn im Winter wurden dicke Quader aus dem Eis im See gehackt und in den Keller gebracht. Die hielten sich dort bis zum Sommer. In der warmen Zeit wurden die Kisten mit Fisch hinein gebracht, damit sie auskühlten, bevor sie zum Markt zum Verkauf gebracht, oder auch in die Stadt geliefert wurden. <<

Auf Grund des Versailler Vertrages kamen die preußischen Provinzen Westpreußen und Posen 1920 weitgehend zu Polen. Eigentlich sollte eine Volksbefragung stattfinden. Das wurde jedoch vom polnischen Staat verhindert, denn die meisten Menschen (auch Polen) hätten für die Zugehörigkeit zu Deutschland gestimmt.

Jeder, der in diesem Gebiet wohnte musste sich nun entscheiden, entweder hier weiter leben zu wollen und die polnische Staatsbürgerschaft anzunehmen, oder nach Deutschland auswandern unter Zurücklassung des Eigentums. Rudolf und Elsbeth hatten sich entschlossen, mit den fünf kleinen Kindern zu bleiben. Hier hatte er den Pachtvertrag mit dem Grafen und konnte mit der großen Familie im Niederkrug wohnen.

Es begann eine unruhige politische Zeit. Rudolf und seine Familie mussten 1922 „polnische Staatsbürger deutscher Nation“ werden. Ab 1928 kam es durch die polnische Verwaltung zu Enteignungen der Deutschen, wonach dem Grafen zu Limburg-Stirum zunächst noch 750 Morgen verblieben.

Rudolf durfte zwar weiter fischen, jedoch bezahlten ihm die Polen nichts mehr für die Fische. Deshalb „exportierte“ Rudolf soviel Fische ins benachbarte Deutsche Reich, wie ausgeführt werden durften und verkaufte diese auf dem Markt in Flatow. Das war die nächste deutsche Stadt in der Provinz Pommern (Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen).

Der Verkauf der Fische in Flatow war ein gutes Geschäft, denn Rudolf wechselte eine Reichsmark gegen 2 Zloty (die polnische Währung). In Polen konnte man für 80 Groschen (0,80 Zloty) schon ein Pfund Butter kaufen. Rudolf sagte immer: „Nach Flatow braucht Niemand mitzukommen, dort hilft mir die Anna!“ Sie machte das sehr gerne.

Im Jahr 1934 erhielten Rudolfs Söhne Heinz und Gerhard den Einberufungsbefehl zum polnischen Militär. Als einziger Ausweg blieb den beiden Brüdern nur die Flucht über die ca. 7 km entfernte grüne Grenze ins Deutsche Reich (am 1.6.1934), um nicht gegen die eigenen Landsleute im polnischen Heer aufgestellt zu werden.

Für den „Rest“ der großen Familie beantragte Rudolf die Einreisegenehmigung nach Deutschland. Am 30.6.1935 lief der 50-jährige Pachtvertrag aus. Nach Rudolfs handschriftlichem Schreiben aus Rummelsburg, wurde ihm die Seenpacht endgültig am 1.10.1936 abgenommen.
Der Graf war nicht bereit, weiter an die Familie zu verpachten. Der Herr von Limburg-Stirum hätte dann einen finanziellen Verlust erlitten, denn es griffen in diesem Fall – wenn die Pacht noch länger andauert – irgendwelche Gesetze, die dem Pächter einen Vorteil brächten.

Doch Rudolf wollte den Niederkrug nicht freiwillig räumen. Wo sollte er auch mit der großen Familie hin? Und etwas Anderes als die Fischerei hatte er nicht gelernt. Der Graf setzte durch, dass der Niederkrug zwangsgeräumt wurde. Rudolf sagte: „Ich fasse Nichts an.“ So schickte der Graf seine Leute, die das Mobiliar auf die Wagen luden und es bei Rudolfs ehemaligem Parteifreund in der Scheune unterstellten. So musste nun gezwungenermaßen Rudolf mit seiner Familie am 1. Juli 1937 aus dem Niederkrug ausziehen, der in mehr als 52 Jahren zum „Heimathaus“ unserer Familie geworden war.

Die Familienmitglieder selbst kamen auch erst einmal für ein paar Tage bei der befreundeten Familie unter. Anschließend konnte die Familie in Ruhden unterkommen, wo Rudolf in der Brennerei bei seinem Schwager Theo L. eine Zeit lang arbeitete.

Im Sommer 1938 sollte Rudolfs 3. Sohn, der Elmar, zum polnischen Militär eingezogen werden. Auch er entzog sich dem durch Flucht über die grüne Grenze ins Deutsche Reich. Ein paar Tage nachdem der Elmar in Deutschland war, kam ein polnischer Polizist heimlich zu Rudolf und sagte ihm, dass er ihn morgen früh verhaften muss. Er sollte ins Gefängnis gekommen, denn der polnische Staat wollte es sich nicht bieten lassen, dass drei Söhne sich dem Wehrdienst entzogen hatten. Der Vater sollte dafür zur Rechenschaft gezogen werden! Diese Nachricht veranlasste Rudolf noch in dieser Nacht Polen zu verlassen.

(Friedel meinte: ‚Die Geschichte von dem Polizisten hätte der Papa oft erzählt. Auch um zu zeigen, dass Papa mit den polnischen Mitbürgern ein gutes Verhältnis hatte.‘)

Rudolf meldete sich in Flatow bei der Polizeibehörde und wurde in ein Flüchtlingslager in dem Ort Rummelsburg eingewiesen. Elsbeth folgte später ihrem Mann mit den 5 kleinen Kindern nach Deutschland ins Lager Rummelsburg. Von dort zog Rudolf mit seiner Familie (Elsbeth und die 5 jüngsten Kinder) im Frühjahr 1939 nach Fischhausen. Das ist unweit der Ostseeküste in der Nähe von Königsberg in Ostpreußen.

Im September 1939 wurde Rudolf in seine alte Heimat abkommandiert und zog mit seiner Familie nach Groß-Dreidorf, wo er einst geheiratet hatte und wo sie bis 1945 blieben. In dieser Zeit war er Kreisfischermeister des Landkreises Wirsitz. Was war inzwischen aus Rudolfs Geschwistern geworden? Beginnen wir bei seinem ältesten Bruder, meinem Großvater.

Gustav ist im Alter von 20 Jahren zum Militär gegangen, wo er 12 Jahre als Elitesoldat dem preußischen König und deutschem Kaiser im „Grenadier-Regiment König Wilhelm II “ Nr. 7 gedient hat. Er war in Liegnitz in der preußischen Provinz Schlesien stationiert.

Liegnitz war die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und hatte rd. 77.000 Einwohner. Dort heiratete er 1906 im Alter von 27 Jahren – er war inzwischen Sergeant – die aus Liegnitz stammende 22-jährige Alma R.. Ein gutes Jahr später gebar sie dort die erste Tochter: Irmgard Edith Gertrud und im Jahr 1909 ihren Sohn: Helmut Gustav August, mein Vater.

Gustav war zu diesem Zeitpunkt (1907) bereits Feldwebel. Am 31.3.1911 verließ er das Militär und wurde Beamter in der preußischen Verwaltung in Breslau, der „Hauptstadt“ von Schlesien mit rd. 625.000 Einwohnern. Dort erblickte ihre zweite Tochter 1919 das Licht der Welt: Ursula. Im Alter von 64 Jahren starb Gustav bei einem Besuch in Flatow.

In Breslau lebte die Familie bis 1945. Sein Bruder August, genannt Oskar, arbeitete erst in der Fischerei mit. Später ging er zum Militär und wurde Hauptmann. Es fiel ihm schwer, die Niederlage am Ende des 1. Weltkrieges zu ertragen. Die Soldaten hatten doch so tapfer gekämpft!

Da im Versailler Vertrag festgelegt wurde, dass Deutschland nur noch ein 100.000 Mann starkes Heer halten durfte, waren viele ehemalige Berufssoldaten überflüssig und sie mussten sich eine andere Aufgabe suchen. Zu diesen gehörte auch „Oskar“. Er soll geweint haben, als er seinen Soldatenrock auszog. Im ersten Weltkrieg waren 5 Söhne der Familie an der Front und alle sind bewart geblieben und heimgekehrt.

„Oskar“ (so wurde er in der Familie nur genannt und kaum jemand weiß, dass er in Wirklichkeit wie sein Vater August hieß) zog vom Niederkrug 1920 nach Berlin. Doch die Existenzgründung in Berlin war sehr schwer. „Oskar“ versuchte es mit Schweinehandel. Später wurde er Seifenhändler, das heißt er führte eine Drogerie. Auch an eine Seifenfabrik hatte er mal gedacht.

In Berlin lernte er seine Frau Gertrud H. kennen, die er 1923 im Alter von 41 Jahren heiratete. Die Ehe blieb kinderlos. „Oskar“ war sehr kinderlieb. Er soll einmal gesagt haben: „Ach, ist das schön, dass der Rudolf so viele Kinder hat!“. Mit seiner Frau hatte er einen Zigarrenladen auf dem Alexanderplatz in Berlin. Später, als man mehr Militär zuließ, wurde er wieder Offizier. Schließlich zogen sie nach Lübeck, wo „Oskar“ als Feuerwerkshauptmann 1937 mit 56 Jahren einem Herzinfarkt erlag.

Die Schwestern Anna und Hulda verließen den Niederkrug 1922 und kauften in der Nähe das Gut Buntorwo, ca. 40-60 Morgen. Dieses Land bewirtschafteten sie zusammen mit ihrem jüngsten Bruder Erwin. Dieser hatte aber keine so große Freude an der Landwirtschaft und folgte seinem Bruder „Oskar“ nach Berlin. Anna und Hulda bewirtschafteten das Gut (Bauernhof) bis ca. 1924. Nachdem sie den Hof verkauft hatten, bauten sie – natürlich mit Hilfe der Familie – in Flatow (Grenzmark Posen-Westpreußen) in den Jahren 1924 bis 1926 ein großes Haus. Erdgeschoß und 1. Stock wurden vermietet und sie selbst bezogen die Dachgeschoßwohnung.

In einen Anbau ihres Hauses bauten die beiden Schwestern einen Saal als Versammlungsort für die „Landeskirchliche Gemeinschaft“. Hulda und Anna waren bereits in jungen Jahren zum Glauben gekommen und hatten ihr Leben nach den Maßstäben der Bibel ausgerichtet. Schon seit ihrer Jugend hatten sie die Versammlungen der „Landeskirchlichen Gemeinschaft“ (innerhalb der evangelischen Landeskirche) in Luchowo besucht. Hulda arbeitete in der Sparkasse, während Anna das Haus, den Hof, den Garten und den Gemeinschaftssaal in Ordnung hielt. Sie lebten in Flatow bis 1945. Beide fanden keinen Ehepartner.

Seine Schwester Martha verließ 1912 den Niederkrug und heiratete mit nicht ganz 22 Jahren den Brennereiverwalter Theo. Sie blieben in der Gegend und wohnten in Ruhden bei Wissek.

Giesela erzählt:

>> Neben der Brennerei in Ruhden, ca. 50m entfernt, war das Gleis einer Kleinbahn (Rübenbahn). Ein schönes Erlebnis für Friedel war, wenn die Tante Martha sich auf das Gleis stellte und dem Lokführer winkte. Darauf hielt der Zug an und sie konnten einsteigen. In einen Gepäckwagen. An den Seiten Bänke und in der Mitte Platz für das Gepäck. Die Fahrt ging nach Wissek in das kleine Städtchen. Normalerweise war der Zug für Produkte der Bauern gedacht. Doch hatten die Menschen Gelegenheit mitzufahren. Hillas Erinnerungen sind, daß die Tante Martha sie bis nach Wissek zu einer Gastwirtin am Marktplatz gebracht hatte. Die sorgte dann dafür, daß die Hilla rechtzeitig zum Zug ging, um von Wissek nach Lobsens zu fahren. <<

Theo war durch den Zusammenhalt seiner vielen Geschwister sehr kinderlieb und hätte auch gern eigene Kinder gehabt. Leider hatte Martha einen Gebärmuttervorfall und konnte aus diesem Grund keine Kinder bekommen. In der damaligen Zeit war es noch nicht möglich, einen Frauenarzt aufzusuchen um Abhilfe zu schaffen. Außerdem waren in Polen die Ärzte noch längst nicht so weit, eine derartige Operation durchzuführen. Erst nachdem Martha in Deutschland war, also 1938, wurde sie operiert. Dort waren die Ärzte schon viel weiter mit der Operationstechnik.

Theo erkrankte im Herbst 1937. Er hatte sich in der Brennerei erkältet und bekam noch eine Lungenentzündung dazu. Ein Arzt wurde hinzugezogen, doch der konnte nicht helfen. Damals gab es noch nicht die entsprechenden Medikamente. Theo lag mit hohem Fieber da. Man legte ihm zur Linderung feuchte Tücher auf den Mund. Sehnsüchtig wartete er auf seine älteste Schwester Emma. Er blickte immer zur Tür. Rudolfs Tochter Hildegard war bei ihm. Sie hörte wie er auf einmal röchelte und er verstarb in ihren Armen. Wenige Augenblicke später betraten Martha und Emma das Zimmer. Doch Theo war schon tot. Er hat seine Schwester nicht mehr gesehen. Er war nur 50 Jahre alt geworden. Martha zog wenig später (1938) zu ihren beiden Schwestern nach Flatow. Sie fand ebenfalls bei der Sparkasse eine Arbeitsstelle.

Sein Bruder Wilhelm (Willi) arbeitete auch zunächst in der Fischerei mit. Auf Grund des Versailler Vertrages von 1920 ging er nach Danzig (an der Ostsee), die vor dem Versailler Vertrag noch zur Provinz Westpreußen gehört hatte. Danzig wurde nun als „Freie Stadt“ bezeichnet. Er wurde Beamter in der preußischen Verwaltung.
In Danzig heiratete er mit 26 Jahren im Jahr 1920 die 25-jährige Charlotte R.. Aus dieser Ehe gingen 1921 Dietrich und 1928 Erika hervor. Rund 3 Monate nach der Geburt ihrer Tochter Erika starb Charlotte im Alter von 33 Jahren. Erika wurde von ihrer Tante Martha aufgezogen. Martha war sehr glücklich darüber, da sie selber ja keine Kinder bekam. Die Erika blieb bei Martha und Theo, bis sie sieben Jahre war. Rudolfs Sohn Gerhard ging später in Danzig auf das Gymnasium und wohnte dort bei seinem Onkel Willi.

Wilhelm heiratete 1932 ein zweites Mal: Die 25-jährige Hildegard K.. Das Haus, in dem Wilhelm mit seiner ersten Frau gelebt hatte, war inzwischen verkauft. Wilhelm und Hildegard nahmen sich eine Fünfzimmerwohnung in der Schischaugasse, in der Nähe der Schischauwerft. Hier wurden zwei Mädchen geboren: Sigrun und Susanne. Nun brauchte die Hildegard ein Kindermädchen und die Erika wurde geholt. Man kann sich denken, wie schwer das der Erika, ihrer Tante Martha und ihrem Onkel Theo fielen. Wilhelm kam öfter zu Besuch nach Rattay in den Niederkrug, auch mit der Hildegard. Die Hildegard konnte Klavier spielen und Wilhelm Geige.

Nun kommen wir zu seinem Bruder Erwin – der jüngste von den 12 Geschwistern (wovon 4 im Kindesalter gestorben sind). Wie bereits erwähnt, war er seinem Bruder „Oskar“ nach Berlin gefolgt. Dort arbeitete Erwin bei der U-Bahn in einem Stellwerk. Im Alter von 28 Jahren heiratete er 1927 in Berlin die 23-jährigr Ella E.. Aus dieser (ersten) Ehe gingen 1930 Ilse und 1934 Joachim (genannt Jochen) hervor.
1939 wurde er aufgrund seiner Herkunft nach Bromberg in die städtische Verwaltung versetzt. Bromberg war ja der Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirks, in dessen Kreis Wirsitz der Niederkrug lag. Rudolfs Tochter Lilo (Liselotte) war ebenfalls nach Bromberg gezogen und arbeitete dort bei der Post. In Bromberg hatte sie 1943 Horst G. geheiratet und ein Jahr später ihre Tochter Marlies geboren.

Ab 1945

1945 wurde die Familie – wie alle Deutschen – aus den östlichen deutschen Gebieten vertrieben bzw. flüchteten vor den herannahenden sowjetischen Truppen.

Rudolf flüchtete von Dreidorf über Flatow mit seiner Familie und seinen Schwestern Anna, Hulda und Martha mit zwei Pferdewagen im Flüchtlingstrack nach Buchholz in Mecklenburg bei Neubrandenburg. Dort lebte Rudolf bis zu seinem Tod im Jahr 1953. Seine Frau Elsbeth starb im Jan. 1975 im Alter von 81 Jahren bei ihrem Sohn Heinz in Verl (Krs. Gütersloh zw. Bielefeld und Paderborn in Nordrhein-Westfalen) und wurde nach Mölln bei Altentreptow in Mecklenburg überführt, weil dort ihr Mann Rudolf seine letzte Ruhestätte gefunden hatte. Martha L., geborene T., starb 1947 im Sophienhof in Loitz bei Neubrandenburg. Anna und Hulda kamen mit Erwins Sohn Jochen nach Briest bei Tangerhütte im Kreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Anna starb Ende 1946. Hulda lebte bis Ende 1958 in Tangerhütte und flüchtete dann über die noch offene Berliner Grenze nach Wolfsburg, wo sie 1966 im Alter von fast 80 Jahren verstarb.

Meine Großmutter Alma, die Witwe meines 1943 verstorbenen Großvaters Gustav, flüchtete mit ihrem Enkel Norbert zu Fuß aus Breslau. Die Männer waren ja in Kriegsgefangenschaft. Alma verschlug es über viele Stationen (u.a. Oberchelden im Krs. Siegen in Westfalen 1946/47, Wolkramshausen im Kyffhäuserkreis in Thüringen 1947-1951) nach Magdeburg in Sachsen-Anhalt. In Magdeburg lebte sie mit ihrem Sohn Helmut (meinem Vater) von 1951 bis Ende Mai 1954. Ein halbes Jahr nach der Eheschließung ihres Sohnes mit (meiner Mutter) Gerda zog sie nach Büchenbach bei Schwabach in Franken zur Familie ihrer Tochter Irmgard H. und mit ihnen zusammen im Mai 1955 nach Stuttgart (Württemberg) wo sie 1958 – meinem Geburtsjahr – im Alter von 74 Jahren verstarb.

Irmgard, des Gustavs älteste Tochter, flüchtete alleine nach Brist bei Tangerhütte. Ihr Sohn Eberhard war mit 17 Jahren in russische Kriegsgefangenschaft gekommen, aus der er 1949 entlassen wurde. Irmgard ging 1952 von Tangerhütte nach Büchenbach, wo ihr Sohn Eberhard inzwischen eine Eigentumswohnung gebaut hatte. Ihr Mann Bernhard wurde erst im Frühjahr 1953 schwerkrank aus der Kriegsgefangenschaft (in Bautzen!) nach Büchenbach entlassen.

Erwin kam nach kurzer Kriegsgefangenschaft 1946 zuerst nach Buchholz und 1947 nach Tangerhütte im Kreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Seine Frau Ella war mit der Tochter Ilse nach Dresden geflüchtet. Ihre Ehe mit Erwin hatte Ilse inzwischen für aufgelöst erklärt. Obwohl die Ehe nicht wirklich geschieden war, heirateten Erwin und Ilse ein zweites Mal. So erzählte es mir ihr Sohn Jochen im Mai 2005. Doch es ging nicht gut mit den Beiden und sie trennten sich wieder. Die Ehe wurde nun (1947) wirklich geschieden. Ella zog mit der Tochter Ilse nach Dresden und Jochen blieb beim Vater. Erwin heiratete 1950 zum zweiten Mal: Die 38-jährige Witwe Hildegard S., geborene W.. Aus dieser zweiten Ehe gingen keine Kinder hervor. Erwin verstarb 1980 in Tangerhütte mit 81 Jahren. Seine erste Frau Ella starb 1968 und seine zweite Frau Hildegard 1989.

Von Erwin gibt es eine Tonbandaufnahme aus dem Jahr 1980, auf der er u.a. folgendes erzählt:

>> Unsere Vorfahren haben in Ostpreußen Bernstein gesammelt. (Anmerkung von meinem Onkel Matthias: Mir sagte er, dass es an der Kurischen Nehrung war, das ist an der ostpreußischen Ostseeküste. Dort wird auch heute noch Bernstein gesammelt.) Später sind sie weiter ins Land gezogen, in den Warthegau und wurden dort Kolonisten. Dort hat der Vater August seine Frau Juliane gefunden. Sie bekam 200 Taler als Mitgift mit. Das war zu der Zeit viel Geld! Für 15 Taler bekam man eine Kuh. Da kann man sich vorstellen, wie viel Wert diese Taler hatten.

Die Mutter Juliane stammte aus einer Hugenottenfamilie, die damals, wegen ihres Glaubens, aus Frankreich vertrieben wurden. Sie sind im Netzegau Kolonisten geworden. Die Familie war sehr fromm. Während ihrer Ehe mit dem August, sind sie nach Ferguson, Luchowo und Lobsens (Rattay Niederkrug) gezogen. In dieser Ehe wurden zwölf Kinder geboren. Die ersten in Ferguson, später mein Bruder Rudolf in Luchowo und die anderen Geschwister und ich in Rattay.

Mein Vater August hatte die Konrektorschule in Riesenburg besucht. (Anmerkung von Matthias: Riesenburg liegt am Sorgensee in Westpreußen.) Dort lernte er französisch. Er war ein feiner Mann. Er ging immer mit seinem Bäffchen. (Ein Stückchen Oberhemd mit Binder) Das trugen die Leute, die sich als besser gestellt ansahen. Das Weihnachtsfest wurde immer mit gutem Essen gefeiert. Ein riesiger Karpfen wurde geschlachtet. Einer mit 17 Pfund. Einen großen Nuss-Schinken gab es (18 Pfund). Auch zwei Gänse wurden gebraten. Zu Silvester, wenn der Vater Geburtstag hatte, gab es zwei Hasen. Ein Hase hätte für die große Familie ja gar nicht gereicht.

Über zwei Brücken kam man nach Lobsens, einem kleinen Städtchen. Ca. 200 m von Rattay-Niederkrug entfernt. Von Lobsens hatte ich eine Karte mit dem kleinen Reim:

„Wer unser Lobsens noch nicht kennt,
das sich die Perle Posens nennt;

mit all den schönen Mädchen und Präparandie;
im Übrigen komme selbst und sieh!“

Meine Schwester Martha, Bruder Willi und ich, haben diese Präparandie – Vorschule für Lehrer – besucht.

Ich hatte später eine Fischerei in Deutschland und mein Bruder Rudolf eine Fischerei in Polen. Beide hatten wir etliche Seen gepachtet. Der Fischreichtum war enorm! Der Rudolf hatte einmal an einem Tag 70 Zentner Schleie gefangen und am nächsten Tag noch einmal 60 Zentner. Den dritten Tag noch einmal 40 Zentner. Er wusste gar nicht wohin damit. Darum hat er die Fische in Deutschland verkauft.

Die Seen waren überbelegt, denn die Fische hatten einen ganz dünnen Rücken. Sie mussten hungern. Darum wurde erst einmal Luft geschafft. Einmal wurden auch 12 Pferdewagenkästen Bleie gefangen in Nicherowo von Vater August. Ein andermal auch große Mengen an Karauschen. Hier sind die Überlieferungen etwas widersprüchlich, in welchen Gewässern diese Fische gefangen wurden.

Meine Mutter hatte mich fein angezogen. Ich war acht Jahre alt, da stand ich so da, mit meiner Bluse mit der Schleife, den Pumphosen und Lackstiefeln. Da kam die Frau Herz vorbei und sagte: „Da steht der kleine Herr Geheimrat!“ Mit acht Jahren, war ich schon ein Herr Geheimrat. <<

Es waren beinahe seine letzten Worte. Zum Abschied sagte er noch zu Hilla: „Es war schön bei Euch, ob wir uns noch ein mal wiedersehen? Bleibt alle gesund!“

Sie haben sich nicht wieder gesehen. Ein paar Tage nach der Reise ist Erwin an Herzversagen gestorben.

(Stand Mai 2005)

Zusatz: Lage der Wohnorte unserer Vorfahren in Preußen
Die Preußischen Provinzen sind grau gefärbt

Die roten Zahlen auf der Karte sind die Wohnorte:

  1. Klein-Rhodau, Groß-Rhodau, Peterwitz
  2. Lobsens, Rattay, Luchowo, Eberspark, Ferguson, Dreidorf
  3. Samotschin, Margonin, Laskowo (um 1900 umbenannt in Seefeld)
  4. Flatow (gehörte ab 1919 zur Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen)
  5. Liegnitz
  6. Breslau
  7. Bromberg
  8. Danzig
  9. Mölln, Buchholz, (Neubrandenburg)
  10. Tangerhütte, Stendal

❗ WICHTIG: Wer gegen das Urheberrecht verstößt und die Fotos meiner Ahnen und / oder die Genealogie (§ 2 UrhG) für antideutsche Propaganda und / oder Hetzartikel missbraucht, darf schonmal einen dicken Kredit aufnehmen bzw. Koffer packen. Das gilt übrigens auch für alles andere, was ich bisher veröffentlicht habe! Solange man mir weismachen will, dass es in der BRD „Regeln & Gesetze“ gäbe, die für Jedermann gelten, halte ich mich auch daran…😉

>> Ich verweise hier u. a. ganz klar an die §§ 11, 12(1), 13, 14 und 23(!) UrhG.

67 thoughts on “Preussenkind: „Meine Ahnen waren auch Opfer von Krieg & Vertreibung“

    • Dankeschön. Die Anerkennung gilt aber meinem Onkel. Er hat den Großteil dieses Artikels erarbeitet. Ich habe das Ganze nur in eine hoffentlich verständlichere Form gebracht und mit dem kursiv Geschriebenen einen bescheidenen Beitrag geleistet.🙂

      Ich hätte noch das hier anfügen können – habe es aber leider erst heute entdeckt:

  1. Hallo,
    ich habe mich auch einmal mit meinen Vorfahren beschäftigt und väterlicherseits komme ich aus Afrika und mütterlicherseits von den Kalender Berge. Dort war der Adel zuhause. Natürlich waren meine Vorfahren Sklaven.
    Ich habe aber herausgefunden, dass in Wirklichkeit die Blutlinie und das Geschlecht immer nach der Frau definiert wird, denn sie schafft durch das Blut das Leben. In Geheimorganisationen wird dieses so gehandhabt. Das Patriarchat (Vaterherrschaft) hat dieses unterwandert durch den Samenkult und dem Blut Jesu. Es ist meine Meinung, dass die Massen über das Wort verführt werden wie es im Johannesevangelium geschrieben steht.
    Auf jeden Fall habe ich mich mit dem Adel beschäftigt und weiß heute, dass er durch Logen stark bekämpft wurde. Das Ziel der Neuen Weltordnung ist nach meinem Wissen ja die Auflösung der Souveränität der einzelnen Staaten, also deren Regierung, und damit natürlich auch der Königshäuser. Diesen Größenwahn an Machtgeilheit hat sich eindeutig eine okkulte Bruderschaft gesetzt und das schon seit babylonischen Zeiten. Konstantin beherrschte schon das Heilige Römische Weltreich, aber es war in Ost und West geteilt und es gab viel Widerstand durch die gnostischen Christen. Daher mussten sie erstmal vernichtet werden. Wie geht es besser als mit den eigenen Waffen zu schlagen? Man nahm das Christentum an und veränderte es einfach und im Laufe der Zeit immer mehr und heute kennt niemand mehr das Original (Frauen waren absolut gleichberechtigt und es wurde sogar die Frau mit einer universellen Göttin gleichgestellt).Fast alle christliche Gemeinden werden heute von Freimaurern geführt, die das Ziel der Neuen Weltordnung haben. Die Verführung liegt darin, dass die Christen glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist und auf den Messias warten, der in Wirklichkeit niemand anderes ist als der neue Weltherrscher in der Neuen Weltordnung. So hat man die Bibel geschickt mit Wahrheiten gespickt und dann gezielt mit Worten unterwandert, um die Massen zu einem Weltherrscher zu verführen. Die Bibel enthält den Code, dass das Ziel die Vernichtung aller Religionen ist und es zu einer Vereinigung einer neuen Weltreligion kommen soll, die dem patriarchalen Weltherrscher dient und angenehm ist. Man kann sich das gar nicht vorstellen, dass in der heutigen aufgeklärten Zeit so viele Wahnsinnige rumlaufen, die über okkulte Bruderschaften dieses Ziel verwirklichen wollen.

    • Ich erinnere mich an einen wichtigen Satz aus meiner Kindheit: „Dass in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen nicht unnötig.“ Lichtenberg hatte damit nicht ganz Unrecht…😉

      Weißt Du, der Fluch ist das Gebet des Teufels – die meisten Homo sapiens sind so primitive Tiere, dass sie sich – egal, wie frei sie auch sein könnten – immer etwas Neues suchen, an dem sie sich festbeißen „dürfen“. Sie machen sich freiwillig von irgendetwas abhängig, weil sie Angst vor eigenen Entscheidungen, möglichen Risiken und damit verbundenen Konsequenzen wie Schmerz und Kummer haben. Sie wissen nicht, ‚dass Fehler zum lernen da sind‘ und dass dieser Spruch keines ihrer Hirngespinste ist. Mark Twain hat es mal ganz treffend formuliert: „Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt so manches.“

      Ich halte es ganz einfach mit dem Glauben an sich selbst. Wer seinen inneren Frieden gefunden hat und sich somit seiner Identität bewusst ist, braucht kein Buch und keine Diktatur mehr, um sich lenken zu lassen. Mich führen ein (durch gute und schlechte Erfahrungen geprägtes) gesundes Werte- und Moralempfinden und meine persönlichen Emotionen ans Ziel. Alles andere wäre zusätzlicher (unnötiger) Halt, weil ich meinem eigenen Wesen und seiner Stärke nicht vertrauen würde. Ich stünde mir selbst im Weg…:mrgreen:

      PS: Willkommen im Club der Freidenker Verschwörungstheoretiker. Deine Version der NWO klingt auch ziemlich spannend. *hehe

      • Gut! ….
        „Ich halte es ganz einfach mit dem Glauben an sich selbst. Wer seinen inneren Frieden gefunden hat und sich somit seiner Identität bewusst ist, braucht kein Buch und keine Diktatur mehr, um sich lenken zu lassen. Mich führen ein (durch gute und schlechte Erfahrungen geprägtes) gesundes Werte- und Moralempfinden und meine persönlichen Emotionen ans Ziel. Alles andere wäre zusätzlicher (unnötiger) Halt, weil ich meinem eigenen Wesen und seiner Stärke nicht vertrauen würde. Ich stünde mir selbst im Weg… “

        das sitzt :-)Klasse🙂

  2. Uff, das dürfte der längste, jemals von dir veröffentlichte Artikel sein. Den heb ich mir für’s WE auf.
    Sehr interessant, sind auch viele Vorfahren aus dem Posener Lande dabei. Und ich hab auf meinem Blog so ausführlich über einen großen Posener Heimatforscher geschrieben.

    Diese Provinz wird meist als vollständig polnisch angesehen, aber sie hatte einen großen bedeutenden deutschen Anteil. Fast jede Stadt ist eine deutsche Gründung.

    • „Sehr interessant, sind auch viele Vorfahren aus dem Posener Lande dabei. Und ich hab auf meinem Blog so ausführlich über einen großen Posener Heimatforscher geschrieben.“

      Jetzt weißt Du auch, weshalb ich mich für Deine großartigen Artikel zu ‚Warschauer‘ bedankt habe… 8)

      • Also das erste was mir im Artikel auffällt, ist die farbige rote Schrift zur Hervorhebung an einigen Stellen. Das ist neu. Hast du dir das wo abgeschaut ?😉

        Auch nach dem 2. Mal durchlesen raucht mir der Kopf bei den vielen Namen. Das wäre bei meiner eigenen Familiengeschichte nicht anders. Wo ich übrigens auch nicht weiterkomme, weil zweidrittel meiner älteren Vorfahren aus dem heute vom Feind okkupierten Land kommen und ich nicht tschechische Archive dafür bezahle um nach meiner nicht-tschechischen Familie zu forschen.

        Interessant, deine Familiengeschichte. Die Spekulation über deine frühe Herkunft ist zwar gewagt aber im Bereich des Möglichen.

        Dein Onkel scheint ein sehr famliär eingestellter Mensch zu sein, der sich nur wenig um Politik kümmert. Den politischen Rahmen der Lebensumstände deiner Vorfahren erläutert er nur bei den ältesten Generationen.
        Als es dann gegen Ende des 19. Jh. ins Posensche geht sind Erklärungen zur politischen Lage Mangelware und werden fast ausschließlich familiär. Das zieht sich dann dahin.

        Anfang der Zwanzigerjahre fand aus den Gebieten, die an Polen abgetreten werden mußten eine wahre Völkerwanderung statt 800000 in den ersten 7 Jahren der polnischen Herrschaft. Eine größere Völkerwanderung in kürzerer Zeit hat bis damals nicht gegeben. Davon ist bei den Schilderungen deines Onkels leider nicht zu lesen. Unwahr ist es zu schreiben, die Enteignungen Deutscher hätten erst ab 1928 stattgefunden. Hier herrscht ein großes Informationsdefizit. Folgt ein geschichtlich Uninformierter diesen Schilderungen, ist er geneigt zu glauben, das Leben der Deutschen in Polen wäre nicht sonderlich schwer gewesen. Ich denke, diesen Eindruck sollte man lieber entgegentreten.
        Einige Maßnahmen sind hier in diesem Buch beschrieben, Kapitel II, 3, b:
        http://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/bierschenk/dvp00.html
        Gibt noch andere Quellen, die ich im Laufe des Jahres aufarbeiten werde.

        Ansonsten kann man der mühsamen und liebevollen Arbeit deines Onkels nur dankbar sein.

        • „Also das erste was mir im Artikel auffällt, ist die farbige rote Schrift zur Hervorhebung an einigen Stellen. Das ist neu. Hast du dir das wo abgeschaut ?“

          Ich hab mit einem meiner deutsch-österreichischen Brüder telefoniert und der meinte, das müsste bei mir auch gehen. Diese Aussage hat mir keine Ruhe gelassen, bis ich endlich herausgefunden hab, dass er Recht hatte und ich ne olle Dumpfbacke bin!😉

          „Die Spekulation über deine frühe Herkunft ist zwar gewagt aber im Bereich des Möglichen.“

          Deswegen habe ich sie auch in den Raum geworfen. Mir ist egal, was bei weiteren Forschungen herauskommt – bin ja in jedem Fall nicht von schlechten Eltern… 8)

          „Dein Onkel scheint ein sehr familiär eingestellter Mensch zu sein, der sich nur wenig um Politik kümmert. […] Unwahr ist es zu schreiben, die Enteignungen Deutscher hätten erst ab 1928 stattgefunden. Hier herrscht ein großes Informationsdefizit.“

          Stimmt sogar. Er hat schließlich eine Familienchronik erstellt und nur das geschrieben, was unsere Vorfahren als Zeitzeugen miterlebt, weitererzählt oder schriftlich für die Nachwelt festgehalten haben. Er weiß es selbst nicht besser, weil er sich ausschließlich mit der Familie beschäftigte. Ich will ihm das nicht zum Vorwurf machen – Meine Mama hat auch Erinnerungen, die er nicht teilen kann, weil nicht Jeder Jeden kennt und man sich folglich nie wirklich untereinander austauschen konnte. (Beispiel: Der Bauchschuss meiner Uroma – es ist unbekannt, wie vielen sie davon erzählt hat.) Unsere Verwandtschaft ist riesig – ich habe erst ein gemeinsames Treffen (fast) aller lebenden Familienangehörigen miterlebt. Es war überwältigend!😛

          „Ansonsten kann man der mühsamen und liebevollen Arbeit deines Onkels nur dankbar sein.“

          Das bin ich. Dir danke ich allerdings auch für die fehlenden Details und Hinweise. Bin froh, dass es Menschen wie Dich / Euch gibt, die nicht nur an sich selbst denken. MkG von *Mia

  3. De3X :
    Dankeschön. Die Anerkennung gilt aber meinem Onkel. Er hat den Großteil dieses Artikels erarbeitet. Ich habe das Ganze nur in eine hoffentlich verständlichere Form gebracht und mit dem kursiv Geschriebenen einen bescheidenen Beitrag geleistet.
    Ich hätte noch das hier anfügen können – habe es aber leider erst heute entdeckt:

    … und so bescheiden noch dazu.😉

    • Um auch hier wieder einen klugen Herren sprechen zu lassen:

      „Die bescheidenen Menschen wären die berufenen Politiker,
      wenn sie nicht so bescheiden wären.“
      (Ernst R. Hauschka)🙂

  4. Dein flammender Eifer für Heimat und Vaterland ehrt Dich sehr.Deutschland ist Freiheit, Allseitigkeit und Liebe,
    daß sie’s nicht wissen, ändert nichts daran.
    Johann Wolfgang von Goethe, (1749 – 1832)Einmal mehr ein Herzensgruß an Dich,liebe Mia*Pierre*

  5. ❗ In eigener Sache❗

    Beim virtuellen Papierkorb gibt es keine „Wiederherstellen-Funktion“ – sowas Dummes aber auch… Ich will Euch zur allgemeinen Belustigung trotzdem etwas zeigen, was mir eine „Saskia aus Berlin“ – also vermutlich keine Saskia und auch nicht aus Berlin – zugeschickt hat. Wie man mich kennt, zitiere ich schräg und antworte (dem Feigling) aufrecht:

    Die Angaben in dem oben genannten Stammbaum (Bild) sind entweder komplett falsch oder teilweise manipuliert. Nicht nur dass da der schwarze balken ist, sondern auch die sichtbaren Angaben. Das wäre eine Dokumentenfälschung.

    Die sichtbaren Angaben sind inkl. dem, was sich hinter den Balken verbirgt, durch Urkunden nachweisbar. Mein Onkel hat den Stammbaum durch die Originaldokumente selbst angelegt. Steht übrigens drauf – wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Da Du Dich bereits als inkompetenter Nicht-Historiker ausgewiesen hast, werde ich Dich jetzt nicht auslachen.😉

    Mit 4 Suchmaschinen (2 polnische und 2 deutschsprachigen) ließ sich das Bild nicht finden.

    Du kannst meine Bilder auch nicht über Suchmaschinen finden, weil sie privates Eigentum meiner Familie / Ahnen sind. Entschuldige. Ich muss jetzt doch lachen…:mrgreen:

    Ich verspreche dir eines: Sollte ich jemals deinen ECHTEN Namen herausfinden (Herm ist es nicht), dann werdens alle erfahren. Angefangen von indymedia über Antifa und Co.

    Sekunde bitte… Ich brauche Sauerstoff! Du machst mich fertig!😀😀😀 Oh man… Das gibt Bauchmuskeln! Danke 8)

    Solche Antisemiten, Neonazis und Geschichtsverfälscherin wie du gehören mit ihrem Gekritzel hinter schwedischen Gardinen.

    So. Wenn Du fertig bist, packste Deine Beleidigungen bitte in nen Sack, machst n Schleifchen drum und stellst ihn vor die Tür. Morgen früh um 5:45h kommt die Müllabfuhr…

    Sollte ich nochmal so etwas lesen müssen, bekommen Deine Eltern Post.🙂

    PS: Um Dir bei der Namenssuche behilflich zu sein, (denn Herm ist ja nicht mein ECHTER Name), gestehe ich, dass ich Lieselotte Müller heiße… Kannst mich aber auch Klaus nennen – hatten wir alles schon *hust

          • Ja, es gab doch da mal einen, der nannte sich „NaZisVergasen“ – zu dumm, dass er sich damit selbst eliminiert hat…😉 Den müsstest Du aber eigentlich noch kennen. Er hat schon damals – als ich noch mit Euch bei YT unterwegs war – überall seinen Dampf abgelassen. …Ein richtig anhängliches Kerlchen war das…

        • Mia, den verstrahlten Typ gibt’s da immer noch – und ich kenne den schon seit Längerem, ja. Der und „antikrautantifascist“ passen wunderbar zusammen. Letzterem habe ich empfohlen, nach Nordkorea zu verschwinden oder auf die Marshall-Inseln. Aber ob der das je raffen wird? >;)

          • Was? Den gibt’s noch?!?😯

            Naja… Hätte ich mir denken müssen – son Vergaser macht sich auf ner History-Tuning-Seite ziemlich gut…

            Das wäre dann wohl das Abgangszeugnis für YT. Dieser Verein stinkt zum Himmel!🙄

          • …Soll Frau ja nicht zu Männern sagen: Aber das war trotzdem süß! Danke 8)
            Hoffe, Du bekommst jetzt keinen Ärger wegen ‚Dee Ex’… *hahahaha

          • Mit ‚Dee Noie‘?:mrgreen:

            Also wenn der Titel noch nicht vergeben ist, dann würde ich den gern beantragen. Allerdings ohne irgendwelche Verpflichtungen wie Knutschen oder so. Ich rette ja gerade Deutschland, da brauche ich nur einen unauffälligen geheimen Spionage-Namen, oder wie die Dinger heißen, mit denen man sich im Netz der Spinner tarnen kann…

            Oh man… Ich hätte heute ne Besatzerbrause weniger trinken sollen – Bin echt nix mehr gewohnt!😳

    • Hallo Mia/De3X und ein guten deutschen Gruss zu später Stunde .! Der Mann hat keine Ahnung von Genealogie.
      Warum schreibe ich dir jetzt 2013? Weil ich heute durch die Genealogieforschung auf etwas seltsames gestossen bin: Deine Ausführungen über….Preussen usw.Da gibts zu meinen Ahnen eine „Schnittmenge!“
      Folgt gleich….:

      • Die Ahnengeschichte gehört zu allen… die Nachfolgen…

        Mein Vater begann mit der Genealogie: Es begab sich das…und ich führe sie fort.
        Die ersten Ahnen(Vaterlinie) stammen aus dem Cheruskerland(Vlotho, Dortmund) und dem bergischen Lande(Arnsberg, Berg).
        Unsere Hauptlinie:Dorstfeld, Bauernhof von 1254 (!)Mütterliche Linie:Familie Starke, genannt ..Lehnke.

        Ich beginne aber mit Behrend(Nebenlinie, der eine meiner Vorfahrinnen Schmitz..heiratete ) von einem Gut in Werder bei Danzig stammend.Die Behrends waren aus Ost-Falen dorthin gezogen.Er wurde im napoleonischen Kriege gegen Preussen und Russland von den Franzosen verschleppt (1812), konnte wieder entkommen und war dann preussischer Soldat, zeitweise der Kutscher bei der Eskorte von Königin Luise(siehe berühmtes Treffen mit Napoleon!).
        Behrend aus Danzig/Werder war später in Dortmund und wurde in Unna-Königsborn(dort war er Kurdirketor) begraben.Der König sprach ihn bei Begegnungen öfters wegen seiner vielen Orden an.Er schrieb auch später in der Dortmunder Zeitung von seinen Erlebnissen in Fortsetzungen..( leider von mir nichts mehr gefunden, da 1943 vernichtet, Bomben!).

        Eine kleine Namensgeschichte zeigt das Abenteuer der Ahnen-Stammbaumforschung> der Genealogie!

        Meine mütterliche Linie JORKE geht auf Wikinger aus dem kleinen Ort Jörvik in Schweden zurück. Jórvik heißt „Die Bucht der Pferde“.Gibt es heute noch!(Namen später: Jörwik, Jörke, Yorik, York, Jorke).Siehe auch Hamburg, altes Land >Jork.
        Das englische von den Wikingern besetzte York:Der Ort, an dem sich die Stadt heute befindet, wurde von den Römern Eboracum nach dem keltischen *Eborāko- genannt, was wahrscheinlich „Ort der Eibenbäume“ heißt. Es gibt weder Quellen noch archäologische Funde, die auf eine vorrömische Siedlung an dieser Stelle hinweisen, dennoch ist eine keltische Vorbesiedlung wahrscheinlich. Nachdem die Angelsachsen um 400 n. Chr. die Gegend eroberten, wurde die Stadt in Eoforwic umbenannt. Die Elemente des Namens stehen für Eber (eofor) und Siedlung (wic). Die folgende Besiedlung des Landstrichs durch die Wikinger führte zu einer erneuten Umbenennung der Stadt. Sie wurde nach der schwedischen Stadt Jórvik benannt, was „Pferdebucht“ bedeutet. Nach der Normannischen Invasion 1066 wurde dieser Name in York geändert.
        Meist begann die Herumzieherei der Familien..so auch der Jorkes…nach den Kriegen…(30-jähriger, 1+2 WK) nach z.B. Bremerhafen, Sondershausen/Thüringen , Prag…usw.

        Namen haben sich ja damals durch die „Kopierer mit Tonsur“..die Mönche immer wieder durch Fehler verändert.Erst durch den Code-civil Napoleons (wenigstens dafür war der Lump gut)..die Melde-Ämter und Archive wurden die Daten und Namen festgeschrieben!
        Wie man sieht…. die Ahnengeschichten sind spannend!
        Herzl. Gruss
        GvB

  6. Servus, Mensch Leute…
    -erstmal Mia, Ich find´s toll Interesse für seine Ahnengalerie zu zeigen! Wer weiss …
    Jedenfalls hab Ich gestern die Daten meines Großonkels erneut bei der „Kriegsgräberfürsoge (onl. Suche)“ abgegeben, und einen Treffer erhalten (Name, Geb.Datum, Verm.Datum,-ort: Ostpreußen= identisch!). Lass mir jetzt die Gedenkbuchdaten zuschicken.
    Vor 1 1/2 2 Jahren -Suchanfrage- war nichts vorhanden.
    Das Tragische: sein Bruder (mein Grossv.) verstarb im März letzten Jahres.
    Mal schaun, ob die Post von der Kriegsgräberfürsorge endgültig Erkenntnis schafft.
    MfG.

    • „Mal schaun, ob die Post von der Kriegsgräberfürsorge endgültig Erkenntnis schafft.“

      Ich drücke mal ganz fest die Daumen und wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Dich die Erkenntnis positiv stimmen wird! Bei mir war es so und es hat mir die Gewissheit verschafft, für die richtige Sache zu „streiten“.
      (…“Kämpfen“ klingt immer so böse…)😀

  7. Das ist echt eine Meisterleistung, ich wünschte ich könnte das auch hinbekommen..Respekt, wirklich genial..übrigens ich stamme auch aus Posen und Hinterpommern ab.. 😉

  8. De3X :
    In eigener Sache
    Beim virtuellen Papierkorb gibt es keine „Wiederherstellen-Funktion“ – sowas Dummes aber auch… Ich will Euch zur allgemeinen Belustigung trotzdem etwas zeigen, was mir eine „Saskia aus Berlin“ – also vermutlich keine Saskia und auch nicht aus Berlin – zugeschickt hat. Wie man mich kennt, zitiere ich schräg und antworte (dem Feigling) aufrecht:

    Die Angaben in dem oben genannten Stammbaum (Bild) sind entweder komplett falsch oder teilweise manipuliert. Nicht nur dass da der schwarze balken ist, sondern auch die sichtbaren Angaben. Das wäre eine Dokumentenfälschung.

    Die sichtbaren Angaben sind inkl. dem, was sich hinter den Balken verbirgt, durch Urkunden nachweisbar. Mein Onkel hat den Stammbaum durch die Originaldokumente selbst angelegt. Steht übrigens drauf – wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Da Du Dich bereits als inkompetenter Nicht-Historiker ausgewiesen hast, werde ich Dich jetzt nicht auslachen.

    Mit 4 Suchmaschinen (2 polnische und 2 deutschsprachigen) ließ sich das Bild nicht finden.

    Du kannst meine Bilder auch nicht über Suchmaschinen finden, weil sie privates Eigentum meiner Familie / Ahnen sind. Entschuldige. Ich muss jetzt doch lachen…

    Ich verspreche dir eines: Sollte ich jemals deinen ECHTEN Namen herausfinden (Herm ist es nicht), dann werdens alle erfahren. Angefangen von indymedia über Antifa und Co.

    Sekunde bitte… Ich brauche Sauerstoff! Du machst mich fertig! Oh man… Das gibt Bauchmuskeln! Danke

    Solche Antisemiten, Neonazis und Geschichtsverfälscherin wie du gehören mit ihrem Gekritzel hinter schwedischen Gardinen.

    So. Wenn Du fertig bist, packste Deine Beleidigungen bitte in nen Sack, machst n Schleifchen drum und stellst ihn vor die Tür. Morgen früh um 5:45h kommt die Müllabfuhr…
    Sollte ich nochmal so etwas lesen müssen, bekommen Deine Eltern Post.
    PS: Um Dir bei der Namenssuche behilflich zu sein, (denn Herm ist ja nicht mein ECHTER Name), gestehe ich, dass ich Lieselotte Müller heiße… Kannst mich aber auch Klaus nennen – hatten wir alles schon *hust

    Da is aber jemand mächtig neidisch. Sicher ist er/sie/es beim Nachforschen der eigenen Ahnenreihe auf ärmliche Bauern oder gar total wurzelloses Gesindel gestoßen.😄

    Immer diese Androhungen-Verbreiten des Namen usw auf irgendwelchen Portalen-das sollte echt bestraft werden. Ich für meinen Teil spreche euch/dir meine Hochachtung aus,zu solch gewissenhafter Nachforschung/Arbeit. Ist echt informativ gewesen. *Daumen hoch*

    Lass dich nich stressen,Klaus oder wie auch immer du heissen magst….😄

    Beste Grüsse in die Reichshauptstadt,Fenriz😉

    • Nicht nur dir… Pfui Deibel. Wie alt ist dieser Marcus Böttcher eigentlich?

      Womöglich liest er auch noch Hemingway. Jenen Schriftsteller, dessen Serienmorde nicht erwähnt werden.

    • Ärgert Euch nicht… Ich saß vor einem Jahr selbst in seinem Wohnzimmer und weiß, warum er ist, wie er ist. Rochus hat diesen „Journalisten“ wirklich vorbildlich vorgeführt. Ob meine CD nebenbei lief?😉

  9. Am 8.2. hat der Blog den ersten Geburtstag und wir sind nun ca. 260.000 „Klick`s“ weiter. Mia,das is`ne Glanzleistung.Also der Blog.
    Wird echt mal Zeit,dass wir ne Mülch zusammen trinken😉

    Freu mich schon auf den 10. Geburtstag.

    • Na, auf jeden Fall hoffe ich, daß zum 10. Geburtstag hieraus eine Massenbewegung geworden ist und mind. 50 Mio. Deutsche eine Mülch darauf trinken!🙂

  10. Tolle Biografie, da kann ich mich meinen Vorrednern, im Positiven, nur anschließen.
    Egal ob Onkel oder selber, ein stolzer und beeindruckender Stammbaum.

    Es interessiert zwar niemanden so recht, aber bei mir geht der Stammbaum von Danzig über Ostpreussen im allgemeinen (väterliche Seite), bis hin nach Bayern in das Ostallgäu und Tirol, Österreich, sowie die Nordschweiz (mütterliche Seite).

    Die Einzelheiten erspare ich Euch. Jedenfalls hat meine Tante, in Marktoberdorf, die Dame ist bereits 92 aber fit wie ein Turnschuh, ein Stammbuch geführt. Mit Hilfe von Kirchenbüchern, Rathäusern und Tagebüchern längst Verstorbener. Ein Band mit rund 1000 Seiten im DIN A 4-Format.

    Naja, was ich sagen will:
    Das Herz ist seit über 500 JAhren deutsch. Auch schon zu Zeiten, als es viele kleine deutsche Königreiche gab.
    Denn das vereinte Deutschland existiert erst seit 1871.
    Dafür sollten wir alle Bismarck danken.

    Doch eine Feiertag, zumindest Gedenktag für Bismarck gibt und gab es nie.

    Nicht einmal in den 30- JAhren.

    Warum eigentlich nicht?

  11. Liebe Mia,

    ja – dieser Marcus Böttcher ist eine Schande
    für die ganze „deutsche“ Presse!
    Der Kerl ist 29 Jahre alt, hat aber den Sprach-
    gebrauch der alten Stasi-Zeit noch gut drauf.
    Er schreibt wie ein Altkommunist, na ja – wer
    weiß, aus welchem „Nest“ er kommt, bzw. wo er
    „erzogen“ wurde.
    Daß es so ein junger Rotzlöffel wagt, gegenüber
    einer Persönlichkeit wie Rochus Misch in einem
    solchem Hetz- und Rotfront-Propagandaton zu schreiben
    ist mehr als widerlich!

    Volkstreue Grüße!

    Hermann Esser

  12. Noch eine Frage, liebe Mia:

    gibt es eine E-Post-Adresse, an welche
    man Dir schreiben kann.
    Danke.

    Viele Grüße

    Hermann

  13. Ja, P-t. das wäre doch mal eine Idee! Auch wenn es nicht die großdeutsche lösung war, so war De doch einig. Auf ein besseres Morgen!

  14. „Mögt Ihr den preußischen Staat zerschlagen,
    Preußen wird hoch aus den Trümmern ragen.
    Einer schon wollte uns Preußen stehlen,
    Doch Preußen lebt zu tief in den Seelen!
    Preußen ist weder Volksstamm noch Rasse,
    Preußen ist Haltung und niemals Masse.
    Preußen ist Pflicht nach Immanuel Kant,
    Preußen ist Treue zu Volk und Land,
    Dienen der Sache bis in den Tod
    Und – Griff zu den Waffen erst in der Not!“

    Eberhard von Mackensen*

    *Preußen sind in der Lage, die Botschaft vom Überbringer (Autor) zu trennen.

    Unsere Geschichte ist mit Preußen untrennbar verbunden, ob Familien- oder Staatsgeschichte. Wir sollten uns viel häufiger darauf besinnen!

    Sie SIND eine Preußin in o. g. Sinne!

  15. Respekt ,bei meinen Nachforschungen !
    Ich konnte leider nicht soweit zurück in der Zeit und viel erfahren wie du über meine .
    Ich weiß nur eines Döhnoffstädt …😉 … ein Teil dieser Familie wurde durch eine Intriege beinahe ausgelöscht jedoch waren sie sehr sehr schlau … ich bin vor Jahren schonmal auf dich aufmerksam geworden jedoch laaange her .

    An alle ,macht weiter und bleibt standhaft .

    Mit solidarischen Grüßen ,
    Mike Beckschäfer , Bockum-Hövel Hamm Westfalen .

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