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Test: M.I.A. – Born Free (FSK 18!) > Auflösung: Nicht bestanden!

Mich würden Eure Gedanken zu diesem Video interessieren:  M.I.A, Born Free

Auflösung: Test nicht bestanden. Ich habe den Link entfernt. Mir persönlich ist der Film auch zuwider. Er ist eiskalt, berechnend und manipulativ propagandistisch. Was steckt dahinter?

Die aus Sri Lanka stammende englische Musikerin Mathangi Arulpragasam, abgekürzt M.I.A., (nicht ich!), sondern die Tochter eines tamilischen Freiheitskämpfers versteht sich als politische Künstlerin, die auf Seiten der Schwachen steht. Sie selbst kann nur eingeschränkt zu ihrem Mann und dem einjährigen Sohn nach Los Angeles reisen, weil die US-Behörden ihren Vater als Terroristen führen. Dass sie da gelegentlich etwas über die Strenge schlägt, sollte man doch tolerieren, oder?

Der düstere Clip, den ihre Plattenfirma u. a. bei Youtube einstellte, soll auf eine Folge der US-Comic-Serie „South Park“ anspielen, in der Rothaarige diskriminiert werden, um zu zeigen, wie bescheuert so etwas ist. Gedreht hat den Film Romain Gavras, der Sohn eines griechisch-französischen Regisseurs namens Constantin Costa-Gavras („Z“). Wie seine anderen politischen Filme ist auch der Musik-Clip „Born Free“ völlig ironiefrei.

Zu rauen Punk-Rhythmen treibt eine paramilitärische US-Einheit rothaarige Kinder und Jugendliche in Los Angeles zusammen, misshandelt sie und kutschiert die Ahnungslosen in die Wüste. Dort wird ein etwa zehnjähriger Junge per Kopfschuss hingerichtet. Die anderen müssen über ein Minenfeld laufen, bis Arme und Beine durch die Luft fliegen.

Die Frage ist, ob man Gewalt so detailliert sehen muss, um zu verstehen, dass sie schlecht ist.

Ian Hamrick, der im Film den hingerichteten Jungen spielt, verteidigt derweil den Clip: Er sei an diejenigen gerichtet, die „im richtigen Leben Völkermorde verüben“. In voller Länge hätte er das Video allerdings noch nicht gesehen. Das ist wohl auch besser so.

Die Blöd nannte das Ganze „brutalstes Musikvideo des Jahres“, die Süddeutsche widerrum offenbarte durch die Sperre des Films bei Youtube die „Botschaft, dass die Freiheit im Netz vorbei ist“.

Was treibt die 34-jährige Künstlerin zu solchen Veröffentlichungen? Die Plattenfirma? Ihr Vater? Sie sich selbst? Letzteres eher nicht, da sie eigentlich garnicht mehr darüber sprechen wollte; durch den Eingriff bei Youtube aber Stellung beziehen musste. Böses, böses Youtube. Wie konnten die es nur wagen, ein Video einer Künstlerin zu löschen? Ist die Sperrung ganzer Kanäle anderer Künstler, die keine derartigen Provokationen ins Netz stellten, etwa nicht ausreichend gewesen?

Das Netz-gegen-Dings klärt auf: Warum ein Skin kein Nazi ist…

„WIE KANN MAN NAZIS HEUTE GENAU ERKENNEN?

Also falls sie sich öffentlich und alleine Zeigen müssen, werden sie nicht mit springerstiefel und nem T-shirt mit „88“ drauf rumlaufen. Könnt ihr mir helfen?fragte Yakumou das Dr. Allwissend-Team vom Netz-gegen-Nazis. Es gab etliche Kommentare, in denen sich die Phrasen der Unwissenden ständig wiederholten; doch eine Antwort fiel besonders auf…

Der Nutzer „Kariert“ erklärt:

„heut zu Tage erkennt man Nazis nur noch an Marken und ihren Aussagen.. da geb ich meinen Vorpostern völlig Recht. ABER pls wenn du jmdn triffst der den allbekannten Klischees entspricht: Skinhead = Nazi , also glatze, Bomberjacke, Boots usw… und der auch noch leicht reizbar ect is.. dann glaub nicht direkt das der ein Nazi ist!

Im Gegenteil… Skins kommen nämlich eig. aus dem Jahre 69 aus Großbtitannien

Damals gab es eine Arbeiterjugendkultur die sich eben Skinheads nannte.. die wollten sich aufgrund ihres harten Lifestyles von der Gesellschaft abheben.. also zogen sie Bomberjacken an, rasierten sich „Glatzen“, behielten die Arbeiterboots mit Stahlkappen an und zogen beispielsweise auch auffälige Hosenträger an ect..nur um aufzufallen und nicht selten waren die dann auch hin und mal wieder schnell reizbar und gewaltbereit, jedoch total unpolitisch..

Irgendwann kamen dann die Nazis und haben dieses hart aussehende Imitch kopiert.. und schnell wurden die Skinheads durch Medien ect. als Nazis abgestempelt.. (das Klischee weiße Schnürsenkel auf weißen Boots beispielsweise stimmt überhaupt nicht, wird aber häufig im Fernsehn benutzt)..“

Das hart aussehende ‚Imitch‘, das dem vom Fernsehen häufig benutzten Klischee ‚weiße Schnürsenkel auf weißen Boots‘ entspricht, kannte ich noch garnicht!?! Sah bestimmt hübsch aus… 😀

„So und jetzt warum richtige Skins auf keinen Fall Nazis sein können:
Die Skins haben nämlich früher, nachem Jamaika die Unabhängigkeit der Briten bekam zu der neuerfunden Volksmusik Ska mit Schwarzen getanzt! Denn ihnen war die Hautfarbe und Rasse völlig egal

Auch heute trifft man auf Ska-Punkkonzerten häufig Skins (und Ska is liberal bis völlig links) Ich hör selebr Ska und treffe hin und wieder Skins bei Konzerten..

Ich wollte das nur mal gesagt haben“

Na dann wissen wir ja jetzt bescheid, wie wir uns in Zukunft vor diesen Nazi-Jägern schützen können: Vollglatze, Bomberjacke und ‚weiße Schnürsenkel auf weißen Boots‘ kommen wieder in Mode! Wir dürften laut dieser herzlichen Beschreibung sogar ‚leicht reizbar sein‘. Aber… Wer will das schon? Und vor allem: Wie sehen denn jetzt Nazis aus? Was treiben die den ganzen Tag, wenn sie sich mal nicht ‚öffentlich und alleine zeigen müssen‘? Gibt es überhaupt noch welche oder sind die vielleicht sogar schon ausgestorben? Gab es die überhaupt schonmal oder sind die alltäglichen Erzählungen, wie ‚die bösen Nazis lauern hinter jeder Ecke und weil sie nicht zu sterben sind, führen wir den K(r)ampf gegen Rechts noch heute‘ auch nur Schauermärchen wie die vom Knecht Ruprecht und der Zahnfee?… 😉

HINWEISE:

  • Die Rechtschreibfehler habe ich übernommen, wie gesehen. Sie dienen der allgemeinen Belustigung.
  • Das Netz-gegen-Nazis gab im April 2008 in der Rubrik „Woran man sie erkennt…“ bekannt:
    „Als Resultat gilt bis heute für viele Menschen die gesamte Skinhead-Bewegung als rechtsextrem. Dabei gibt es viele unterschiedliche Strömungen innerhalb der Szene: linksradikale „Red Anarchist Skinheads“ (RASH), antirassistische „SHARP-Skins“ (Skinheads Against Racial Prejudice), unpolitische „Oi-Skins“, aber eben auch rechtsextreme „Hammerskins“ und „Boneheads“.“
  • Ich darf diejenigen, die an dieser Stelle immernoch nicht wissen, wer davon jetzt die Guten oder die Bösen sein sollen, mit der Tatsache trösten, dass ein guter Mensch einen anderen Menschen nicht nach seinem Aussehen, sondern nach seinem Verhalten und seiner Antwort auf die Frage „Warum?“ beurteilt!!