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Stoppt Tierversuche! …Nehmt Kinderschänder und Vergewaltiger!

Atavistische Rituale der Roten Armee:

Der Staatsrechtler Ingo von Münch reißt die millionenfachen Vergewaltigungen in Ostdeutschland 1944/45 aus der Vergessenheit

von Thorsten Hinz

Schätzungsweise bis zu 1,9 Millionen deutsche Frauen wurden 1944/45 von Angehörigen der Roten Armee vergewaltigt, vom siebenjährigen Kind bis zur über achtzigjährigen Greisin, viele davon mehrfach, oft Dutzende Male. Drei Viertel der Verbrechen geschahen in Ost-, die übrigen in Mitteldeutschland. Viele Frauen starben oder trugen bleibende Schäden an Leib und Seele davon. Im exzessiven deutschen Opferdiskurs spielt ihr Schicksal dennoch keine Rolle.

In der DDR ergab sich das Beschweigen aus dem Satrapen-Charakter des Regimes, doch auch in der Bundesrepublik blieb ihr Schicksal ohne durchschlagende Resonanz. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Der wichtigste war zunächst das Schamgefühl. Weder die Opfer noch die Öffentlichkeit konnten mit der massenhaften sexuellen Gewalt und der Verletzung des existentiellen Tabus umgehen.

Heute stehen der Antifaschismus und die Schuldreligion einer angemessenen Würdigung entgegen. Eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung steht bis heute aus. Die Verfilmung des „Anonyma“-Buchs vom vergangenen Jahr (2008) bot statt einer Ästhetik des Schreckens dessen politisch korrekte Ästhetisierung. Die Geschichte der sexuellen Demütigung wurde mit einer frei erfundenen deutsch-russischen Liebesgeschichte überzuckert.

Der Buchtitel „Frau, komm“ nimmt den Schreckensruf jener Zeit auf. Der Verfassungsrechtler Ingo von Münch, geboren 1932 in Berlin, ehemaliger Kultursenator von Hamburg, will Verfälschungen korrigieren und Erinnerungslücken schließen. Sein Buch enthält Zeugenaussagen, historische und juristische Betrachtungen sowie Anmerkungen zu den Darstellungen des Themas im Film, in der Literatur und Publizistik.

Die Regisseurin Helke Sander hatte 1992 mit dem Film „BeFreier und BeFreite“, dem sie ein gleichnamiges Buch folgen ließ, die Schweigemauer erstmals massiv durchbrochen. Sie interpretierte die Vergewaltigungen aus feministischer Perspektive als exzessives Beispiel für die ewige Gewalt von Männern gegen Frauen. Um das Ausmaß, die Intensität, die ideologischen und kriegspsychologischen Begleitumstände zu erfassen, war dieser Blickwinkel natürlich zu eng. Einen Griff ins Wespennest hatte Sander dennoch getan. Auf Seminaren, Tagungen, Diskussionen und Kongressen wurde ihr „von den Co-ReferentInnen bisweilen nicht einmal mehr die Hand gegeben“.

Die Rotarmisten hätten eben „Gleiches mit Gleichem vergolten“, lautet ein häufiges Argument. Dagegen hebt von Münch hervor, daß es in den besetzten Gebieten der Sowjetunion sexuelle Übergriffe, aber keine Massenvergewaltigungen durch deutsche Soldaten gab. In ihrer preisgekrönten Arbeit „Wehrmacht und sexuelle Gewalt“ stellte die Historikerin Birgit Beck zwar eine nachlassende Tätigkeit der deutschen Militärgerichtsbarkeit bei Übergriffen gegen die Zivilbevölkerung fest, nennt aber gleichzeitig zahlreiche Fälle, in denen Militärangehörige wegen vollendeter oder versuchter „Notzucht“, wie Vergewaltigungen damals hießen, abgeurteilt wurden. Die Urteile reichten von Disziplinar- bis zu Todesstrafen.

Es gab keinen ausdrücklichen Befehl zur Vergewaltigung, aber zahlreiche Äußerungen russischer Militärführer, die Duldung, Verständnis oder Zustimmung signalisierten. Der dem Schriftsteller Ilja Ehrenburg zugeschriebene Aufruf: „Brecht mit Gewalt den Rassehochmut der germanischen Frauen. Nehmt sie als rechtmäßige Beute“, läßt sich im Wortlauf nicht nachweisen, dafür aber viele andere Texte Ehrenburgs, die genau diese Aufforderung nahelegten und, wie Befragungen ergaben, von den Rotarmisten auch so verstanden wurden.

Die besondere Qualität der sexuellen Gewalt in Ost- und Mitteldeutschland lag neben ihrer Häufigkeit und dem flächendeckenden Charakter in der absoluten Wehrlosigkeit der Opfer. Auf die Hilferufe der Gequälten zu reagieren, kam einem Todesurteil gleich, und eine Staatsmacht, die Schutz oder juristische Genugtuung gewährte, gab es nicht.

Die totale Niederlage wurde millionenfach zur individuellen körperlichen Erfahrung. Nicht genug, daß die Opfer am Boden lagen, sie durften, so von Münch, straflos in den Staub getreten werden. Die Demütigung wurde dadurch gesteigert, daß Vergewaltigungen auch vor den Augen der Kinder und Ehemänner stattfanden: ein atavistisches Ritual, das die Männer, die ihre Frauen nicht schützen konnten, moralisch „kastrierte“.

Die Schwierigkeiten, die eigene moralische Vernichtung in das Selbstbild und die Geschichtsschreibung zu integrieren, liegen auf der Hand. Es ist leichter, die erlittene Gewalt als wohlverdiente Strafe zu interpretieren und die Dimension des eigenen Leids in einer Tätervolk-Ideologie verschwinden zu lassen. Damit aber setzt man sich zur menschlichen Natur, zu den geschichtlichen Abläufen und der politischen Vernunft so sehr in Widerspruch, daß die Situation, in der Deutschland sich heute befindet, als die einer geistig-moralischen Perversion bezeichnet werden muß.

Nur in deren Lichte sind viele wissenschaftliche, künstlerische und geschichtspolitische Hervorbringungen der letzten Jahre überhaupt erst erklärbar. Das kluge und unaufgeregt verfaßte Buch Ingo von Münchs lädt zur Vertiefung dieses Themas ein.

Ingo von Münch: „Frau, komm!“ Die Massenvergewaltigung deutscher Frauen und Mädchen 1944/45. Ares Verlag, Graz 2009, gebunden, 208 Seiten, Abbildungen, 19,90 Euro

(Beitrag: Junge Freiheit vom 16. Oktober 2009)

❗ NACHTRAG:

Oh man… Meine Mama hat den Artikel gelesen und erzählt mir soeben, dass meine Ur-Oma (Mutter von 10 Kindern) das gleiche Schicksal erleiden sollte. Ihrem Mann (zuständig für die Nahrungsversorgung der deutschen Bevölkerung) hielten die Russen die Waffe an den Kopf – die Frauen sollten raus aus dem Haus.

Sie sollten „zum Kartoffelschälen“ in die Küche des russischen Quartiers kommen. Als meine Ur-Oma die Schreie hörte und ahnte, was ihr blühte, floh sie durchs Dorf. Man versuchte Ihr in den Rücken zu schießen, sie drehte sich um und bekam einen Schuss in den Bauch. Sie fiel und landete auf einem Misthaufen. Da sie in Sichtweite der Schützen war, stellte sie sich tot und erhoffte sich, dass niemand kontrolliert, ob sie wirklich tot sei.

Als es ruhiger war, schleppte sie sich auf allen Vieren ins Haus zurück zu ihrem Mann und den Kindern. Sie schwebte in Lebensgefahr, da die Bauchdecke durchschossen war und die Gedärme nur noch von der Haut gehalten wurden. Mein Ur-Opa nähte sie mit Zwirn zusammen. Es gab keine Möglichkeit einer ärztlichen Versorgung…

Jetzt bin ich erstmal sprachlos 😦

„Handle niemals gegen das Gewissen, selbst wenn der Staat es fordert.“

Gedenktafel gefallener (Waffen-SS)-Soldaten am Ulrichsberg (Berg), Österreich aufgestellt 1984 von der Kameradschaft IV

[…] wir sollten nicht davon ausgehen, dass „Experten“ die einzigen sind, die ein Recht darauf haben, sich zu Fragen zu äußern, die die Organisation der Gesellschaft betreffen.“ (Albert Einstein)

Recht hatte er, aber Konrad Adenauer riet uns: „Ein Blick in die Vergangenheit hat nur Sinn, wenn er der Zukunft dient.“

Ich denke, ein unvoreingenommener Blick und die Fähigkeit, das Gesehene zu verarbeiten, dient unserer Zukunft.
Schauen wir mal… 😉

Vor 3 Tagen erfuhr ich von einem „Österreicher“, einem auf den ersten Blick charakterstarken Mann: Weiterlesen